Stand: 04.01.2013 18:10 Uhr  | Archiv

Vorbereitung für "Patriot"-Verschiffung startet

Soldaten der Flugabwehrraketengruppen 21 und 24 (Sanitz und Bad Sülze) stellen das Abwehrsystem "Patriot" in Warbelow vor. © dpa Foto: Bernd Wüstneck
Den Hauptanteil der Luftwaffe an dem Einsatz in der Türkei stellen Soldaten der Flugabwehrraketengruppen 21 (Sanitz) und 24 (Bad Sülze).

Die "Patriot"-Flugabwehrraketengruppen aus Sanitz und Bad Sülze stehen kurz vor der Verlegung in die Türkei. Bereits am Sonntag wird die Technik für den Seetransport nach Travemünde gebracht. Ein erstes Kontingent der ebenfalls beteiligten US-Raketentruppen ist dem NATO-Kommando "Europa" zufolge bereits auf dem türkischen Stützpunkt Incirlik eingetroffen. Die Ausrüstung der deutschen Raketenstaffeln wird per Schiff in die Türkei gebracht.

Soldaten reisen Mitte Januar hinterher

Am Sonntag werden mehr als 100 Fahrzeuge, beladen mit Raketen, Abschussrampen und Radargeräten, von Sanitz aus in Etappen über die Autobahn 20 nach Travemünde verlegt. Autofahrer sollten sich auf Behinderungen durch Militärkolonnen einstellen. Am Dienstag soll die Verladung abgeschlossen werden und das Schiff ablegen. Die meisten der 170 Soldaten aus Bad Sülze und Sanitz werden Mitte Januar per Flugzeug nach Kahramanmaras im Südosten der Türkei gebracht. Zusammen mit AWACS-Aufklärungsflugzeugen und Raketenabwehrgruppen aus den Niederlanden und den USA sollen sie den NATO-Partner Türkei vor möglichen Luftangriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien schützen.

Der Einsatz des ersten Kontingents mit den Staffeln aus Mecklenburg-Vorpommern soll voraussichtlich bis Ende April dauern.

"Patriot" PAC-3

Das "Patriot"-Raketensystem gilt als das modernste westliche Flugabwehrsystem. Es wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren von den US-Rüstungskonzernen Raytheon und Lockheed entwickelt und wird in weltweit knapp 80 Länder exportiert - meistens jedoch in der Ursprungskonfiguration PAC-1. Allein die USA, Deutschland und die Niederlande verfügen über den neuesten Standard PAC-3, der ab 2001 auf den Markt kam. In Deutschland ist das System seit 1989 im Einsatz. Derzeit verfügt die Bundeswehr über 24 operationell nutzbare Feuereinheiten. Diese bestehen aus einem Feuerleitstand, einem Multifunktionsradar und je nach Auftrag aus bis zu acht Startgeräten mit bis zu acht Lenkflugkörpern pro Startgerät.

Wirkradius gegen Flugzeuge: bis 15 Kilometer
Wirkradius gegen Raketen: bis 45 Kilometer
Kampfhöhe: 10-15 Kilometer
Radarreichweite: bis 120 Kilometer
Fluggeschwindigkeit: bis Mach 5
Gefechtskopf: 73 Kilogramm, hochexplosive Splitterladung

(Quelle: dapd)

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