Hinnerk Baumgarten im Einsatz für die Feuerwehr Bad Oldesloe

Stand: 18.10.2020 21:36 Uhr

Bei der Publikumsaktion "Wünsch Dir Deinen NDR" konnten sich Hörer, Zuschauer und Nutzer für einen Besuch bewerben. Für Hinnerk Baumgarten ging es zur Freiwilligen Feuerwehr in Bad Oldesloe.

von Hinnerk Baumgarten

Es ist einer der letzten heißen Sommertage im September, 30 Grad im Schatten und ich ahne schon, dass viel Schweiß fließen wird. Um unseren Dreh bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Oldesloe zu unterstützen, sind viele Feuerwehrleute gekommen oder haben ihren freien Nachmittag geopfert. Freiwillig, ohne, dass jemand eingeteilt werden musste.

Ohne die Freiwillige Feuerwehr geht es nicht

Ich lerne, dass ohne Freiwillige Feuerwehr nichts geht. Die Berufsfeuerwehr allein könnte die Probleme nicht bewältigen, dafür gibt es schlicht zu wenige. Beinahe jede Gemeinde hat eine Freiwillige Feuerwehr, die nahezu gleich ausgestattet und genauso straff organisiert ist, wie die Berufsfeuerwehr. Aber eben freiwillig, ohne das Ehrenamt läuft in der Brandbekämpfung oder bei Notfalleinsätzen nichts.

Training für den echten Einsatz

Heute Nachmittag soll ich einen kleinen Einblick bekommen, welche Aufgaben auf einen Feuerwehrmann zukommen können. Los geht’s mit der richtigen Klamotte: Weg mit den Flipflops, her mit den Stiefeln. Dazu dicke Hose und Jacke, teilweise feuerabweisend. Wie ich später feststelle, lässt die Jacke auch kein Wasser nach draußen. Helm und Handschuhe dazu, und auf geht’s zu den vier Trainingsstationen:

Hinnerk Baumgarten übt mit der Feuerwehr Bad Oldesloe eine Person aus einem Unfallwagen zu befreien. © NDR Foto: Birgitta Fuhrken
Die Arbeit mit der hydraulischen Schere ist schweißtreibend - und hier ist es nur eine Übung.

1. Unfallwagen mit eingeschlossenem Verletzten: Der hydraulische Rettungssatz kommt zum Einsatz. Zuerst der Spreizer zum Öffnen der verklemmten Tür, dann die Rettungsschere zum Abtrennen vom Dach. Gewicht jeweils 30 Kilogramm, der Schweiß läuft unter'm Helm. Nach 20 Minuten bin ich völlig am Ende. Erschwerend kommt noch die Corona-Maske dazu, ich koche unter'm Feuerwehranzug. Respekt vor dieser Arbeit.

2. Mit dem Steiger an der Feuerwehrleiter: Es geht in die Höhe, um den Einsatz an einem Hochhaus zu simulieren. Zwölf Meter, mehr schaffe ich nicht. In so einem Korb kriege ich schlicht ein heftiges mulmiges Gefühl. Möglich wären mehr als 30 Meter.

Hinnerk Baumgarten schaut direkt auf das Feuer. © NDR Foto: Nils Utzig
Heißes Fett und Wasser sorgen für eine beängstigend hohe Stichflamme.

3. Heißes Fett kommt mit Wasser in Kontakt: Ich verfolge das Ganze nur und wir machen die entsprechenden Aufnahmen mit der Kamera. Fett wird erhitzt und dann werden nur 150 Milliliter Wasser drauf gekippt. Wow, die Stichflamme ist fünf Meter hoch! Das sollte man im Hinterkopf haben, wenn in der Küche mal das Fett in der Pfanne zu heiß geworden ist: Nie mit Wasser ablöschen.

4. Brennende Person: Hier ist tatsächlich entschlossenes Handeln gefragt. Nach Möglichkeit müssen die Flammen mit einer Decke am Körper erstickt werden. Gut, wenn man so etwas einmal geprobt hat, um im Ernstfall nicht zu zögern.

Was soll ich sagen: Anstrengend, aber echt lehrreich. Hinterher bei der gemeinsamen Pizza, gibt es noch die Geschichten, wer wo wann einen komplizierten Einsatz hatte. Jeder, aber wirklich jeder ist hier mit dem Herzen dabei. Und das völlig freiwillig. Großartig.

Logo der Aktion Wünsch dir deinen NDR in einem Fensehmonitor, daneben steht ein Hund mit einer Leine im Maul (Montage) © NDR, Nicolas Maack, istockphoto, Fotolia.com Foto: George Peters, René Mansi, DragoNika

"Wünsch Dir Deinen NDR" - Für Hörer, Zuschauer und Nutzer

Bei der Programmaktion konnten sich Hörer, Zuschauer und Nutzer für einen Besuch bewerben oder sich Musikwünsche erfüllen. mehr