Stand: 30.04.2019 15:02 Uhr

Vera Cordes besucht eine Selbsthilfegruppe

Bei der Aktion "Wir bei Euch - Wünsch Dir Deinen NDR" konnten sich Zuschauer, Firmen, Schulen und Kindergärten für einen Besuch bewerben. Moderatorin Vera Cordes hat eine Selbsthilfeorganisation für Morbus Bechterew Patienten in Nordenham besucht und erzählt hier, wie beeindruckend der Besuch für sie war.

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Vera Cordes macht Visite bei der Morbus Bechterew-Selbsthilfe-Gruppe in Nordenham.

Nein, so stellt man sich Menschen mit einer unheilbaren, höchst schmerzhaften Erkrankung nicht vor: gut gelaunt, unternehmungslustig, schlagfertig und optimistisch. Die Mitglieder der Morbus Bechterew-Selbsthilfe-Gruppe Nordenham, die ich im Rahmen unserer Aktion "Wünsch dir deinen NDR" kennenlernen durfte, halten nichts davon, sich gegenseitig ihr Leid zu klagen. "Aber wenn mal einer durchhängt, fangen wir den natürlich auf, ist doch klar," versichert Klaus, der zusammen mit Marga schon die 80 erreicht hat, aber so fit wirkt, als wäre er gerade erst im Rentenalter.

Mich beeindruckt die ungeheure Power der "Bechtis", wie sie sich nennen. Dabei gab es, als Hans-Dieter die Gruppe zusammen mit Sigrid, Uwe, Reiner und Thomas vor drei Jahrzehnten gründete, noch nicht einmal wirksame Medikamente gegen die Spondylitis ankylosans, wie Morbus Bechterew im Ärztedeutsch heißt. Es ist eine Form von Rheuma, bei der sich vor allem die Wirbelgelenke entzünden, was im Laufe der Zeit zur Versteifung führt.

Regelmäßiges Funktionstraining ist das beste Mittel gegen die Krankheit

Aber die Truppe in Nordenham, die sich gemeinsam mit 39 gleichgesinnten Selbsthilfegruppen im Landesverband Niedersachsen der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) zusammengetan hat, wusste schon damals: Das einfachste, beste und gesündeste Mittel gegen den gefürchteten Buckel ist regelmäßiges Funktionstraining. Doch das zu bekommen, ist nicht immer einfach. Rüdiger Schmidt, Martina Irrgang und Hans-Dieter Wiegers arbeiten im Vorstand des Landesverbandes und sind mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit jeden Tag vollauf beschäftigt. "Die Bürokratie macht uns das Leben leider zusätzlich ziemlich schwer", erklärt Rüdiger Schmidt.

Selbsthilfegruppen: Viel mehr als nur gemeinsam turnen

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Vera Cordes ist beeindruckt: Das wöchentliche Funktionstraining hilft!

Trotzdem stellen die Selbsthilfegruppen jede Menge Aktivitäten auf die Beine: spielen Badminton und Volleyball, unternehmen gemeinsame Radtouren, Wanderungen, Grillabende und machen sogar zusammen Urlaub. Partner inklusive. Jüngstes Mitglied ist Jens. 53 Jahre, seit zwei Jahren Diagnose Bechterew: "Ich konnte plötzlich keine Treppe mehr hochkommen. So schmerzhaft war das." Seit zwei Monaten ist er Mitglied in der Selbsthilfegruppe Nordenham und beim wöchentlichen Funktionstraining aktiv. Sein erstes Fazit: In diesen zwei Monaten habe er sich besser gefühlt, als die gesamten zwei Jahre davor. Über den Wert von Selbsthilfearbeit sagt das alles. Ich bin begeistert und wünsche alles Gute. Weiter so!

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Dieses Thema im Programm:

Visite | 30.04.2019 | 20:15 Uhr

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