Elbphilharmonie - von der Vision zur Wirklichkeit

Samstag, 15. Januar 2022, 21:45 bis 22:45 Uhr
Sonntag, 16. Januar 2022, 08:00 bis 09:00 Uhr

Als das NDR Team im April 2005 die ersten Bilder für eine Dokumentation über den Bau der Elbphilharmonie in Hamburg dreht, gingen alle noch davon aus, dass der Konzertsaal nach spätestens vier Jahren fertiggestellt sein würde. Aber: Es ist eine der längsten Filmproduktionen in der Geschichte des NDR Fernsehens geworden. Über einen Zeitraum von elfeinhalb Jahren wird in diesem Film die größte Baustelle Hamburgs durch alle Höhen und Tiefen dokumentiert.

So exklusiv, hautnah und kontinuierlich wie kein anderes Medium begleitet der NDR den gesamten Entstehungsprozess des Jahrhundertbauwerks, von den ersten Planskizzen bis zur Eröffnung der sogenannten Plaza. Das Team hat Zugang in alle Winkel und Ecken und verfolgt die Produktion besonders charakteristischer Elemente der Elbphilharmonie. Beispielsweise müssen die gebogenen Fassadenscheiben zwischen vier verschiedenen Produktionsorten in Europa hin- und hergefahren werden, weil nur hochspezialisierte Firmen die besonderen technischen Herausforderungen bewältigen können. Exklusive Bilder vom Biegen der Fassadenfenster offenbaren, wie viel Detailverliebtheit, Ingenieurswissen und Wahnsinn in dem Gesamtkunstwerk Elbphilharmonie steckt.

Konzertsaal der Spitzenklasse

Einer der besten Konzertsäle der Welt soll in der Hafencity entstehen. Der Film zeigt den immensen Aufwand, der für das optimale Klangerlebnis betrieben wird: von der Federlagerung des gesamten Konzertsaals bis zu den Akustiktests im riesigen 1:10-Modell und letzten akustikbedingten Änderungen am Bezug der Stühle.

Vier Arbeiter erzählen vom Jahrhundertbau

Ganze Heerscharen von Arbeitern haben an und in dem Jahrhundertbau geschwitzt. Vier von ihnen erzählen stellvertretend ihre Geschichte. Mitte der 1960er-Jahre ist Horst Röschen Stellenleiter im Kaispeicher A, damals der größte und modernste Speicher im Hafen, heute der Backsteinsockel für die gläserne Welle. 2007 ist Roman Risse mit seinem Abrissbagger einer der Ersten auf der Baustelle, denn der historische Speicher musste komplett entkernt werden. Jahre später kämpft Stahlbauer Karsten "Kurt" Masuhr in 100 Metern Höhe mit der hochkomplizierten Dachkonstruktion. Und auf der neuen Plaza steht die junge Bauleiterin Stefanie Overhoff mächtig unter Zeitdruck.

Vom ersten Spatenstich bis zur Vollendung in knapp fünf Minuten

Spektakuläre Aufnahmen von drei Zeitrafferkameras, die über zehn Jahre lang fest installiert fast acht Millionen Einzelbilder schießen, liefern einen atemberaubenden Schnelldurchlauf des wachsenden Gebäudes bei Hitze und Schnee, bei Nebel und Sturmflut. Im Film dauert es vom ersten Spatenstich bis zur Vollendung nur knapp fünf Minuten.

In Wahrheit zogen sich die Arbeiten bekanntlich wesentlich länger hin. Die Elbphilharmonie wurde zum Sinnbild für astronomische Kostensteigerung und Fehlplanung öffentlicher Bauten. Der Film vollzieht die Chronique scandaleuse verständlich nach. Auch während des Baustopps wird auf der Baustelle gedreht und natürlich beim Parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Ein neues Wahrzeichen für Hamburg

All die Ernüchterung während der Krisenzeiten verfliegt aber angesichts des nun fertiggestellten Gebäudes schnell: Die Elbphilharmonie vermag wieder denselben Enthusiasmus auszulösen, der die Menschen in Hamburg in den frühen Planungszeiten schon ergriffen hatte. Es ist tatsächlich ein Wahrzeichen in der Freien und Hansestadt entstanden, das wie die Sydney Opera, der Eiffelturm oder das Bilbao Museum für eine ganze Stadt, vielleicht ein ganzes Land steht.

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Autor/in
Annette Schmaltz
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke
Redaktion
Claudia Cellarius
Ralf Quibeldey

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