Medizinische OP-Masken und FFP-2-Masken liegen auf einem Tisch. © NDR Foto: Anja Deuble

OP- und FFP2-Masken: Was ist der Unterschied?

Stand: 17.02.2022 12:52 Uhr

FFP2-, FFP3- und OP-Masken: Masken schützen nachweislich vor der Verbreitung von Coronaviren, aber nicht alle wirken gleich gut. Wo liegen die Unterschiede?

Seit Januar 2021 gilt in Deutschland eine verschärfte Maskenpflicht, so etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden, in Geschäften, in Zügen der Deutschen Bahn, in Schulen oder bei Veranstaltungen. Wer dort unterwegs ist, muss mindestens eine medizinische Gesichtsmaske (OP-Maske) tragen. Noch sicherer und zum Teil auch verpflichtend sind FFP2-Masken. Was unterscheidet die verschiedenen Maskentypen, wie erkennt man gute Qualität und was ist beim Tragen zu beachten?

Medizinische Gesichtsmasken schützen vor allem vor Tröpfchen

Eine Schutzmaske liegt auf blauem Hintergrund. © colourbox Foto: -
OP- und FFP2-Masken dürfen im Hausmüll entsorgt werden.

Bereits in der Zeit vor dem Coronavirus haben viele Ärzte und Zahnärzte eine Mund-Nasen-Schutzmaske (MNS) verwendet. Sie wird auch als Operations-, OP- oder medizinische Gesichtsmaske bezeichnet und besteht aus mehrschichtigem Kunststoff mit Falten zur besseren Anpassung. Mit einer Zulassung nach DIN EN 14683 gilt dieser Maskentyp als medizinische Gesichtsmaske mit einer bestimmten Filterleistung. Das CE-Zeichen auf der Verpackung gibt an, dass die gesetzlichen Anforderungen an die Qualität erfüllt sind.

OP-Masken schützen vor allem andere Menschen in der nahen Umgebung vor Tröpfchen, die der Maskenträger etwa beim Sprechen oder Husten aus Mund und Nase abgibt, weniger vor Aerosolen. Für den Träger bieten sie nur einen gewissen Eigenschutz. OP-Masken sind zum Einmalgebrauch vorgesehen, können bei kurzer Tragedauer aber auch mehrfach genutzt werden. Ein regelmäßiger Austausch ist ratsam.

Atemschutzmasken: Was bedeutet FFP1, FFP2 und FFP3?

FFP2-Maske auf neutralem Hintergrund © NDR Foto: Kathrin Weber
FFP2-Masken werden meist in der sogenannten Trichterform angeboten.

Atemschutzmasken, die auch partikelfiltrierende Halbmasken oder Feinstaubmasken genannt werden, haben eine deutlich weitreichendere Wirkung. Sie schützen den Träger vor Aerosolen, Rauch und Feinstaub in der Atemluft, wenn die Ränder dicht am Gesicht anliegen. Drei deutsche Schutzklassen definieren das Rückhaltevermögen: FFP1, FFP2 und FFP3. Dabei steht FFP für "Filtering Face Piece". Zum Schutz vor dem Coronavirus sind mindestens Masken der Klasse FFP2 notwendig, besser sind Masken der Klasse FFP3. FFP2-Masken müssen mindestens 94, FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern.

Neben zugelassenen Masken nach FFP2-Norm gibt es auch solche nach amerikanischer und chinesischer, sie tragen die Bezeichnung N95 und KN95. Sie haben eine vergleichbare Filterwirksamkeit. Verkauft werden dürfen nur Masken mit CE-Kennzeichnung einschließlich einer vierstelligen Zahl für eine der zugelassenen Prüfstellen. Masken mit Ventil filtern nur die eingeatmete Luft und bieten keinen Schutz für das Umfeld des Trägers.

