Stand: 08.06.2020 07:23 Uhr

Corona macht's möglich: Selbstversorgung ist angesagt

von Michaela Aßmann

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Die Selbstversorgung im heimischen Garten oder auf dem Balkon erlebt auch dank Corona eine Renaissance.

Omas Selbstversorger-Scholle - das war einmal. Aber der Trend zum Gemüsebeet im eigenen Garten, möglichst harmonisch integriert, das ist infolge der Corona-Krise absolut angesagt. Salat und Gemüse direkt aus dem eigenen Garten zu holen - das ist in jeder Hinsicht ein tolles Erlebnis. Kein Einkauf, keine langen Lieferketten und gesund noch obendrein. So mancher hat aus der Not eine Tugend gemacht und den eigenen Garten umgestaltet, einen Teil des Ziergartens zum Nutzgarten gemacht und auch Hochbeete in allen nur denkbaren Größen und Formen haben Einzug in Schleswig-Holsteins Gärten gehalten. Selbst auf kleinsten Flächen und Balkonen mitten in der Stadt lässt sich was zaubern.

Thomas Balster lächelt in die Kamera vor einem neutralen Hintergrund. © NDR Foto: Pavel Stoyan

Garten im Juni: Experte Thomas Balster gibt Tipps

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

Gartenexperte Thomas Balster gibt in der Sendung Zur Sache Tipps für den Garten im Juni. Er beantwortet Fragen, wie zum Beispiel: Wo ist der beste Platz für ein Hochbeet?

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Naschgemüse - lecker und dekorativ

Nicht nur im Gemüsegarten ist ganzjährig Saison. Auch auf der Terrasse kann vom Frühlingssalat bis zum Grünkohl beinahe jedes Gemüse angebaut und geerntet werden. Leckeres Ziergemüse vereint den Nutzen mit dem Zierwert. Außerdem erleben wir auf dem Balkon oder der Terrasse die gesamte Entwicklung der Pflanzen in unmittelbarer Nähe: vom Wachsen und Blühen bis hin zur Ernte. Terrassengemüse mag die Nachbarschaft von Sommerblumen und Küchenkräutern, sogar in einem Pflanzgefäß. Für diese Zwecke steht mittlerweile ein riesiges Sortenspektrum zur Verfügung. Hier ein paar Beispiele:

  • Zwergtomate "Primabell": Kräftige, aufrecht wachsende rote Balkontomate mit einer Wuchshöhe von 30 Zentimeter; überreicher Fruchtertrag; ideal für größere Töpfe und Kübel geeignet.
  • Snack-Paprika "Luigi": Klassisch rote, längliche Paprika; die Samen sind nur am Fruchtansatz zu finden; sehr guter Geschmack; selbst für kleine Töpfe gut geeignet.
  • Mini-Snackgurke "Ministars": Knackig-zarte, 10 Zentimeter lange Früchte; Reifezeit von Juni bis September; sehr robuste Züchtung; für größere Gefäße und Ampeln gut geeignet.
  • Kletterzucchini "Black Forrest": Kletternde, sehr wohlschmeckende Mini-Sorte; platzsparend für Kübel und Terrassen geeignet; überaus aromatische und robuste grünfruchtige Sorte.
  • Peperoni "Orias": Große, scharfe, leuchtend rote Früchte; bis 18 Zentimeter lange Schoten; sehr gut für mittelgroße Töpfe und andere Pflanzgefäße geeignet; Reifezeit ab Juli.
  • Erdbeere "Camara": Attraktive Sorte mit dunkelrosa Blüten; immertragend mit großen länglichen Früchten von Ende Juni bis zum Frost; ideale Naschsorte mit saftig-süßem Geschmack.
  • Mini-Aubergine "Ophelia": Die buschig kompakt wachsenden Pflanzen werden etwa 50 Zentimeter hoch. Sie tragen an Rispen attraktive eiförmige, violette bis dunkel lila gefärbte Früchte, diese werden rund 60 Gramm schwer; ideal für Terrasse, Balkon und Freiland.

