Gefälschte "Hitler-Tagebücher" - So gefährlich war der Fake

Vor 40 Jahren führt eine "ganz heiße" Geschichte das Nachrichtenmagazin "Stern" in einen riesigen Medien-Skandal: Redaktion und Verlag waren dem Fälscher Konrad Kujau und dem Reporter Gerd Heidemann aufgesessen und glauben mit der Veröffentlichung von Hitlers "Tagebüchern" an den großen Scoop. Schnell steht fest: Die vermeintlichen Original-Handschriften des Diktators sind gefälscht. Im Rahmen der Sendung Reschke Fernsehen hat der NDR Kujaus erfundene Texte nun digitalisiert, mithilfe von Historikern ausgewertet und umfangreich einordnen lassen und stellt sie der Öffentlichkeit hier zu Verfügung. Denn es zeigt sich: Hinter den Texten verbirgt sich nicht nur die Fantasie einiger von Geld- und Geltungsdrang Getriebener, sondern die Einträge sind in einem rechtsradikalen Umfang entstanden - und leugnen den Holocaust.

Gerd Heidemann präsentiert auf der Pressekonferenz des Hamburger Magazins "Stern" am 25. April 1983 die vermeintlichen Hitler-Tagebücher. © picture-alliance / dpa Foto: Chris Pohlert

Holocaust-Leugnung: Die Wahrheit hinter den "Hitler-Tagebüchern"

40 Jahre nach dem Skandal um die Fake-Schriften hat der NDR sie für die Öffentlichkeit digitalisiert - und zeigt: Dort steht nicht weniger als die Leugnung des Holocaust. mehr

Gefälschte Hitlertagebücher liegen auf einem Stapel © picture-alliance/dpa Foto: Markus Scholz

Datenbank: Die gefälschten "Hitler-Tagebücher" zum Durchsuchen

Der NDR hat die Tagebücher in vollem Umfang digitalisiert und bietet eine Volltextsuche. Ein Politologe ordnet die Einträge ein. mehr

John Goetz, Investigationsjournalist © picture alliance/dpa Foto: Georg Wendt

"Hitler-Tagebücher": Die Recherchen und Hintergründe

Noch sind nicht alle Fragen zum "Stern"-Skandal von 1983 beantwortet. Journalist John Goetz berichtet von unbeachteten Quellen. mehr

Journalist Malte Herwig © Christina Körte / Molden Verlag

Dreh für "Hitler-Tagebücher": Quatsch mit brauner Soße

1983 entsteht für "Stern TV" ein Film über den sensationellen Fund. Der Journalist Malte Herwig beschreibt, wie es dazu kam. mehr

Hajo Funke, emeritierter Professor für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. © NDR

Die gefälschten "Hitler-Tagebücher" und die reale Geschichte des NS

Wer die gefälschten Schriften von Konrad Kujau liest, sollte sie in Bezug zur Realität setzen können. Politologe Hajo Funke ordnet ein. mehr

Historikerin und Autorin Dr. Heike B. Görtemaker © NDR

Konrad Kujau und seine Umdeutung Hitlers in den "Tagebüchern"

Die gefälschten "Hitler-Tagebücher" zeigen einen friedliebenden Herrscher - in Opposition zur NS-Elite. Historikerin Heike Görtemaker erläutert sie. mehr

NS-Zeit, Zweiter Weltkrieg - Einordnungen von Historiker Hajo Funke:

Der "Stern"-Skandal um die "Hitler-Tagebücher"

Schaukasten "Hitler-Tagebücher" im Polizeimuseum Hamburg © NDR Foto: Nina Hansen

Vor 40 Jahren: Die "Hitler-Tagebücher" und der "Stern"-Skandal

Vor 40 Jahren erscheinen im "Stern" erste Auszüge aus Hitlers angeblichen Aufzeichnungen. Doch das Blatt war einem Fälscher aufgesessen. mehr

Das Cover der "Stern"-Ausgabe 18/1983 mit dem Foto der Tagebücher. Deutlich zu erkennen: die Initialen F.H. © dpa - Bildarchiv Foto: Ingo Röhrbein

Die Hitler-Tagebücher: Chronik eines absehbaren Skandals

Jahrelang glaubten Reporter, Verlag und Redaktion an einen Sensationsfund - und gaben dafür Millionen aus. mehr

Video-Highlight

Moderatorin Anja Reschke, links der Stern-Reporter Gerd Heidemann (1983) und rechts der Fälscher der sogenannten Hitler-Tagebücher Konrad Kujau. Reschke Fernsehen vom 23.02.2023 im Ersten. © NDR / Reschke Fernsehen Foto: Thorsten Jander
ARD Mediathek

Gefälschte Tagebücher: So gefährlich war der Hitler-Fake wirklich

Die gefälschten "Hitler-Tagebücher": der Presseskandal des Jahrhunderts. Seit 1983 liegen sie weggesperrt im Safe des "Stern". Anja Reschke und ihrem Team ist es nun erstmals gelungen, alle 60 Bände zu lesen. Video

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Gedenkstein an die Opfer des Holocaust auf dem Jüdischen Friedhof in Rostock. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Foto: Bernd Wüstneck

Holocaust: Der Völkermord der Nazis an den Juden

Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. Daran erinnert jedes Jahr am 27. Januar ein Gedenktag. mehr

SA-Männer kleben ein Plakat mit der Aufschrift 'Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden' an die Schaufensterscheibe eines jüdischen Geschäfts. © picture-alliance / akg-images

Die NS-Zeit: Krieg und Terror

1933 wird der Nationalsozialist Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Fortan setzt das NS-Regime seinen absoluten Führungsanspruch durch - mithilfe von Terror und Propaganda. mehr

Deutsche Truppen besetzen im September 1939 die polnische Stadt Posen. © picture-alliance / akg-images

Der Zweite Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen beginnt am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Weltweit kostet er mehr als 50 Millionen Menschen das Leben. mehr

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Großer Dreesch in Schwerin: Von der "Perle" zu einem Brennpunkt

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