Stand: 04.05.2018 17:00 Uhr

Die Antworten auf Ihre Fragen

Nach und nach erreichen uns viele Fragen von Zuhörern, Zuschauern und Nutzern unserer Internetangebote. Wir werden jede Frage persönlich beantworten. Einige der Fragen und Antworten können Sie hier nachlesen.

Rundfunkbeitrag

Viele fragen uns: "Warum muss ich eigentlich Rundfunkbeitrag zahlen, wenn ich gar keine öffentlich-rechtlichen Angebote nutze?"

Lutz Marmor, NDR Intendant: Das ist eine Entscheidung des Gesetzgebers. Sie soll eine zuverlässige Informationsversorgung und -kultur ermöglichen. Auf diese Weise haben private Sender auch deutlich mehr Freiheit, andere und eigene Angebote zu machen. Ich glaube, das ist richtig. Es gibt auch Menschen, die vom Rundfunkbeitrag befreit sind. Das zahlen die anderen Rundfunkbeitragszahler mit. Sonst könnte der Beitrag günstiger sein. Ich glaube, diese Solidarität ist für eine Gesellschaft wichtig. Das Wort nimmt ja kaum einer in den Mund in diesen Zeiten. Ich halte dieses Konzept für durchaus zeitgemäß.

Zusammenarbeit von Radio und Fernsehen im NDR

Steffi Schöhl aus Gettorf war mit einer Besuchergruppe im Landesfunkhaus und fragt: "Gehören NDR Radio und NDR Fernsehen zusammen und wer beim Radio arbeitet, ist der dann auch automatisch beim Fernsehen und andersherum?"

Volker Thormählen, Direktor des Landesfunkhauses Schleswig-Holstein: "Ja, das gehört zusammen. Wir arbeiten alle beim NDR und hier beim NDR in Schleswig-Holstein da arbeiten wir sogar alle unter einem Dach, also Kollegen aus dem Hörfunk, aus dem Fernsehen und aus der Online-Abteilung. Viele Kollegen arbeiten für mehr als ein Medium. Wir brauchen aber auch Spezialisten, darum gibt es auch viele, die beispielsweise nur für Fernsehen oder Hörfunk arbeiten. Aber es werden immer mehr, die mehr als ein Medium bedienen. Das heißt, wir werden auch effizienter. Denn für ein Thema brauchen wir nicht mehrfach recherchieren, sondern ein Kollege übernimmt dann die gesamte Berichterstattung für alle Ausspielwege. Das gilt auch für die Nachwuchskräfte bei uns im Hause, die bei uns ihre Ausbildung machen. Die lernen heutzutage alles - und daher gibt es immer mehr Journalisten, die für mehr als ein Medium arbeiten."

Webcam im Studio

Julia Oppermann aus Kiel fragt per Messenger: "Warum habt ihr eigentlich keine Webcam?"

Andrea Wahlfeld, Chefin vom Dienst: "Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die eher statische Sicht ins Studio durch eine Webcam auf die Dauer doch ziemlich langweilig ist und wenig angeschaut wird. Denn man sieht die Moderatorinnen und Moderatoren einfach nur am Sendepult sitzen und hat kaum Bewegung. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, immer dann den Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, wenn im Studio etwas los ist. Also wenn zum Beispiel Studiogäste im Studio sind oder wenn wir eine Aktion haben, dann gibt es immer viele Fotos oder auch Videos auf unseren Online-Seiten oder auf Facebook. Wir finden, dass wir so viel mehr Aktivität hinter den Kulissen zeigen können als mit einer statischen Webcam."

Themenplanung von "Zur Sache"

Antje Neurath aus Krokau war mit einer Besuchergruppe bei uns im Sender und fragt: "Ich höre sehr gerne die Sendung Zur Sache und würde gerne wissen, wie lange im Voraus die Themen geplant werden?"

Reinhard Mucker, Nachrichten und Aktuell Chef: "Meistens werden die Themen für unsere Sendung Zur Sache etwa drei bis vier Wochen im Voraus geplant, damit wir gründlich recherchieren können und zum Beispiel auch die besten Interviewpartner für die Sendung einladen können. Natürlich möchten und können wir auch jederzeit auf aktuelle Themen reagieren. Da sind wir flexibel. Es kann also sein, dass die Themen für die Sendung am Sonntagabend auch mal nur drei oder vier Tage vorher feststehen."

Titelanzeige im Autoradio

Rosi Stöcken fragt über den App-Messenger: "Warum bekomme ich in meinem Autoradio nicht mehr den Interpreten und den Titel angezeigt? Da steht immer nur "NDR 1 SH"."

Walter Tahal, Digitalkoordinator: "Es gibt zwei verschiedene technische Möglichkeiten, das Autoradio mit Informationen zu beliefern. Wir haben uns vor einiger Zeit dafür entschieden, über den sogenannten RDS-PS-Modus immer unsere Sender-Information, also NDR 1 SH anzuzeigen. Wenn Sie unsere Titel und Interpreten angezeigt haben möchten, dann müssen Sie an Ihrem Autoradio den Radiotext anschalten. Wie das geht, steht in Ihrer Bedienungsanleitung oder Sie fragen in Ihrer Autowerkstatt nach. Leider können manche ältere Autoradios nicht auf den Radiotext umschalten."

Musik auf NDR 1 Welle Nord

Hartmut Kissel aus Bad Bramstedt hört NDR 1 Welle Nord und fragt uns in einer E-Mail: "Habt ihr noch ein analoges Archiv mit Schallplatten und Magnetbändern? Oder liegt bei euch schon alles digital vor?"

Sylvia Micke, Archivleiterin: Seit Ende der 90er Jahre werden Beiträge und Sendungen im NDR digital produziert und im digitalen Langzeitarchiv aufbewahrt. Ein analoges Archiv existiert nicht mehr. Tagesaktuelle Beiträge und Sendungen dokumentieren wir. Alles, was schon vorher entstanden ist, und alles, was wir als LP, Magnetband oder CD in die Hände bekommen, wird von uns digitalisiert.

Gabi Langer aus Neumünster fragt per Telefon: "Warum spielt ihr keine Schlager und so wenige deutsche Interpreten?"

Volker Schulz, Musikchef: "Wir möchten möglichst vielen Hörerinnen und Hörern ein angenehmes Begleitprogramm durch ihren Alltag bieten. Dabei ist die Musik besonders wichtig. Deshalb befragen wir unsere Zielgruppe regelmäßig nach ihren musikalischen Vorlieben und Abneigungen und erhalten seit langem immer wieder ähnliche Ergebnisse: Die meisten Menschen der Generation 50plus hören gerne Pop- und Rock-Musik, ganz besonders Hits aus der Zeit ihrer Jugend. Sie sind aber auch an aktuellen Titeln interessiert. Wir stellen also das Musikprogramm nach den Erkenntnissen ausführlicher Studien - durchgeführt von renommierten Medienforschungsunternehmen - zusammen. Diese Studien kommen unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Befragten Schlager oder Volksmusik-Titel nicht gerne im Radio hört. Besonders viele Menschen sagen sogar, dass sie ein Radio-Programm, das Schlager spielt, ab- beziehungsweise gar nicht erst einschalten würden. Uns ist aber auch klar, dass wir nicht jeden Geschmack treffen können."

Juliane Dreyer aus Kiel war mit einer Besuchergruppe bei uns im Sender und fragt: "Mich hat schon immer mal interessiert, wie das mit der Musik funktioniert: Wer wählt die Musik aus, wie wird ausgewählt und wie merkt ihr euch, was gespielt wurde?"

Volker Schulz, Musikchef: "Für diese Arbeit haben wir im Hause eine Musikredaktion. Die besteht aus vier Personen, die dafür zuständig sind. Den einzigartigen Klang von NDR 1 Welle Nord zusammen zu stellen, ist nicht ganz einfach. Wir spielen viele Hits - unsere Songs müssen bekannt sein, wir wollen dabei aber auch entspannt und freundlich klingen. Um das zu erreichen, fragen wir auch immer wieder unsere Hörer, welche Songs sie gerne hören wollen: Alles zusammen ergibt den unverwechselbaren Sound von NDR 1 Welle Nord. Bei der Arbeit hilft uns ein Computer - denn so viele Titel, wie bei uns laufen, die könnten wir uns gar nicht alle merken. Mit Hilfe des Computers können wir dann auch genau sehen, wann und wie oft ein Lied bei uns gelaufen ist."

Ein anonymer Anrufer fragt über das Hörertelefon: "Welches Format hat eure Musik und wie wird sie ausgespielt?"