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Vom Kürbis bis zur Süßkartoffel: Allgemeine Gemüsetipps für den Juni

Bei einigen Gemüsearten lösen die jetzt deutlich länger gewordenen Tage die Blütenbildung, das "Schossen", aus. Diese Pflanzen sind dann für den Verzehr nicht mehr geeignet. Anfällig sind Chicorée, Knollenfenchel, Kopfsalat, Radicchio, Spinat und Zuckerhut (Salatzichorie). Bei einem späteren Aussaattermin Ende Juni oder Anfang Juli ist die Gefahr des Schossens vorüber, weil die Tage wieder kürzer werden. Alternativ können Sorten gewählt werden, denen die Reaktion auf die Tageslänge weggezüchtet wurde. Der Aussaattermin ist dann unabhängig von der Tageslänge.

Für die Aussaat im Juni sind Busch- und Stangenbohnen, Kohlrabi, Lauchzwiebeln, Mairüben, Mangold, Möhren, Pastinaken, Radies, Rettich, Rote Bete und Stielmus geeignet.

Ganz unkompliziert ist der Anbau von Rüben, der im Frühjahr mit der Mairübe und Teltower Rübchen beginnt und mit der Stoppelrübe im Herbst endet. Die größte Art ist die Winter- oder Steckrübe, die Ende Mai bis Mitte Juni direkt ins Beet ausgesät werden kann. Sicherer ist die Anzucht in kleinen Töpfen und das spätere Auspflanzen im Abstand von etwa 40 Zentimetern. In der Jugend ist sie etwas anspruchsvoll und will ausreichend mit Wasser versorgt werden. Steckrüben sind kalorienarm, reich an Kalzium und durchaus nicht nur für Eintöpfe geeignet.

Jetzt können auch in kühleren Lagen Freilandgurken, Kürbisse, Paprika, Tomaten, Zucchini und die noch wärmebedürftigeren Melonen und Süßkartoffeln ins Freie gepflanzt werden. Für Herbst- und Wintergemüse wie Porree (Lauch), Grün-, Kopf- und Rosenkohl beginnt die Pflanzzeit, während sie für Blumenkohl, Brokkoli und Kohlrabi nach diesem Monat endet.

Was steht im Juni im Garten sonst noch an?  Pflegearbeiten!

Keine Zeit zum Füße hochlegen: Tun Sie sich und ihren Sommerblumen etwas Gutes. Entfernen Sie laufend die verwelkten Blüten an Rosen und Sommerblumen, damit die Pflanzen immer wieder neue Blütenknospen bilden. Bei Rhododendren führt das Ausbrechen verwelkter Blüten zu keinem längeren Blütenflor, aber zu einem gleichmäßigen Triebwachstum, das den Strauch harmonisch aussehen lässt.

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Seidiger Glanz und kräftige Farben sind charakteristisch für Islandmohn. Schneiden Sie das Laub der Zwiebelblumen erst nach dem vollständigen Eintrocknen ab, wenn die Blumenzwiebel alle Nährstoffe eingelagert hat.

Stützhilfen für hohe, nicht standfeste Stauden, sollten frühzeitig aufgestellt werden, damit sie von den Pflanzen überwachsen und so beinahe unsichtbar werden können.

Polsterstauden wachsen kompakt und verkahlen nicht, wenn sie jedes Jahr nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Mit einer Rasenschere gelingt der Bubikopfschnitt mühelos.

Heranwachsende Hecken, die im vergangenen Herbst oder Frühjahr gepflanzt wurden, sollten ihre Endhöhe in Teilschritten erreichen. Warten Sie mit dem ersten Schnitt nicht, bis die Hecke die endgültige Höhe erreicht hat, sondern lassen Sie die Hecke in Etappen in die Höhe wachsen. Dadurch verzweigt sie sich gut und wird dicht und kompakt.

Der Garten im Juni - zwei Stunden Zeit für Ihre Fragen

Was mache ich, wenn meine Hortensie nicht blüht? Wo ist der beste Platz für ein Hochbeet? Wann schneide ich meine Clematis zurück? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt unserer Sendung Zur Sache am Sonntag, den 7. Juni auf NDR 1 Welle Nord. Zu Gast im Studio bei Moderatorin Michaela Aßmann war Gartenexperte Thomas Balster.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 07.06.2020 | 18:05 Uhr