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Namibia - Leben mit der Wüste

Donnerstag, 23. Februar 2023, 20:15 bis 21:00 Uhr
Sonntag, 26. Februar 2023, 14:30 bis 15:15 Uhr

Die Namib ist die älteste Wüste der Welt, Millionen Jahre alt. Sie prägt den jungen Nationalstaat Namibia im Südwesten Afrikas. Endlos scheinende Dünenberge und unwegsames Gelände. Hitze, Staub, kaum Regen. Eine Region mit extremen Herausforderungen haben sich Menschen ausgesucht, um hier ihr Glück zu finden. Denn die Wüste ist voller Leben.

Wildpferde brauchen Geduld

In der südlichen Namib leben noch Pferde in völliger Freiheit, ohne Kontakt zum Menschen. Farmer Wulff Izko kreuzt die Wildpferde mit europäischen Rassen, um geeignete Reittiere für seine Wüstenfarm zu erhalten. © NDR/Extravista/Erik Lötsch
In der südlichen Namib leben noch Pferde in völliger Freiheit, ohne Kontakt zum Menschen.

Als Bauarbeiter ist Immanuel Frederick vor fünf Jahren auf die Farm Koiimasis am Rande der Tirasberge gekommen. Inzwischen ist der 26-Jährige der Mann für die komplizierten Pferdefälle auf der Ranch. Mit viel Geduld zähmt er die Nachfahren der berühmten Namib-Wildpferde. Ein harter Job in gefährlicher Umgebung. Gerade treibt sich ein Leopard in der Gegend herum, aber die einjährigen Fohlen wollen partout nicht in den Stall.

Glitzerndes aus dem Vulkangestein

Kristalle aus der Namib, im Morgennebel über der Wüste westlich des Brandberg-Massivs. © NDR/Extravista/Erik Lötsch
Kristalle aus der Namib, im Morgennebel über der Wüste westlich des Brandberg-Massivs.

Edelsteine sind die Leidenschaft von Lorri Raaths. Unter sengender Hitze schürft der 68-Jährige im Minengebiet in der Nähe des Brandbergmassivs. Amethyste, Turmaline, Bergkristalle gräbt er mit Stemmeisen und sogar mit bloßen Händen aus dem Millionen Jahre alten Vulkangestein. Seine Begleiter: eine Gitarre und viele Träume. Gerade hat er einen neuen Krater im Damaraland entdeckt. Sein Trinkwasser will er gewinnen, indem er den Nebel auffängt.

Nebel ist ein wichtiger Feuchtigkeitslieferant für die Pflanzen in der Namib. Je näher am Atlantik, desto dichter und ergiebiger. Im Hinterland von Walvis Bay reicht die Feuchtigkeit aus, um die Nara-Melonen gedeihen zu lassen, Hauptnahrungsmittel der Topnaar, einer der ärmsten Ethnien Namibias. Martha ist am liebsten früh am Morgen unterwegs, um die saftigen und nahrhaften Früchte aus den stacheligen Büschen zu holen. Bevor sie erntet, muss sie erst die Schlangen und Skorpione vertreiben.

Erinnerung an den Völkermord

Nandi Mazeingo hält die Erinnerung an das Schicksal seiner Vorfahren wach. Bis zu 60.000 Herero und Nama wurden Opfer deutscher Kolonialisten. © NDR/Extravista/Erik Lötsch
Bis zu 60.000 Herero und Nama wurden Opfer deutscher Kolonialisten. Nandi Mazeingo hält die Erinnerung wach.

Nandi Mazeingo hält die Erinnerung an seine Vorfahren wach. Er pflegt das Grab seines Großvaters. Die Herero und Nama hatten sich gegen die deutschen Kolonialisten erhoben. Die Deutschen ließen sie in der Wüste verdursten oder internierten sie in Lagern. Deshalb verlangt die Ovaherero Genocide Foundation weges des Völkermordes Reparationszahlungen und die Enteignung von Nachfahren deutscher Siedler.

Elefanten besser verstehen

Im ausgetrockneten Flussbett des Ugab leben die letzten Wüstenelefanten Namibias. Auf der Suche nach Wasser geraten sie häufig in Konflikt mit den Bewohnern nahegelegener Dörfer. Ugab-Rivier bei Khorixas. © NDR/Extravista/Erik Lötsch
Im ausgetrockneten Flussbett des Ugab leben die letzten Wüstenelefanten Namibias.

Hermann Kasona gehört zum Volk der Herero. Er arbeitet als Ranger für die Elephant-Human Relations Aid, kurz EHRA. Elefanten sind seine Lieblingstiere, er will sie unbedingt schützen. Denn im ausgetrockneten Flussbett des Ugab konkurrieren sie mit den Menschen um das lebensnotwendige Wasser. Hermann kämpft für ein besseres Verständnis der Menschen für diese Tiere. Seine Kollegin Fiona geht dafür in die Schulen, bringt den Kleinsten das Einmaleins im Umgang mit Elefanten bei.

Wie eine Fata Morgana taucht die Forschungsstation Gobabeb mitten in den Wüstendünen auf. Mit futuristischem Wasserturm, Solaranlagen, Hightechpark. Junge Wissenschaftler erforschen hier die Auswirkungen des Klimawandels und unterstützen Forscher weltweit mit Klimadaten aus der Wüste. Sogar die NASA-Experten waren schon hier. Nicht umsonst trägt eine Düne auf dem Mars den Namen Namib.

Autor/in
Kathrin Klein
Klaus-Dieter Gralow
Kamera
Mike-Thomas Römisch
Francois Lottering
Schnitt
Roger Pitann
Sprecher/in
Beate Rysopp
Redaktion
Norbert Lorentzen
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg

Im Anschluss:

Wasserfälle auf der Insel Flores. © NDR/planetfilm/Frederico Fournier

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