Sendedatum: 28.04.2019 18:05 Uhr

Zur Sache: Immobilienboom - was wird aus den Gemeinden?

von Michael Frömter

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Überteuerte Mieten in Hamburg - denn der Wohnraum reicht nicht.

Die Attraktivität und die wirtschaftliche Anziehungskraft der Hansestadt Hamburg steigt und damit auch die Zahl der Einwohner. Das Institut der Deutschen Wirtschaft rechnet laut "Hamburger Abendblatt" mit einem weiteren Zuwachs von 162.000 Menschen bis zum Jahr 2035. Schon heute ist klar, dass der Wohnraum in Hamburg nicht reichen wird. Die Folge: überteuerte Mieten und horrende Immobilienpreise. Nach den jüngsten Zahlen aus dem Immobilienatlas 2019, den die LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein AG Mitte April vorgestellt hat, liegt der durchschnittliche Preis für ein bereits bestehendes Ein- oder Zweifamilienhaus inzwischen bei 4.000 Euro pro Quadratmeter. Da sich das viele Menschen nicht leisten können, suchen sie in den Umlandgemeinden der Hansestadt nach finanzierbaren Alternativen.

Ein kleines Modellhaus steht auf aufgetürmten Euromünzen © Fotolia.com Foto: Eisenhans

Immobilienboom: Die Zur Sache-Sendung zum Nachhören

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

Die Immobilienpreise steigen seit Jahren. Viele Hamburger suchen ihr Eigenheim im schleswig-holsteinischen Umland. Chancen und Risiken für die dortigen Gemeinden - das war am Sonntag das Thema in Zur Sache.

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Immobilien in Südholstein immer beliebter

Von der großen Nachfrage nach Immobilien profitiert auch das Hamburger Umland. Zwar steigen auch hier die Immobilienpreise - sie liegen mit durchschnittlich 2.400 Euro pro Quadratmeter aber immer noch deutlich unter denen in der Hansestadt. Besonders beliebt bei den Hamburgern sind die Kreise Segeberg, Pinneberg, Stormarn und der Kreis Herzogtum Lauenburg. Grundsätzlich gilt: Je näher der Wohnort an Hamburg liegt, desto teurer die Immobilie. Das trifft zum Beispiel auf Wentorf, Aumühle, Ahrensburg, Reinbek und Wedel zu. Und auch Norderstedt und Oststeinbek werden beliebter - und damit die Immobilien teurer. Hoch im Kurs steht auch Trittau im Kreis Stormarn. Laut LBS stiegen dort die Preise für Immobilien in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 40 Prozent.

Infrastruktur für Pendler ein absolutes Muss

Wer sich für eine Immobilie im Hamburger Umland interessiert, dem geht es neben den Kosten vor allem um die Frage: Wie erreiche ich meinen Arbeitsplatz? Klar im Vorteil sind dabei Gemeinden, die an wichtigen Verkehrsachsen liegen. Dazu gehören nicht nur Bundesstraßen und Autobahnen, sondern auch Bahnstrecken und vor allem Bahnhöfe und Haltepunkte. Von Bedeutung sind auch Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf und natürlich auch Kindertagesstätten und Schulen. Hinzu kommen "weiche" Faktoren wie zum Beispiel das Wohnumfeld oder Freizeit- und Sportmöglichkeiten.

Immobilienboom hat auch Schattenseiten für Gemeinden

Die derzeitig hohe Nachfrage nach Immobilien in den Hamburger Randgemeinden hat gewisse Vorteile - sowohl für Flächenbesitzer und Käufer als auch für Kommunen. Doch es gibt auch negative Seiten: Welchen Einfluss hat zum Beispiel die Zuwanderung von städtischen Hamburgern auf das gesellschaftliche Leben - auf Vereine oder die Freiwilligen Feuerwehren in den Gemeinden? Nur eine Frage, der sich Kommunalpolitiker stellen müssen. Offen ist auch, ob sich "Einheimische" angesichts der hohen Nachfrage noch Häuser und Grundstücke leisten können.

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Auch dürfen Gemeinderäte Kosten für Erschließung von Bauland, Verbesserung des Nahverkehrs und des Straßennetzes nicht aus den Augen verlieren. Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) sprach sich deshalb jüngst in einem Interview mit dem "Pinneberger Tageblatt" dafür aus, dass die Ratsversammlung ihre Ziele definieren soll. Sinnvoll sei ein "Wachstum mit Augenmaß", sowohl beim Flächenverbrauch als auch bei der Einwohnerzahl und der Infrastruktur.

Das sieht der Halstenbeker Bürgermeister, Claudius von Rüden (SPD), ähnlich. Er wünscht sich eine nachhaltige Entwicklung seiner Gemeinde. Von Rüden und der Immobilienmakler Armin Baghai waren unter anderem die Gäste bei Moderatorin Christine Pilger in unserer Sendung Zur Sache am Sonntag, den 28. April 2019.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 28.04.2019 | 18:05 Uhr

Die Themen im Überblick

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67:18

Immobilienboom: Die Zur Sache-Sendung zum Nachhören

Die Immobilienpreise steigen seit Jahren. Viele Hamburger suchen ihr Eigenheim im schleswig-holsteinischen Umland. Chancen und Risiken für die dortigen Gemeinden - das war am Sonntag das Thema in Zur Sache. Audio (67:18 min)

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