Das Kammermusik-Ensemble der NDR Radiophilharmonie in der Spielzeit 2022/23 © NDR Foto: Micha Neugebauer

Kammermusik-Matinee: Sehnsucht und Klage

Stand: 16.08.2022 16:00 Uhr

Kleine Ensembles, ganz individuell: Die von den Orchester-Musiker*innen zusammengestellten Programme bieten Schmuckstücke der Kammermusik sowie Neuentdeckungen, Raritäten und besondere Arrangements.

Liebe und Sehnsucht, Klage und Traum: Dafür steht wie kein anderes Instrument die Flöte. Geprägt wurde diese Assoziationskette im Barock. Doch reichen ihre Wurzeln deutlich weiter zurück, bis zum antiken Mythos vom Hirtengott Pan. Und so weht ein Hauch von Schäferidylle durch diese finale Kammermusik-Matinee der Saison.

KMM7
So, 25.06.2023 | 11.30 Uhr
Hannover | NDR, Kleiner Sendesaal (Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22)

Christoph Renz Flöte
Nikolai Schneider Violoncello
Mario Häring Klavier

Sehnsucht und Klage

Carl Maria von Weber
Trio g-Moll
für Klavier, Flöte und Violoncello op. 63
Claude Debussy
"Syrinx" für Flöte solo
Philippe Gaubert
"Pièce romantique"
für Klavier, Flöte und Violoncello
Nadia Boulanger
Modéré
aus "Trois Pièces pour Violoncello et Piano"
Bohuslav Martinů
Trio für Klavier, Flöte
und Violoncello H 300

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Von Goethe inspiriert: Webers Trio g-Moll

Warum Carl Maria von Weber, ein leidenschaftlicher Kammermusiker, sein Klaviertrio g-Moll mit Flöte besetzte statt mit Geige, erklärt sich mit Blick auf den dritten Satz. Der besteht nämlich aus Variationen über das Lied "Schäfers Klage" nach dem berühmten Gedicht Goethes. Um diese atmosphärisch dichte Miniatur komponierte Weber die restlichen Sätze nachträglich herum und sparte auch dort nicht mit Überraschungseffekten, etwa wenn das Finale wie eine ernste Fuge beginnt, um dann doch bald in pure Spielfreude umzuschlagen.

Wenn die Flöte französisch schwelgt

Auch die französischen Spätromantiker und Impressionisten liebten die Flöte. Claude Debussy widmete ihr mit "Syrinx" sogar ein Solostück. Der Titel leitet sich vom Namen jener Nymphe ab, die auf der Flucht vor Pan in ein Schilfrohr verwandelt wird. Ohne solche konkreten Assoziationen kommt die "Pièce romantique" von Philippe Gaubert aus, einem der führenden Flötisten seiner Zeit. Lediglich im Moderato der Komponisten Nadia Boulanger schweigt die Flöte und überlässt dem Violoncello das Feld, das ja auch wunderbar "singen" kann.

Sehnsucht nach Tschechien: Martinůs Klaviertrio

Ebenfalls in Frankreich, in Paris nämlich, wirkte 17 Jahre lang der Tscheche Bohuslav Martinů, bevor er 1940 Hals über Kopf in die USA fliehen musste. Auch wenn er dort als Komponist und Dozent rasch Fuß fasste, lassen Werke wie das Klaviertrio von 1944 erahnen, dass ihn die Sehnsucht nach der Heimat weiterhin umtrieb. Im langsamen Satz stimmen Flöte und Cello stets von neuem ihre wehmütigen Gesänge an, und die filigrane Heiterkeit der Außensätze wirkt manchmal wie nicht von dieser Welt.

 

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