Ralph Schult, Produktionsingenieur: "Die Musik wird heute fast ausschließlich aus dem Computer abgespielt. Das Format nennt sich MPEG-2, das ist ein Vorläufer des heute weit verbreiteten und bekannten MP3-Formats. Dieses Format spart sehr viel Speicherplatz. Dazu ein Blick in die Geschichte: Ende der 90er-Jahre haben wir angefangen den Hörfunk zu digitalisieren und Speicher war noch extrem teuer. Damals haben wir mit zwei Terrabyte für den gesamten Hörfunk angefangen. Heute hat das fast jeder heimische PC. Das neue digitale Format spart auch viele Kosten, denn früher kam die Musik immer von Schallplatte oder Tonband. Jeden Titel gab es quasi nur ein Mal im Sender - und jedes Mal musste ihn ein Mitarbeiter vom Archiv zur Sendung bringen, wenn er gespielt werden sollte. Kopien konnte man nur in Echtzeit machen, das heißt, ein Titel musste wirklich einmal komplett abgespielt werden. Heute geht das per Mausklick. Außerdem können alle Mitarbeiter gleichzeitig auf die Musik beziehungsweise das Audio zugreifen. Radio zu machen ist damit auch sehr viel schneller geworden."

Bernd Sindermann aus Heikendorf hat eine Frage am Hörertelefon an uns gerichtet: "Warum spielt ihr keine deutschen Weihnachtslieder mehr?"

Volker Schulz, Musikchef: "Radio und Weihnachten ist ein ganz schwieriges Thema für uns, weil es zum einen mit ganz vielen Gefühlen verbunden ist und zum anderen jeder Hörer eine ganz andere Einstellung dazu hat. Wir spielen Weihnachtslieder und auch deutschsprachige Weihnachtslieder, aber nicht mehr so viele und auch andere Lieder als früher. Das hat den Hintergrund, dass wir unseren Hörern einen begleitenden Sound anbieten wollen - also ein ganz bestimmtes Klangbild, das sie durch den Tag begleitet. Da passen Kinderchöre und Tenöre - also, was wir musikalisch als weihnachtliche Anmutung wahrnehmen - nicht mehr dazu. Auch "Stille Nacht" und "Morgen kommt der Weihnachtsmann" verträgt sich nicht so gut mit unserem restlichen Sound. Trotzdem werden wir Weihnachtslieder spielen: An den Adventssonntagen tun wir das bereits. Nach dem dritten Advent werden wir dann auch werktags jede Stunde Weihnachtslieder hören und am Heiligabend selbst werden ab 16 Uhr nur noch Weihnachtslieder laufen. Ich hoffe, dass unsere Hörer so zufrieden sind und ein fröhliches Weihnachtsfest haben."

Tina Lößner aus Wöhrden hat sich per E-Mail an uns gewandt. Ihre Frage lautet: "Ich habe das Gefühl, dass ihr immer die gleichen Titel spielt! Kann das sein?"

Kay Ewen, Musikredakteur: Wir sind hier in Schleswig-Holstein der Sender mit dem größten Musikrepertoire. Wir spielen die Titel, die zu den besten und schönsten Songs aus den letzten drei bis vier Jahrzehnten zählen. Die wiederum schönsten davon, von den beliebtesten Interpreten, haben wir ganz bewusst auch etwas häufiger im Programm. Elton John ist zum Beispiel sehr beliebt bei unseren Hörern. Deswegen taucht er auch häufig im Programm auf - allerdings mit sehr vielen unterschiedlichen Titeln, sodass auch Abwechslung besteht. Das Wiederkehren der absoluten Lieblingshits ist wichtig, damit jeder  - egal wann er einschaltet und wie lange er uns hört - seinen persönlichen Favoriten verlässlich zu hören bekommt.

Franz-Josef Kleine-Wilde aus Bargteheide hat uns eine Mail geschickt und will wissen: "Was soll das Gequatsche auf die Titel?"

Horst Hoof, Morgenmoderator: "Gequatsche" - das hören wir als Moderatoren natürlich gerne. Aber Spaß bei Seite, wir nehmen das ganz anders wahr. Wir finden, dass die Musik und das Gesprochene beim Radio zusammen gehören. Alle Elemente, die in unserem Programm auftauchen, sollen in einander übergehen, sodass es möglichst gut klingt. Das "Gequatsche auf die Titel" soll für einen besseren Programmfluss sorgen. Es hat sogar einen professionellen Namen, das heißt "Ramp-Talk". Die Rampe, auf der sich ein Song hin zum Gesungenen aufbaut, nutzen wir gerne. Dazu gibt es sogar Seminare und Kurse - unter Radiomoderatoren gilt der "Ramp-Talk" sogar als die Königsdisziplin. Deshalb starten wir den Song schon, während wir noch reden.

Rainer Hornkohl aus Flensburg hat uns per Mail geschrieben und fragt: "Warum spielt ihr den ganzen Tag nur Titel, bei denen gesungen wird? Der Bereich der Instrumental-Musik wird von euch komplett ignoriert!" 

Kay Ewen, Musikredakteur: "Da muss man einfach noch mal betonen, dass wir ein Hit-orientiertes Radioprogramm sind. Naturgemäß gibt es im Instrumentalbereich deutlich weniger Titel, die so beliebt wurden, dass sie sich als Hit einordnen ließen. Die paar, die es dennoch geschafft haben, lassen sich vor allem im Bereich des Film oder Fernsehen verorten und sprechen dann auch meist nur diejenigen an, die diese Filme oder Fernsehsendungen auch gesehen haben. Das unglaublich große Spektrum an Erfolgssong steht dann doch bei der Erwartung unserer Hörer an erster Stelle. Darauf stellen wir uns natürlich ein, besonders im Tagesprogramm. Der Abend bietet hingegen die Möglichkeit ein bisschen spezieller im Musikangebot zu werden und da lässt sich - gar nicht mal so selten - auch der eine oder andere Instrumentaltitel entdecken.

Über unser Hörertelefon hat mehrfach die Frage erreicht, warum wir Songs nicht zu Ende spielen, sondern der Moderator sie ausblendet?

Volker Schulz, Musikchef: Grundsätzlich wollen wir bei NDR 1 Welle Nord alle Titel immer ausspielen. Wir wissen natürlich, wie ärgerlich das ist, wenn der Lieblingstitel unterbrochen wird. Aber auch bei uns hat die Stunde nur 60 Minuten - die Musik ist genau geplant und es kann immer mal etwas Aktuelles dazwischen kommen. Zum Beispiel eine aktuelle Verkehrsmeldungen und manchmal sind Beiträge länger als geplant. Dann müssen die Moderatoren doch mal die Titel ausblenden. Das soll möglichst nicht vorkommen, aber so ist das live beim Radio. Außerdem hat das auch was mit dem Programmfluss zu tun. Manchmal wird der Titel hinten raus so leise, dass die Moderatoren ihn schon vorzeitig ausblenden müssen.

Angela Dietrich aus Hutzfeld fragt: „Warum sagt ihr Titel immer in umgekehrter Reihenfolge an?"

Horst Hoof, Morgenmoderator: Während ich die folgenden Titel im Programm moderiere, spiele ich ja in der Regel schon einen der Titel. Das heißt: Sie hören dann schon Musik im Hintergrund. Es hat sich im Radio etabliert, dass man dann den Künstler, der jeden Moment anfängt zu singen, zuletzt nennt. Dann wissen die Hörer, welcher Künstler und welcher Titel da jetzt gerade zu hören ist. Andersherum wäre es komisch, wenn ich sagen würde: Jetzt haben wir erst Madonna, dann Sting und dann Elton John. Und dann fängt Madonna an zu singen. Wer sich das mal ausgedacht hat, weiß ich nicht. Aber das hat sich total durchgesetzt beim Radio-Machen. Ich kenne keinen Sender, der das anders macht.

Besuchergruppen im Landesfunkhaus

Elke Krohn aus Grokau war mit einer Besuchergruppe bei uns im Sender und fragt: "Warum dürften nur acht Leute zur Besuchergruppe kommen?"

Andreas Schmidt, Öffentlichkeitsarbeit: "Wir haben im Landesfunkhaus in Kiel das modernste Fernsehstudio vom NDR. Allerdings sind dafür auch technische Umbauten nötig gewesen, zum Beispiel brauchen die Kameras und das Moderatorenpult mehr Platz. Daher können aus Sicherheitsgründen immer nur acht Personen an der Führung durch das Landesfunkhaus in Kiel teilnehmen."

