Viele Vorteile: Mulchen mit Rasenschnitt und Rindenmulch

Stand: 14.09.2022 08:18 Uhr

Unkraut jäten gehört zu den unbeliebtesten Aufgaben im Garten. Wer Beete mit Hecken-, Rasenschnitt oder gehäckselter Rinde mulcht, erspart sich viel Arbeit. Wie funktioniert das Mulchen?

Wärme und Nässe lassen im Garten Pflanzen sprießen - leider auch Unkraut. Wer sich die harte Arbeit des Jätens ersparen möchte, kann seine Beete mulchen. Eine Schicht aus Mulch unterdrückt nicht nur unerwünschte Wildkräuter, sie sorgt auch dafür, dass der Boden nicht zu schnell austrocknet.

Mulchmaterial auf Bodenbeschaffenheit und Pflanzen abstimmen

Besonders geeignet ist das Mulchen unter Hecken und im Gemüsebeet. Ob und mit welchem Material im Staudenbeet gemulcht werden sollte - darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Bei dicht bepflanzten Beeten ist es in der Regel gar nicht nötig, denn die Stauden breiten sich von selbst aus. Stauden, die trockene Böden benötigen, sollten auf keinen Fall gemulcht werden.

Auch kann bei einem sehr lehmigen und verdichteten Gartenboden das Mulchen zu Staunässe führen. Mulchmaterial, Pflanzen und Bodenbeschaffenheit sollten also immer aufeinander abgestimmt werden. Je schwerer der Boden, desto leichter und durchlässiger sollte der Mulch sein.

Beim Mulchen ist Langzeitdünger unerlässlich

Viele Gartenbesitzer denken nicht daran, ihre Beete vor dem Mulchen zu düngen. Das Mulchmaterial wird im Laufe der Zeit von kleinen Bodenlebewesen zersetzt, die dafür Stickstoff benötigen. Dieser wird dem Boden entzogen und fehlt dann den Pflanzen im Beet. Die Folge ist, dass sie nicht mehr richtig wachsen und oft gelbe Blätter bekommen. Daher sollte vor dem Mulchen unbedingt ein Langzeitdünger, etwa in Form von Hornspänen, ausgebracht werden. Zudem sollte der Boden vorher von Unkraut befreit werden.

Welcher Mulch eignet sich wofür?

  • Rindenmulch und Rindenhumus: Kann gut auf Wegen und unter Hecken und Sträuchern ausgebracht werden. Er verrottet recht langsam.
  • Rasenschnitt: Kann auf dem Rasen selbst zum Düngen liegen gelassen werden. Leicht angetrockneter Rasenschnitt eignet sich außerdem zum Mulchen im Gemüsebeet. Die Schicht sollte nicht dicker als vier bis fünf Zentimeter sein.
  • Heckenschnitt: Kann unzerkleinert zum Mulchen unter Hecken oder Beerensträuchern verwendet werden. Für den Einsatz im Gemüsebeet sollten die Äste besser vorher geschreddert werden.
  • Stroh: Eignet sich vor allem, um Erdbeeren vor feuchtem Boden zu schützen.

Bei Rosen auf Mulch besser verzichten

Nahaufnahme einer lilafarbenen Rosenblüte. © NDR Foto: Anja Deuble
Rosenbeete besser nicht mulchen: Krankheitserreger aus Blättern könnten in der Mulchschicht überwintern.

Bei Rosenbeeten sollte man auf das Mulchen verzichten. Rosen leiden manchmal an Pilzbefall wie Rosenrost oder Sternrußtau. Bei diesen Erkrankungen ist es wichtig, Blätter, die auf den Boden gefallen sind, aufzusammeln und im Hausmüll zu entsorgen. Ist aber eine dicke Mulchschicht auf dem Rosenbeet ausgebracht worden, ist es ausgesprochen schwierig, die kranken Blätter aus dem Mulchmaterial herauszusuchen. Dann überwintern die Krankheitserreger im Beet und im nächsten Jahr gibt es mit aller Wahrscheinlichkeit erneut Probleme mit Pilzerkrankungen.  

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Garten: Alles Möhre, oder was?! | 14.09.2022 | 19:00 Uhr

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