FFP2-Masken schützen besser als OP-Masken

FFP2-Masken bieten einen effektiven Schutz, sofern sie richtig getragen werden. Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts haben Ende 2021 in einer Studie herausgefunden, dass für Infizierte wie auch Gesunde das Infektionsrisiko im Innenraum auf kurzer Distanz auch nach 20 Minuten nur 0,1 Prozent beträgt. Sitzt die Maske schlecht, liegt das Infektionsrisiko bei etwa 4 Prozent. OP-Masken mit guter Passform senken das Risiko auf maximal 10 Prozent. Ohne Maske beträgt das Ansteckungsrisiko dagegen fast 100 Prozent.

Angesichts einer vielerorts bestehenden FFP2-Maskenpflicht bezweifelt die EU-Gesundheitsbehörde ECDC den Mehrwert von FFP2-Masken bei der Verwendung in der Öffentlichkeit im Vergleich zu medizinischen Masken. Die in Stockholm ansässige Behörde weist auf die Kosten und mögliche Nachteile, wie die Verträglichkeit, hin und empfiehlt das Tragen einer FFP2-Maske in erster Linie Menschen, die zu den vulnerablen Personengruppen zählen und ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben.

Woran Verbraucher erkennen können, ob eine Maske gut und dicht sitzt, erklärt die Stiftung Warentest.

Schutzmasken richtig tragen, abnehmen und lagern

Das Tragen von Schutzmasken ist nur dann sinnvoll, wenn sie richtig gehandhabt werden.

  • Vor dem Anlegen die Hände waschen und die Innenseite der Maske nicht berühren.
  • Die Maske muss an den Rändern eng anliegen und durchgehend Mund und Nase bedecken.
  • Während des Tragens nicht berühren.
  • Ist die Maske durchfeuchtet, sollte sie gewechselt werden.
  • Zum Abnehmen an den seitlichen Schnüren oder Gummis greifen und nicht die Vorderseite berühren. Nach dem Abnehmen immer gründlich die Hände waschen.
  • Die Maske in einem luftdicht geschlossenen Behälter aufbewahren. Ideal zum Transport von getragenen und ungetragenen Masken unterwegs sind Gefrierbeutel mit Zipp-Verschluss. Sie verhindern den Kontakt mit kontaminierten Teilen und halten unbenutzte Masken hygienisch sauber.
  • Niemals getragene Masken von anderen Menschen verwenden.
  • Auch mit Maske den Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen einhalten.

Wie oft sollte man FFP2-Masken wechseln?

FFP2- und OP-Masken hängen an einer Wäscheleine.  Foto: Anja Deuble
Nach kurzem Gebrauch kann man die Masken aufhängen und gut trocknen lassen.

FFP-Masken und OP-Masken aus Zellstoff dürfen nicht gewaschen werden, da die Filterleistung sonst deutlich abnehmen würde. Obwohl die Masken als Einwegprodukte gelten, sehen viele Experten kein Problem darin, sie im privaten Gebrauch mehrfach - maximal fünf Mal - zu nutzen. Gerade wenn man sie nur für kurze Zeit trägt, etwa zum Einkaufen. Danach sollten sie möglichst an einem Haken aufgehängt und bei Zimmertemperatur getrocknet werden.

Ein Forschungsprojekt der Fachhochschule und der Universität Münster hat ergeben, dass in FFP2-Masken nach sieben Tagen Trocknungszeit nahezu alle infektiösen Corona-Viren verschwunden sind. Die Forscher raten dazu, Masken nicht an zwei aufeinander folgenden Tagen zu tragen, sondern möglichst sieben markierte Masken nacheinander zu verwenden.

Beschlagene Gläser: Was sollten Brillenträger beachten?

Damit so wenig Atemluft wie möglich an die Gläser kommt, sollte die Maske eng an Nase und Wangen anliegen. Zusätzlich kann man die Brille mit Putztüchern mit Anti-Beschlag-Wirkung oder einem Anti-Beschlag-Spray behandeln. Alternativ die Brille mit mildem Spülmittel ohne Alkohol einreiben, mit klarem Wasser abwaschen, an der Luft trocknen lassen und dann polieren. Wegen der Infektionsgefahr auf keinen Fall Speichel dafür verwenden.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 12.02.2022 | 19:30 Uhr

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