Moderatoren

Nils Ressel aus Scharbeutz nutzt den Messenger der NDR Schleswig-Holstein App. Er hat uns folgende Nachricht geschickt: "Warum moderiert bei NDR 1 Welle Nord nur ein Morgen-Team und nicht mehrere Teams im Wechsel?"

Bettina Freitag, Hörfunkchefin: Das ist eine gute Frage, denn das könnte man so machen. Wir sehen das so: Unsere Morgenmoderatoren Mandy Schmidt und Horst Hoof sitzen mit unseren Hörern morgens am Frühstückstisch. Und ich möchte nicht jeden Morgen jemand anderes am Frühstückstisch sitzen haben. Sie sind für unsere Hörer auch etwas wie gute Freunde, und von denen hat man ja auch nicht so viele.

Außerdem möchte Nils Ressel wissen: "Warum wurde nur Horst Hoof damals im Schleswig-Holstein Magazin vorgestellt und zum Beispiel nicht auch Julian Krafftzig - der ist ja auch neu ins Moderationsteam gekommen? Wie lange arbeiten die Moderatoren bei euch und werden sie irgendwann ausgetauscht?"

Petra Bocken, Magazin-Chefin: Beim Radio ist die wichtigste Sendung der Morgen. Das ist anders als beim Fernsehen - dort ist die beste Sendezeit ja am Abend. Aber Radio ist nach wie vor das Medium, das die Menschen morgens beim Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit nutzen. Also bekommt der Moderator, der die Morgensendung bei einem Radiosender moderiert, immer besonders viel Aufmerksamkeit. Deswegen haben wir Horst Hoof als Hauptmoderator von Guten Morgen Schleswig-Holstein auch im Schleswig-Holstein Magazin vorgestellt. Die Moderatoren beim NDR sind bis auf wenige Ausnahmen alle als freie Mitarbeiter beschäftigt. Moderation ist somit immer eine Aufgabe auf Zeit. Manchmal müssen wir uns von einem Moderator trennen, oft verlassen aber die Moderatoren das Team, um sich anderen Aufgaben zu widmen. Es gibt dafür aber keine festen Vorgaben. Manche bleiben wenige Jahre bei uns, andere Moderatoren sind hier schon zehn Jahre und länger.

Und schließlich fragt Nils Ressel: "Was machen die Frühmoderatoren vor 5 und nach 10 Uhr?"

Horst Hoof, Mandy Schmidt: "Unsere Schicht beginnt so um 4 Uhr morgens, dann kommen wir mit den Frühredakteuren zusammen, besprechen die Themen des Tages und die anstehende Sendung. Natürlich müssen wir unsere Sendung und unsere Moderationen auch noch vorbereiten, bevor es los geht. Auch nach der Sendung sind wir noch in der Redaktion eingespannt. Zum Beispiel besprechen wir in einer Konferenz, welche Themen am nächsten Tag anstehen und wie wir die Themen unterhaltsam im Programm umsetzen können. Außerdem haben wir oft noch Termine, zum Beispiel Fototermine, oder wir fahren raus zu unseren Hörern für eine Aktion. Regelmäßig haben wir dann auch noch "Air Checks". Da bekommen wir Feedback zu unseren Sendungen und überlegen, was wir für unsere Hörer noch besser machen können. Also auch wenn wir "nur" von 5 bis 10 Uhr morgens im Radio zu hören sind, arbeiten wir auch noch darüber hinaus.

Wiebke Dammann hat sich per E-Mail bei uns gemeldet. Sie möchte wissen: "Warum gibt es immer mehr Doppelmoderationen bei NDR 1 Welle Nord? Ist das nicht teurer, als wenn nur ein Moderator die Sendung macht? Von 9.30 bis 10 Uhr sind sogar vier Moderatoren on Air!"

Bettina Freitag, Hörfunkchefin: "Wir machen uns ja immer sehr viele Gedanken drüber, wie unser Programm bei den Hörerinnen und Hörern im Land ankommt. Was wir ganz genau wissen, ist, dass unserer Moderatoren bestimmte Fan-Gruppen haben und auch unterschiedliche Menschen ansprechen. Jan Bastick hat zum Beispiel ganz andere Fans als Maja Herzbach und wir wollen ja alle Schleswig-HolsteinerInnen mit unserem Programm erreichen. Deswegen haben wir uns dafür entschieden, die tollen Kollegen, die wir hier haben, häufiger ins Programm zu bringen. Wir wissen auch, dass Doppelmoderationen als unterhaltsamer und kommunikativer wahrgenommen werden - da geht auch der Trend hin. Aber: Wir haben für unser Programm ein bestimmtes Budget. Wenn wir an der einen Stelle mehr Geld ausgeben, dann müssen wir es an anderer Stelle einsparen. Das ist als öffentlich-rechtlicher Sender auch unser Auftrag, sorgfältig mit unseren Geldern umzugehen. Und zur Frage nach den vier Moderatoren zwischen 9.30 und 10 Uhr: Maja Herzbach und Jan Bastick fangen ja schon früh morgens an zu arbeiten, um die Sendung vorzubereiten, sie kommen ja nicht erst um 10 Uhr in den Sender und gehen direkt auf Sendung. Wenn sie also eine halbe Stunde früher ins Studio kommen, dann kostet das keinen Cent mehr - dafür haben wir ein schönes Spiel etabliert, an dem alle Moderatoren viel Spaß haben und wir merken auch, dass von den Hörern viel positives Feedback zu diesem neuen Angebot auf NDR 1 Welle Nord kommt."

Niklas Höhne aus Kiel fragt: "Ist Radiomoderator ein Ausbildungsberuf?"

Horst Hoof, Moderator: "Nein, ein klassischer Ausbildungsberuf ist das nicht. Aber es gibt typische Stationen, die die meisten Moderatoren hier bei uns durchlaufen haben. Am besten macht man erst mal ein Praktikum beim Radio. Wenn man dann talentiert ist und gut ankommt, folgt normalerweise eine freie Mitarbeit. Die meisten machen dann ein Volontariat. Das ist eine in der Regel zweijährige Ausbildung zum Redakteur, da durchläuft man alle Stationen eines Radiosenders und lernt das journalistische Handwerk. Irgendwann darf man in der Regel dann auch mal moderieren und wenn man gut ankommt und besonderes Talent hat, dann kann man Radiomoderator werden. Aber einen festen Weg gibt es dafür nicht. Wir haben auch Kollegen, die eher zufällig oder als Quereinsteiger beim Radio gelandet sind."

Dörthe Geisler aus Gudendorf schreibt: "Hallo! Ich habe bei einem Aufenthalt in Bochum feststellen müssen, dass euer Moderator Jan Malte Andresen auch bei WDR 2 arbeitet. Ist er denn beim NDR nicht festangestellt?"

Petra Bocken, Magazin-Chefin: "Jan Malte ist wie alle unsere Moderatoren ein freier Mitarbeiter. Deswegen ist er nicht exklusiv an unser Haus gebunden. Er arbeitet also hier bei der NDR 1 Welle Nord, aber auch beim Schleswig-Holstein-Magazin und der Tagesschau. Zusätzlich hat er auch ein Engagement beim WDR - das begrüßen wir. Denn unsere freien Mitarbeiter bringen auf diese Weise auch Erfahrungen aus anderen Redaktionen mit, von denen wir nur profitieren können."

Bendix Grimm aus Hamburg hat uns eine Nachricht über den Messenger der NDR Schleswig-Holstein App geschickt und fragt, was unsere Moderatoren machen, wenn gerade Musik läuft.

Horst Hoof, Morgenmoderator: Gut aussehen natürlich! Scherz beiseite, wir haben hinter den Kulissen ziemlich viel zu tun, deswegen bekommen wir gar nicht so viel von unserer Musik mit. Ich kümmere mich als Moderator zum Beispiel darum, dass die Songs abgespielt werden. Außerdem muss ich auch die sogenannten Drops und Jingles dazwischen abspielen, sodass alle Hörer wissen, dass sie gerade NDR 1 Welle Nord eingeschaltet haben. Während die Musik läuft, bereiten wir auch die nächsten Sendeplätze vor. Dazu sprechen wir uns mit den Redakteuren ab. Wir haben manchmal schon Interviewpartner am Telefon, um ein Vorgespräch zu führen oder ein Gespräch aufzuzeichnen. Außerdem kontrollieren wir natürlich permanent die Verkehrslage und das Wetter. Auch dafür sind oftmals Absprachen nötig, zum Beispiel mit den Leitstellen der Polizei oder unserem Verkehrsstudio in Hamburg. Also auch wenn gerade Musik läuft, haben wir so einiges zu tun.

