Greenpeace-Aktivisten demonstrieren gegen das Atommüllendlager in Gorleben © NDR Foto: Sebastian Kahnert

Zur Sache: Endlagersuche für Atommüll - SH kommt in Frage

Stand: 30.09.2020 14:49 Uhr

Wohin mit hochradioaktivem Atommüll? Nachdem die Atomkraftwerke in Deutschland bis 2022 alle abgeschaltet sind, bleibt der verstrahlte Müll - und der muss irgendwo gelagert werden.

Um auszuloten, wo geeignete Lagerstätten sind, wurde die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit der Suche beauftragt. Vergangenen Montag hat die BGE nun ihren "Zwischenbericht Teilgebiete" vorgestellt. Dabei ging es darum, erst einmal grundsätzlich herauszuarbeiten, welche Gebiete in Deutschland geologisch überhaupt geeignet sind. Mit dabei ist auch Schleswig-Holstein.

Erst 2031 entscheidet der Bundestag über den Standort

"In Schleswig-Holstein sind außerordentlich viele Flächen geeignet", sagt Stefan Studt, Vorsitzender der BGE Geschäftsführung und ehemaliger Innenminister des Landes. "Für Gesamtdeutschland haben wir 54% der Bundesfläche ermittelt, in Schleswig-Holstein noch einen etwas größeren Anteil, nämlich rund 70%." Entschieden ist aber noch lange nichts, der Zwischenbericht ist erst der Anfang der Suche. Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.

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Umweltschützer fordern Bürgerbeteiligung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt das Bemühen der BGE, die Suche nach dem vergleichsweise am wenigsten gefährlichen Atommüll-Lager in Deutschland auf Grundlage wissenschaftlich begründbarer Kriterien durchzuführen. "Allerdings bedarf es nach drei Jahren undurchsichtiger Vorarbeit durch die BGE nun einer verlässlichen und wirksamen Beteiligung der Öffentlichkeit", sagt Ole Eggers, Landesgeschäftsführer des BUND Schleswig-Holstein.

Ist die Art der Endlagersuche die richtige?

Ist es richtig, erst einmal in ganz Deutschland geologisch zu schauen, welche Gebiete sich eignen? Oder sollte schon eine engere Vorauswahl getroffen werden? Warum kommen einige Gebiete nicht infrage? Darüber haben wir in unserer Sendung "Zur Sache" am Sonntag, 4. Oktober, gesprochen. Live zu Gast im Studio bei Moderator Sebastian Parzanny waren:

  • Stefan Studt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endlagerung
  • Ole Eggers, Landesgeschäftsführer des BUND Schleswig-Holstein

Gelbes Fass mit der Aufschrift "radioaktiv" © picture alliance / dpa Foto: Jens Wolf

AUDIO: Die Suche nach einem Atommüllendlager (51 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 04.10.2020 | 18:05 Uhr

Podcast Bild für die Sendung "Zur Sache". ©  Roman Gorielov/fotolia Foto:  Roman Gorielov

Podcast: Zur Sache

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