Größe des Sendestudios

Benjamin Groenecke aus Pinneberg fragt über den Messenger: "Wie groß ist eigentlich Euer Sendestudio?"

Horst Hoof, Moderator: "Unser Studio ist 23 Quadratmeter groß, das entspricht einem durchschnittlichen deutschen Wohnzimmer. Ein bisschen verwinkelt ist es. Mit vielen großen Glasscheiben, zum Redaktionsraum und zum Nachrichtenstudio nebenan. In der Mitte das Sendepult, mit ganz schön vielen Reglern, und dahinter sechs Computerbildschirmen. Da sehen wir den Musiksendeplan, da laufen die aktuellen Verkehrsmeldungen auf, da sehen wir, wenn Sie uns anrufen und alles mögliche. Wir haben aber noch zwei weitere Studios - das Nachrichtenstudio nebenan und dahinter noch ein zweites Ersatz-Sendestudio, wenn hier mal die Technik muckt oder so."

Wetter und Verkehr

Enne Heinecke aus Schönberg war mit einer Besuchergruppe im Landesfunkhaus und fragt: "Wo hat Meeno Schrader seine Infos für die Wetterkarte her?"

Meeno Schrader, Wetterexperte: "Die Wettervorhersagen werden komplett in meiner Firma "Wetterwelt" von meinen Mitarbeitern und mir erstellt. Dazu kaufen wir die Rohdaten von einer ganzen Reihe von Vorhersagemodellen ein. Diese Daten dienen als Grundlage und werden mit Hilfe von bestimmten Verfahren veredelt. Dann machen sich die Meteorologen aus meiner Firma daran, die Daten zu interpretieren, um zu einer Vorhersage zu kommen. Dazu gehört natürlich das fachliche Wissen, jede Menge Erfahrung aber auch Lokalkolorit. Dann müssen die gewonnenen Erkenntnisse noch so übersetzt werden, dass die Hörer von NDR 1 Welle Nord und die Zuschauer vom Schleswig-Holstein-Magazin sie verstehen und sich gut informiert fühlen."

Janine fragt über den Messenger: "Wie ist das möglich, dass ihr regionales Wetter sendet und immer so perfekt in die Moderation einbauen könnt?"

Mandy Schmidt, Moderatorin: "Schleswig-Holstein ist sendertechnisch in fünf Bereiche aufgeteilt. Wir haben Sender in Kiel-Kronshagen, Flensburg, Heide, im Bereich Neumünster und auf dem Bungsberg für den Bereich Süd-Ost Schleswig-Holstein. Rein theoretisch könnten wir auf jedem Sender ein anderes Programm laufen lassen. Genau das machen wir beim Wetter. Dafür schalten wir vier Mal am Morgen die Sender auseinander, damit alle Menschen in Schleswig-Holstein das perfekte Wetter für ihre Region bekommen. Ich flitze also immer kurz vor den Wettermeldungen in das Studio gegenüber und spreche für jede Region einzeln das Wetter ein. Die Technik kümmert sich dann darum, dass jede Region auch das richtige Wetter zu hören bekommt. Schleswig-Holstein ist ja ganz schön groß und da kann es schon mal im Norden regnen und im Süden scheint die Sonne - oder andersherum. Übrigens funktioniert das technisch genauso, wenn wir in unsere Studios für die regionalen Nachrichten schalten. Auch da gibt es ganz passgenau die wichtigsten Nachrichten für die Region!"

Frau Greggersen aus Schleswig fragt über das Hörertelefon: "Warum spielt ihr unter den Verkehrsmeldungen Musik ab?"

Markus Stratmann, Musikredaktion: "Es gibt Untersuchungen, die sagen, dass lange Wortblöcke mit eintönigem Inhalt - wie zum Beispiel Verkehrsmeldungen - angenehmer nebenbei zu hören sind, wenn darunter Musik liegt. Bei Umfragen sagen so gut wie alle Radiohörer, dass ihnen die Verkehrsmeldungen wichtig sind. Allerdings sitzt nicht mal die Hälfte der Hörer im Auto, wenn die Verkehrsmeldungen kommen. Von denen, die im Auto sitzen, interessieren sich viele in dem Moment gar nicht für den Verkehrsservice, weil sie eh nur kurz zum Einkaufen fahren oder Kinder abholen. Sprich, immer wenn wir den Schleswig-Holstein-Service machen, interessiert das die meisten Hörer in dem Moment gar nicht so sehr. Wir legen also Musik unter die Verkehrsmeldungen, damit es für die, die Radio nebenbei hören, angenehmer ist. Wir haben auch versucht, die Musik so wenig störend wie möglich zu machen, damit die Verkehrsmeldungen an sich verständlich bleiben. Wir haben zum Beispiel auf den Einsatz aller Musikinstrumente verzichtet, die für Unruhe sorgen: Schlaginstrumente tauchen nur ganz leise auf und auf elektronische Effekte, die gerade Menschen mit Hörgeräten Probleme bereiten können, haben wir ganz bewusst komplett verzichtet."

Marco Heinz aus Stadum fragt: "Warum sagt ihr Blitzer durch?"

Mandy Schmidt, Moderatorin: "Um die Straßen in Schleswig-Holstein noch sicherer zu machen! Es gibt eine Studie von der Deutschen Hochschule der Polizei. Die besagt, dass sich Blitzermeldungen sogar positiv auf das Fahrverhalten auswirken. Also Autofahrer fahren laut der Studie nicht nur an den Stellen, an denen Blitzer stehen langsamer, sondern überall! An einigen Stellen melden wir die Blitzer allerdings nicht. Nämlich dort, wo die Schwächeren im Straßenverkehr unterwegs sind. In der Nähe von Kindergärten, Schulen oder Altenheimen. Wir wissen aber, dass die Blitzer für die Mehrheit unserer Hörer total wichtig sind. Deswegen geben wir sie auch durch. Wir appellieren natürlich immer an alle nicht zu rasen und rücksichtsvoll zu fahren, deswegen ist unser Motto ja auch "Schleswig-Holstein fährt fair"."

Monika Hartwig aus Kiel hat uns mit einer Besuchergruppe besucht, sie will wissen: "Warum wird das Wetter im Schleswig-Holstein-Magazin neuerdings nur noch aus dem Studio präsentiert?"

Norbert Lorentzen, Fernsehchef: "Wir haben seit Mai 2016 ein wunderbares, neues Studio, da können wir mit Graphiken arbeiten, die ganz anders wirken als bisher. Sie sind sehr übersichtlich und erlauben einen guten Überblick über das Wettergeschehen - diese Möglichkeiten wollten wir gerne nutzen. Ein weiterer Vorteil für die Zuschauer ist, dass die Wetterdaten jetzt viel aktueller sind als früher. Früher wurden die Einspieler gegen 13 Uhr aufgezeichnet. Jetzt fließen wirklich noch die neusten Daten von 19 Uhr mit in die Sendung ein. Daher haben wir uns dazu entschlossen, das Wetter aus dem Studio zu präsentieren."

"Das Wetter für Steinburg, Dithmarschen und auf Eiderstedt." - "Warum heißt es nicht Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland?", wundert sich Gudrun Oschmann aus Hude in Nordfriesland.

Mandy Schmidt, Morgenmoderatorin: Beim Wetter für Ihre Region möchten wir Sie mit möglichst genauen Informationen versorgen. Wir haben fünf Studios mit fünf Sendemasten in Schleswig-Holstein. Die Aufteilung haben wir nach der Reichweite der Sendemasten entschieden. Es ist so, dass Eiderstedt das bessere Signal von unserem Sendemast in Heide empfängt - der Rest von Nordfriesland aber nicht. Sie hören also das Signal aus Heide, weil sie näher an dem Sendemast wohnen. Manchmal überschneiden sich aber die Sendegebiete. Also könnte es auch sein, dass Sie an ihrem Wohnort das Signal und somit das Wetter für Nordfriesland empfangen können. Mancherorts muss man da ein bisschen herum probieren. 

Lars Ericsson aus Gleschendorf hat uns eine Mail geschrieben und möchte wissen: Warum sagt ihr jeden Morgen die gleichen Staumeldungen durch? Langsam weiß doch jeder, dass es sich an bestimmten Stellen jeden Morgen staut.

Andreas Schulz-Caspari, Leiter des Verkehrsstudios: "Wir müssen davon ausgehen, dass nicht immer dieselben Menschen auf den Straßen unterwegs sind. Würden wir jetzt bestimmte Meldungen weglassen, dann würden wir alle, die nicht Pendler sind, die die Strecke nicht kennen, in die Staus rein fahren lassen. Das ist nicht unsere Absicht und deswegen müssen wir um Verständnis bitten. Das hat aber auch den Vorteil, wenn ein Pendler den Stau mal nicht hört, dann ist wirklich die Strecke frei und er oder sie kommt schneller zur Arbeit."

Uta Rocznik aus Kiel hat uns eine Email geschrieben und möchte wissen, warum werden Umleitungen nicht vollständig ausgeführt?

Andreas Schulz-Caspari, Leiter des Verkehrsstudios: "Das ist eine Frage, die wir nahezu täglich diskutieren. Grundsätzlich müssen wir unterscheiden zwischen Umleitungen auf Autobahnen und Umleitungen auf anderen Straßen. Auf Autobahnen ist das einfach, denn zwischen zwei Anschlussstellen gibt es immer eine definierte Umleitung und die ist auch ausgeschildert, die heißt dann zum Beispiel U 42. Bei allen anderen Umleitungen ist das schon ein Problem. Wenn wir die Umleitungen zu ausführlich beschreiben, dann kann sich der Hörer gar nicht alles merken und wird sich gegebenenfalls verfahren. Das gleiche passiert natürlich auch, wenn wir die Umleitungen zu kurz halten. Daher diskutieren wir jeden Tag und treffen die Entscheidungen von Fall zu Fall, damit unsere Hörer sie bestmöglich nachvollziehen können."

Uns hat übers Hörertelefon wiederholt die Frage erreicht: warum gebt ihr im Verkehrsservice Sperrungen durch, die schon aufgehoben worden sind?

Andreas Schulz-Caspari, Leiter des Verkehrsstudios: "Es gibt zwei Arten von Sperrungen: die einen haben Baustellen zum Grund, die anderen einen Unfall oder Bergungsarbeiten. Beide machen uns Sorgen, weil wir dabei auf die Polizei oder die Baubehörde angewiesen sind. Wir mussten leider feststellen, dass es dort nicht immer die höchste Priorität hat, die Verkehrsstudios auf den neusten Stand zu bringen. Deswegen appellieren wir immer wieder an unsere Hörer: Wenn Ihnen etwas auffällt, was nicht mehr aktuell ist, dann kontaktieren Sie uns. Wir werden dem dann nachgehen und schnellstmöglich  recherchieren, wie vor Ort die Lage ist."

Markus Schaube aus Lübeck möchte wissen, wie das eigentlich mit unseren Verkehrsmeldungen funktioniert. Wenn er beim Autofahren mal eine CD hört, dann kommen ja zwischendrin die Verkehrsmeldungen, das hat er so am Radio eingestellt - und manchmal hört er danach noch ein Lied und manchmal geht es nach der Verkehrsdurchsage zurück zur CD ... wie läuft das fragt er uns.

Julian Krafftzig, Moderator: "Vor und nach den Verkehrsmeldungen müssen wir einen Knopf drücken, das ist der sogenannte ARI. Der löst ein Signal aus und das Autoradio weiß dann: Achtung, jetzt wird es wichtig und schaltet auf das Radioprogramm um. Wir haben ja sehr viele Knöpfe hier im Studio und müssen sehr viel gleichzeitig machen. Da kann es also auch mal passieren, dass man diesen Knopf zu früh oder zu spät drückt - und dann hören Sie nicht nur den Verkehrsservice, sondern eben auch noch das was vorher oder hinterher passiert. Das soll natürlich nicht passieren, aber wo Menschen am Werk sind, da gibt es auch immer mal Fehler. Aber alle Moderatoren achten natürlich darauf, dass sie den ARI zum richtigen Zeitpunkt drücken."

Sendungskonzeption im Radio

Frau Schröder aus Tönningen fragt per Mail: "Warum habt ihr die Sendung "Guten Morgen Schleswig-Holstein" verändert?"

Bettina Freitag, Hörfunkchefin: "Eine gute Beobachtung. Wir haben uns in diesem Sommer eine kleine Renovierung bei NDR 1 Welle Nord gegönnt. Es kamen einfach zwei Sachen zusammen, die dafür ausschlaggebend waren. Zum einen wollte Jan Bastick nach fünf Jahren in der Frühsendung mal wieder ausschlafen und etwas anderes machen. Daher moderiert er nun gemeinsam mit Maja Herzbach die Sendung Schleswig-Holstein bis 2 und das kommt sehr gut an. Zum anderen sind wir natürlich ständig in Kontakt mit unseren Hörern und hören gut zu, was sie sich für ihren Sender wünschen und auch darauf haben wir reagiert. Es war dann ein toller Zufall, dass wir Horst Hoof kennen gelernt und für unsere Sendung gewonnen haben - er kommt nämlich sehr gut an bei unseren Hörern. Nun klingt das Programm morgens etwas anders, was sich aber nie ändern wird ist, dass wir die besten Informationen für und aus Schleswig-Holstein bei NDR 1 Welle Nord haben."

Tobias Rummler aus Boostedt hat uns über den Messenger geschrieben: "Warum sagt ihr so oft NDR 1 Welle Nord - also euren Stationsnamen - durch?"

Petra Bocken, Magazin-Chefin: "Bei uns gehört auch ein bisschen "Klappern" zum Handwerk dazu. Wir finden, dass wir ein besonders gutes Programm machen und deswegen möchten wir auch deutlich machen, wer der Absender dieses Programms ist. Wir freuen uns natürlich, dass wir so viele Stammhörer haben, die ganz genau wissen, welchen Sender sie gerade eingeschaltet haben, aber das trifft eben nicht auf alle Hörer zu. Manche hören vielleicht gar nicht so bewusst Radio und andere schalten zwischen den Sendern hin und her. Und genau diese wollen wir damit erreichen, wenn wir unseren Stationsnamen NDR 1 Welle Nord im Radio sagen. Bislang haben wir zum Glück auch noch nicht so viele negative Rückmeldungen dazu bekommen. Wir glauben also, dass sich das Ganze noch in einem verträglichen Rahmen abspielt."

Steffi Sielers aus Eutin hat auch eine spannende Frage: "Wie lange gibt es die NDR 1 Welle Nord?"

Andrea Wahlfehlt, Chefin vom Dienst: "Seit dem 2. Januar 1981 sendet NDR 1 Welle Nord aus dem Landesfunkhaus in Kiel das Radioprogramm des Norddeutschen Rundfunks für Schleswig-Holstein - also seit bald 37 Jahren. Zunächst waren das täglich acht Stunden - seit Januar 1987 gibt es ein sogenanntes Vollprogramm von täglich 17 Stunden - dazu kam das Nachtprogramm, das wir abwechselnd mit den anderen Landesprogrammen des Norddeutschen Rundfunks ausstrahlen.
Die erste Radiosendung für Schleswig-Holstein allerdings, die gab es schon viel früher, im Mai 1951, das war die Sendung "Von Binnenland und Waterkant", die es ja bis heute bei uns im Programm gibt.
Sie ist damit die traditionsreichste Radiosendung in unserem Land - und man hatte sich damals schon zum Ziel gesetzt, die Hörerinnen und Hörer zu unterhalten und über all das zu informieren, was vor ihrer Haustür in Schleswig-Holstein  passiert. Damit hat diese Sendung schon damals den Programmauftrag zum Inhalt gehabt, den wir als Norddeutscher Rundfunk laut Staatsvertrag bis heute erfüllen, und das bedeutet kurz gefasst: Der Information und Bildung sowie der Beratung und Unterhaltung der Hörerinnen und Hörer zu dienen."

Julia Kroohn aus Kiel hat uns über den Messenger geschrieben: "Ich bin totaler Fan von NDR 1 Welle Nord. Kann ich bei euch in der Redaktion ein Praktikum machen?"

Gaby Kies, Verwaltungsleiterin: "Ja, sehr gerne. Schüler und Studenten können sich für ein redaktionelles Praktikum bei uns bewerben. Dazu einfach im Internet nach den Stichworten NDR und Praktikum suchen. Journalistische Vorerfahrungen sind dafür von Vorteil und wer sich frühzeitig um ein Praktikum kümmert, hat die besten Chancen!"

Lothar Sprie aus Schwentinental hat uns eine E-Mail geschrieben und möchte wissen, warum wir so oft unseren neuen Spruch "NDR 1 Welle Nord, wir lieben Musik, wir lieben Schleswig-Holstein" wiederholen?

Bettina Freitag, Hörfunkchefin: "In der Tat, diesen sogenannten "Claim" also unseren Slogan, den wiederholen wir sehr oft und das ist für unsere Stammhörer sehr eingängig. Die denken sich vielleicht irgendwann: "Das weiß ich doch!". Aber wir denken auch an diejenigen, die uns noch nicht kennen und die uns vielleicht nur mal sporadisch einschalten. Die sollten wissen, dass wir diejenigen sind, die Schleswig-Holstein lieben und dass es bei uns immer Ihre Lieblingssongs gibt. Also müssen wir ein bisschen die Waage halten zwischen denjenigen, die unsere Stammhörer sind und denjenigen, die wir noch von unserem Programm überzeugen wollen."

Volker Matusch hat uns über den Messenger zum Thema Rundfunkgebühren und Werbung geschrieben: "Die GEZ Gebühren sollen wieder erhöht werden. Wenn Werbung eingespielt würde, müsste man die GEZ auch nicht erhöhen."

Volker Thormählen, Landesfunkhaus-Direktor: "Das ist eine gute Idee. Leider haben wir als NDR das nicht in der Hand, wir können darüber nicht selbst bestimmen. Das regelt der Gesetzgeber. Also die Landtage in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und die Bürgerschaft in Hamburg. Die haben einen Staatsvertrag über den NDR getroffen - da steht genau drin, was wir dürfen und was wir nicht dürfen. Unter anderem steht da drin, dass der NDR nur in einem Radioprogramm Werbung machen darf und das ist NDR 2. Daher sind alle anderen Programme des NDR werbefrei - also auch NDR 1 Welle Nord. Der Gesetzgeber hat das gemacht, damit die kommerziellen Medien auch noch 'ein Stück vom Kuchen abbekommen'. Wir müssen das so nehmen wie es kommt, es nicht unsere Entscheidung. Aber ich kenne auch viele Menschen, die es toll finden, dass es bei uns keine Werbung gibt!"

Inga Stallbaum aus Ratzeburg fragt per Mail: "Warum wiederholt ihr manchmal Beiträge?"

Sven Radestock, Redakteur: "Das machen wir schon einmal, wenn wir einen Beitrag für besonders gelungen halten. Dann wiederholen wir ihn ganz oder auch nur in Teilen. Das machen wir deshalb, weil wir wissen, dass uns die meisten Hörer nicht den ganzen Tag hören, sondern nur zu bestimmten Zeiten. Hinzu kommen diejenigen, die uns nur gelegentlich einschalten. Aber wir versuchen auch, die Wiederholung von Beiträgen auch nicht zu oft zu machen, damit es nicht langweilig wird."

In einer E-Mail schreibt uns Bernd Schluchter aus Molfsee, dass regelmäßig die NDR 1 Nacht hört. Jetzt heißt es auf einmal "ARD Nacht". Warum?

Volker Schulz, Musikchef: Die NDR 1 Nacht gibt es eigentlich noch. Es hat sich nur der Name geändert. Wir haben uns besser mit der ARD vernetzt. Das machen wir, um Geld zu sparen, weil wir mit dem Rundfunkbeitrag sorgfältig umgehen müssen. Das heißt: Die ARD Nacht gibt es jetzt von Flensburg bis zum Bodensee. Aber bei den Moderatoren, dem Programm und dem Musikangebot - da bleibt alles beim Alten.

Themenauswahl und Sprache

Iris Karstens aus Holtsee hat sich über den Messenger bei uns gemeldet. Sie möchte wissen: "Warum werden der Wochentag und das Datum so selten durchgesagt?"

Horst Hoof, Moderator: "Den Wochentag geben wir eigentlich regelmäßig durch hier auf NDR 1 Welle Nord. Da haben wir Moderatoren aber keine festen Vorgaben - das machen wir eher nach Bauchgefühl. Daher taucht der Wochentag vielleicht mal häufiger und mal seltener auf. Am Montagmorgen erwähnen wir zum Beispiel häufig, dass Montag ist, weil ganz viele Menschen in Schleswig-Holstein nach dem Wochenende zurück an ihren Arbeitsplatz müssen. Wir nennen das die Tagesbefindlichkeit. Wir versuchen immer genau das aufzugreifen, was unsere Hörer am jeweiligen Tag am meisten beschäftigt. Genauso erwähnen wir aus dem selben Grund oft den Freitag, weil es dann eben für die meisten ins Wochenende geht. Das genaue Datum ist in der Tat seltener zu hören, denn wir glauben, dass es für viele nicht mehr so wichtig ist. In der Regel braucht man es ja nur in bestimmten Situationen, wenn man etwas unterschreibt zum Beispiel. Und da gucken die meisten aufs Handy oder auf den Kalender. Deswegen verzichten wir auf diese Info."

Ein anonymer Nutzer fragt über den Messenger: "Warum habt ihr über den Fall Alexa berichtet?"

Petra Bocken, Leiterin der Magazinredaktion: "Wir diskutieren in der Redaktion im Vorfeld ausführlich, über welche Themen wir berichten. Dabei sind wir uns keineswegs immer einig. Wir prüfen ein Thema auf verschiedene Aspekte ab: Hat es einen Neuigkeitswert, ist es aktuell und unterhaltend, interessiert es viele Hörer oder eher nicht. Was hat es mit Schleswig-Holstein zu tun und den Menschen, die hier leben? Die Tatsache, dass ein Lautsprecher wie Alexa nachts die Musik so laut aufdreht, dass die Polizei kommen muss und die Tür aufbricht, fanden wir kurios und interessant. Immer mehr Menschen müssen in ihrem Alltag mit so einer Technik umgehen und da ist einfach was außergewöhnlich Neues passiert."

Dörthe Köhler aus Schönberg war mit einer Besuchergruppe im Landesfunkhaus und fragt: "Warum werden so viele Anglizismen im Radio verwendet?"

Petra Bocken, Leiterin der Magazinredaktion: "Wir bei NDR 1 Welle Nord verwenden Anglizismen nicht als bewusstes Stilmittel - sie lassen sich aber auch nicht ganz vermeiden. Zum einen ist die Frage, wo ziehen wir dann die Grenze? Reden wir dann auch nicht mehr von "Aqua-Fitness" und "Flughafen-Terminal"? Dann gibt es sogar Fälle, in denen es gar keine deutsche Entsprechung des Wortes gibt - ich nenne mal "App" als Beispiel. Wir haben uns für eine Umgangssprache auf NDR 1 Welle Nord entschieden und wir haben natürlich Moderatoren am Mikro, die mitten im Leben stehen und sich on Air nicht anders verhalten als im echten Leben und so kommt dann auch immer mal wieder ein Anglizismus auf die Antenne."

Eine Hörerin aus Kiel, die lieber anonym bleiben möchte, fragt: "Wie frei sind Ihre Journalisten in der Berichterstattung? Gibt es politische Vorgaben?"

Julia Stein, Redaktionsleitung Politik und Recherche: "Wir sind unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen. Das heißt aber auch, dass wir dazu verpflichtet sind, so ausgewogen wie möglich zu berichten. Das heißt, immer beide Seiten zu hören. Die Herausforderung ist dabei, immer zu gucken, woher kommt eine Information, stimmt die Information, wer will einen vielleicht damit Instrumentalisieren. Journalistische Distanz ist also immer geboten. Und wenn wir nicht unabhängig wären, dann könnten wir eigentlich auch gar nicht glaubwürdig berichten."

Eine Frage, die uns immer wieder erreicht: "Warum zeigt der NDR so viel Fußball und nicht auch andere Sportarten?"

Lutz Marmor, Intendant: "Wir haben schon sehr viele Sportarten: Gerade jetzt bei den Wintersportarten sehen Sie eine breite Palette im Ersten, im ZDF und das NDR-Fernsehen macht teilweise Rudern und Kanu, um ein paar Beispiele zu nennen. Wir werden auch mehr Handball anbieten, das haben wir für die Sportschau beschlossen. Darüber kann man immer streiten, welche Sportart ist die interessanteste. Wir versuchen aber, die breite Palette anzubieten - denken Sie an den Sportclub am Sonntagabend im NDR-Fernsehen - da kommen auch andere Sportarten vor. Bei der NFL war es zum Beispiel so, dass ein anderer Sender mehr geboten hat. Wir können nicht immer alle Übertragungsrechte bekommen, wir können auch nicht jeden Preis zahlen, dann bieten wir aber die Grundinformationen."

Herr Paulsen hat angerufen und uns eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen: Er will wissen, warum wir so viel Propaganda fürs Grillen machen. Überall auf der Welt würde davon abgeraten, so viel Fleisch zu essen und jetzt reden wir hier so viel übers Grillen. Da fragt er sich warum.

Horst Hoof, Morgenmoderator: "Vielen Dank für das Feedback zu unserem Programm. Wir machen eigentlich gar keine Propaganda fürs Grillen, es geht dabei um unsere Aktion "Wünsch dir deinen NDR". Die machen wir ja jedes Jahr und sie soll unseren Hörern die Möglichkeit geben, uns und die Arbeit beim Radio besser kennen zu lernen. Ich habe mir überlegt, dass es total Spaß machen würde, dieses Jahr in diesem Rahmen bei den ersten Landesgrillmeisterschaften in Schleswig-Holstein mitzumachen. Wir wissen nämlich, dass viele unserer Hörer gerne grillen. Aber wir wollten keine Werbung für den Fleischkonsum machen. Deswegen haben wir ja hier auch über vegetarische Rezepte gesprochen und der Nachtisch war ja zum Beispiel auch vegetarisch. Beim Grillen geht es ja nicht nur um Fleisch, sondern auch um das Miteinander. Und am Ende hatten wir bei den Landesgrillmeisterschaften jede Menge Spaß und ich freue mich, dass ich so die Gelegenheit hatte, einige Hörer besser kennen zu lernen."

Berichterstattung über Minderheiten und Niederdeutsch

Damiano di Muro fragt über Facebook: "Was tut ihr für die dänische Minderheit und die Friesen bei uns im Land?"

Werner Junge, Chef Wissenschafts- und Heimatredaktion: "Wir berichten seit Jahren ausführlich über Minderheiten, insbesondere die Dänische. Dazu gucken wir gerade im Studio Flensburg sehr intensiv auf die Grenzregion und auch nach Dänemark. Aktuelles Beispiel sind die Kommunalwahlen. Auch in Sachen Niederdeutsch und Friesisch tun wir so einiges, weil Schleswig-Holstein ein Sprachenland ist. Gerade als öffentlich-rechtlicher Sender sehen wir es als unsere Aufgabe, das abzubilden. Wir können für das Land Niederdeutsch und Friesisch auch hörbar machen. Mit Platt - übrigens lang nicht mehr nur lustig - tun wir das täglich und immer mehr. Niederdeutsch ist im hohen Maß im ganzen Land präsent. Friesisch dagegen ist auf Teile von Nordfriesland begrenzt. Da bieten wir einmal in der Woche im Norden eine Sendung an. Ein Tipp: Vieles was auf Friesisch und Niederdeutsch gesendet wird, finden Sie auch hier."

Antje Laenger aus Kiel hat uns im Rahmen eines Besuchs im Landesfunkhaus gefragt: "Warum gibt es das Schleswig-Holstein Magazin nicht einmal im Vierteljahr auf Platt?"

Norbert Lorentzen, Fernsehchef: "Wir machen es nicht, weil wir Plattdeutsch bei uns in der Sendung verteilen. Damit erreichen wir einen größeren Querschnitt von Menschen, die wir für die plattdeutsche Sprache interessieren können, als wenn wir ein spezielles Angebot machen mit einer Sendung, wo dann der Zuspruch nicht so groß ist. Es nützt ja nichts, wenn wir eine komplette Sendung auf Platt machen, die dann nicht akzeptiert wird. Bei uns im Programm kann sich jeder auf Plattdeutsch, auf Dänisch oder auf Friesisch äußern. Wir berichten über den Poetry-Slam op Platt, wir berichten über viele plattdeutsche Veranstaltung, sodass diese Sprache bei uns im Programm gut untergebracht ist - im Original mit Untertiteln, sodass man den Höreindruck hat."

Gewinnspiele

Gabriele Peckruhn aus Ahrensbök hat uns eine E-Mail geschrieben. Sie nimmt sehr gerne an Gewinnspielen teil und fragt: "Wie finanziert ihr die Gewinne?"

Petra Bocken, Leiterin Magazinredaktion: "Vielleicht zunächst einmal die Information: Gewinnspiele sind grundsätzlich zulässig - das ist eine Frage, die oftmals dahinter steht. Das regelt der zwischen den Bundesländern und von allen 16 Landtagen beziehungsweise Bürgerschaften ratifizierte Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien. Wir bei NDR 1 Welle Nord sehen Gewinnspiele als einen Beitrag zur Unterhaltung. Unterhaltung gehört neben Bildung und Information auch zu unserem Auftrag dazu. Größere Gewinne werden bei uns von Stiftern zur Verfügung gestellt. Da haben wir das Beispiel mit unseren Schleswig-Holstein-Reisen, die wir gerade verlost haben. Diese Stifter werden dann auch im Programm genannt. Es kommt gelegentlich vor, dass wir Geldpreise aus unserem Programmbudget bestreiten. Das ist zurzeit nur bei unserem Musikspiel "6 Richtige" der Fall. Das geht aber nur dann, wenn die Summe, die es zu gewinnen gibt, unter den Kosten liegt, die normalerweise für so einen Sendeplatz anfallen - also zum Beispiel für die Honorare für Autoren und Reporter. Grundsätzlich achten wir im NDR sehr auf Wirtschaftlichkeit und Kosteneffizienz. Als gebührenfinanziertes Programm können wir natürlich keineswegs so viel Geld ausgeben, wie wir möchten. Wir arbeiten mit festen Budgets. Diese können wir nicht überschreiten. Sie sind übrigens in den vergangenen Jahren so gut wie nicht gewachsen."

Barrierefreiheit

Häufig werden wir gefragt: "Wie macht der NDR sich für behinderte Menschen stark, die im NDR arbeiten wollen?"

Gaby Kies, Verwaltungsleiterin: Wir unterstützen Menschen mit Behinderungen, wenn es um Stellenbesetzungen geht oder um Ausbildungsplätze. Die Voraussetzung ist, dass der- oder diejenige für die konkrete Aufgabe auch geeignet ist. Bewerbungen von Menschen mit Behinderungen sind bei uns willkommen, das steht in unseren Ausschreibungen. Bei gleicher Eignung werden sie vorrangig berücksichtigt. Jede Ausschreibung wird genau angeschaut, ob sie vielleicht passen könnte. Wer im NDR arbeitet und mit einer Behinderung lebt, dem helfen wir bei Bedarf auch bei der Verbesserung von Arbeitsplatz und Arbeitsbedingung. Dazu kann zum Beispiel eine barrierefreie Software gehören und der Aufzug für Rollstuhlfahrer. Wir organisieren neu und gestalten um, wo immer es machbar ist.

Immer wieder erreichen uns Fragen zur Barrierefreiheit unserer Angebote. Daher beantworten wir gerne eine der wichtigsten Fragen: "Was macht der NDR eigentlich auf diesem Gebiet?"

Jörg Jacobsen, Studioleiter Heide, beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema: Jeder soll und kann unsere Angebote nutzen und verstehen. Wer nicht so gut hören kann, ist darauf angewiesen, dass wir langsam und deutlich sprechen. Das tun wir auch! Die Sendungen im Fernsehen werden außerdem untertitelt. Das heißt, Hörgeschädigte können lesen, was zu hören ist. Da erscheinen dann unten im Bildschirm kleine Text-Blöcke. Das Schleswig-Holstein Magazin wird jeden Abend live untertitelt, während die Sendung um 19.30 Uhr im Fernsehen läuft. Das Netz bietet natürlich auch unheimlich viele Möglichkeiten, Barrieren abzubauen. Auch da gibt es die Fernseh-Sendungen mit Untertiteln, einige auch zusätzlich mit einer weiteren Tonspur, bei der ein Sprecher erklärt, was zu sehen ist. Das machen wir übrigens auch bei allem im Netz so. Wir schreiben auf, was auf dem Foto zu sehen ist. Viele Sehbehinderte und Blinde benutzen eine Sprachausgabe beim Handy oder haben eine Zeile für Punktschrift an ihrem Computer und können so hören oder lesen, was andere auf den Bildern sehen können. Außerdem gibt es Videos in Gebärdensprache und Nachrichten in leichter Sprache. Schwierige Texte also einfacher formuliert, damit mehr Menschen sie verstehen können.

Antje Laenger aus Kiel hat uns bei einem Besuch im Landesfunkhaus gefragt: "Warum gibt es das Schleswig-Holstein Magazin nicht mit Gebärdensprache?“

Norbert Lorentzen, Fernsehchef: Ich verstehe, dass viele Menschen mit Höreinschränkungen diesen Wunsch haben, weil sie Gebärdensprache eher als ihre Muttersprache identifizieren. Aber man muss auch bedenken, dass der NDR vier Landesprogramme gleichzeitig ausstrahlt, es wäre wirklich ein sehr hoher Aufwand, alle vier Landesprogramme in Gebärdensprache auszustrahlen. Das können wir leider zurzeit nicht leisten. Ich möchte aber noch einmal darauf hinweisen, dass auch das Schleswig-Holstein Magazin komplett untertitelt ist, sodass auch Menschen mit Höreinschränkungen dieser Sendung folgen können.

Benefizaktionen

Karl Ludwig Petersen aus Husum hat sich per Mail mit einem Vorschlag für unsere Aktion "Hand in Hand" bei uns gemeldet. In Nordstrand gibt es eine Stiftung, schreibt er uns, die Familien Reisen ins Wattenmeer ermöglicht, die sich das selbst nicht leisten können. Seine Frage: "Könnt ihr nicht mal darüber berichten?"

Daniel Hinrichsen, Hand-in-Hand-Redakteur: Auch wir finden dieses Projekt enorm wichtig und haben es deshalb im Programm vorgestellt. In der Vorbereitung zur jährlichen Hand in Hand Aktion gibt es immer ein Gespräch mit dem jeweiligen Spendenempfänger um herauszufinden, welche Projekte, welche Bandbreite wir vorstellen können. Da wählen wir in der Regel aus einer Vielzahl von Vorschlägen aus, aber wir haben bei diesem Thema sofort gesagt: Darüber müssen wir sprechen. Es gibt viele Kinder in Schleswig-Holstein, die noch nie das Meer gesehen haben, weil die finanziellen Sorgen in der Familie einfach zu groß sind. Die Diakonie möchte diese Situation mit ihren spendenfinanzierten Familienfreizeiten verbessern. Ein wichtiges Thema, daher haben wir über mehrere Projekte dieser Art berichtet.

Technische Fragen

Oliver Fürstenwerth aus Neumünster fragt: "Sagt doch mal, wie hoch ist eigentlich euer Stromverbrauch?"

Thorsten Kleine, Verwaltungsleiter: "Eine spannende Frage, da mussten wir nochmal genau nachschauen. Wir verbrauchen im Landesfunkhaus Kiel 2,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Das ist umgerechnet etwa genauso viel, wie 1.000 Zwei-Personen-Haushalte verbrauchen. Das liegt am hohen technischen Standard und den vielen technischen Geräten, die wir hier mit Strom versorgen müssen. Ungefähr die Hälfte wird für Stromversorgung und für die Stromabsicherung verwendet, die andere Hälfte für die Kälte- und Klimaversorgung. Für gute Technik brauchen wir auch viel Strom. Zum Vergleich: Die Uni Kiel verbraucht etwa das Zehnfache. Wir versuchen natürlich immer wieder Strom zu sparen wo es geht. Dazu haben wir in den letzten Jahren im ganzen Haus viele Sparmaßnahmen durchgesetzt."

Peter Andresen fragt über den Messenger: "Was passiert im Falle eines Stromausfalls? Könnt ihr dann noch weiter senden?"

Thorsten Kleine, Verwaltungsleiter: "Falls der Strom bei uns im Landesfunkhaus mal ausfallen sollte, dann gehen natürlich nicht die Lichter aus. Für diesen Fall ist selbstverständlich vorgesorgt. Die senderelevanten Bereiche fürs Radio und fürs Fernsehen, die sind quasi doppelt abgesichert. Als erstes springt dann die sogenannte Unterbrechungsfreie Stromversorgung ein. Das sind große Batterieanlagen. Die überbrücken den Ausfall nahtlos - und zwar so lange, bis im zweiten Schritt ein Notstromaggregat angesprungen ist. Das heißt: Wir sind gut gerüstet und können auch bei Stromausfall im Prinzip ohne Probleme weitersenden. Das ist insbesondere fürs Radio wichtig. Denn da gibt's ja Programm rund um die Uhr. Allerdings gibt's noch einen anderen Fall - nämlich dann, wenn der Stromausfall nicht im Funkhaus, sondern außerhalb liegt. Dann können wir zwar immer noch selbst arbeiten und produzieren, aber möglicherweise gibt es Probleme, das Sendesignal ins Land beziehungsweise zu den Hörern und Zuschauern zu bringen. Auch dafür gibt es Absicherungen, sogenannte Havarien. Und erst wenn alle Stricke reißen, dann würden die Kollegen in der Sendezentrale in Hamburg den Schalter umlegen - und zwar auf eines unserer Schwesterprogramme aus den anderen NDR Ländern. Aber das ist fast auszuschließen. Also: Für Stromausfall gibt es Netz und doppelten Boden, damit unsere Hörer immer bestens informiert sind."

Gudrun Timmann aus Norderstedt hat uns eine Mail geschrieben: "Ich habe ein neues DAB+ Radio und bekomme meinen Lieblingssender NDR 1 Welle Nord nicht mehr rein. Was muss ich tun?"

Walter Tahal, Digitalkoordinator: "So eine Ferndiagnose bei technischen Geräten ist natürlich immer schwierig. Aber ich empfehle erst einmal, einen Senderdurchlauf zu machen. Eigentlich sollte NDR 1 Welle Nord dann dabei sein. Falls nicht, dann kann auch ein DAB+ Radio normalerweise UKW empfangen. Wir wollen aber als NDR dafür sorgen, dass spätestens in zwei Jahren überall im ganzen Land auch DAB+ Empfang möglich ist. Mehr Infos dazu gibt es auch unter dem Stichwort "Technik" auf unserer Internetseite.

Jürgen Buhr ist oft mit dem Auto unterwegs und hört im Radio die Lübecker Regionalnachrichten. Eigentlich möchte er aber die Nachrichten für Kiel hören. Er fragt uns in einer E-Mail: "Kann man das ändern - und wenn ja, wie?".

Claus Misfeldt, Produktionsingenieur: In Schleswig-Holstein haben wir verschiedene Sendebereiche. Es kann passieren, dass Sie, obwohl Sie sich nah bei Kiel befinden, ein anderen Sender empfangen. In diesem Fall ist das unser Sender auf dem Bungsberg. Normalerweise sucht sich das Autoradio immer den stärksten Sender. Wenn man das nicht möchte, gibt es am Autoradio eine Taste mit der Bezeichnung "AF". Wenn man die AF-Taste drückt, sucht sich das Radio nicht mehr den stärksten Sender, sondern bleibt auf der Frequenz, die man eingeschaltet hat. Bei den meisten Radios ist es so, dass man diese Einstellung speichern kann, indem man die AF-Taste für ein paar Sekunden gedrückt hält. Der einzige Nachteil an dieser Einstellung: Wenn Sie aus dem Senderbereich fahren, sucht sich das Autoradio nicht mehr den stärksten Sender und Sie hören im schlechtesten Fall irgendwann nur noch ein Rauschen, weil Sie den Kieler Sender zum Beispiel ganz im Süden von Schleswig-Holstein nicht mehr empfangen können.

Immer wieder erreicht uns die Frage: warum ist bei eurem Programm das gesprochene Wort manchmal leiser, als die Musik?

Claus Misfeldt, Produktionsingenieur: "Das Problem kennen wir. Das hängt damit zusammen, dass Popmusik heutzutage relativ fett und laut produziert wird und sich frequenzmäßig in Bereichen abspielt, in denen das Ohr sehr empfindlich ist. Man muss sich vorstellen, wenn wir das aussteuern, dann haben wir einen kleinen Zeiger, wie man das zuhause von seinem Aufnahmegerät kennt. Und auch wenn wir das so aussteuern, dass der Zeiger beim gesprochenen Wort und bei der Popmusik den gleichen Ausschlag anzeigt, dann klingt trotzdem manchmal die Sprache leiser - auch wenn wir eine spezielle Technik haben, die genau diesen Unterschied ausgleichen soll. Deswegen arbeiten wir im NDR seit langem daran, das Programm nach der gefühlten Lautstärke auszusteuern und nicht mehr nach dem elektrischen Pegel. In Zukunft wird es uns also immer besser gelingen, dieses Lautstärkenproblem zu beheben."

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