Angler in Schleswig-Holstein Angler stehen an der Schlei in Kappeln in Schleswig-Holstein © IMAGO Foto: Max Stein

Zur Sache: Die Jagd nach dem dicksten Fisch - Angeln in SH

Stand: 09.08.2021 08:46 Uhr

Etwa 42.000 Vereinsangler gibt es in Schleswig-Holstein. Allein in diesem Jahr sind nach Angaben des Landessportfischerverbands 2.000 Angler hinzugekommen.

Robert Vollborn, Geschäftsführer des Landessportfischerverbands Schleswig-Holstein, sagt, die Vereine haben so viele Mitglieder wie noch nie. "Schon von der ersten Corona-Minute an wurde Angeln wieder populär, weil man meist allein unterwegs ist und so Kontakte vermieden werden können", sagt Vollborn. "Viele ehemalige Angler sind daher wieder zurückgekehrt."

Max Brügge steht am Stadtgraben und angelt. © NDR Foto: Anne Passow
AUDIO: Sportangeln in Schleswig-Holstein - Boom durch Corona? (55 Min)

Wer im Land einen Angelschein machen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Die Ausbildung ist nicht gesetzlich geregelt. "Möglich sind Unterrichtsstunden in Präsenz, die zum Beispiel auch an ein bis zwei Wochenenden stattfinden", so Vollborn. Es werden aber auch Online-Schulungen angeboten. Die Kosten liegen zwischen 80 und 130 Euro.

Natur, Wind, Wellen und Romantik

Danny Hrubesch aus Boostedt (Kreis Segeberg) angelt schon seit seiner Kindheit. Jetzt ist der Sohn von Fußball-Legende Horst Hrubesch sogar Weltmeister im Brandungsangeln mit der deutschen Nationalmannschaft geworden. "In Südafrika fand der Wettbewerb statt," erklärt Danny Hrubesch. "Ich habe einen knapp einen Meter großen Sandhai an Land gezogen." Der gelernte Fleischer hat sein Hobby Angeln mittlerweile zum Beruf gemacht und arbeitet für einen Hersteller von Angelgeräten. Er liebt es in der Natur zu sein, mag Wind, Wetter und Gezeiten. "Und es kann auch sehr romantisch sein, wenn Frau oder Freundin dabei sind. Dann kommt eine Bratwurst auf den Grill und man genießt gemeinsam die Natur."

Neuster Trend: Streetfishing

Angesagt ist laut Dany Hrubesch das sogenannte Streetfishing, also das Angeln in Gewässern der Stadt. Wichtig dafür ist ultraleichtes Angelgerät, das in einen Rucksack passt. Die Angler fahren mit Bus oder Bahn von Angelspot zu Angelspot, die meist an Kanal- oder Flussufern liegen. Beißt kein Fisch an, geht es mit dem ÖPNV weiter zur nächsten Stelle. Und wenn man dann einen Fisch geangelt hat, wird er gegessen. "Räucherfisch mag ich am liebsten mit Baguette", so Hrubeschs Tipp. Dazu empfiehlt er einen einfachen Salat.

Greenpeace fordert spezielle Angelscheine

Thilo Maack ist Diplombiologe mit Schwerpunkt Meeresbiologie und arbeitet bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace. "Sportangeln ist die nachhaltigste Fangmethode", sagt er. "Was die Angler aus dem Wasser ziehen wird gegessen, kleinere Fische kommen wieder zurück ins Meer." Mit Sorge blickt Greenpeace allerdings auf den Ostsee-Dorsch, speziell in der westlichen Ostsee. Dort würden unkontrolliert Dorsche geangelt, so Maack. Greenpeace fordert daher einen speziellen Angelschein für Ostsee-Dorsch.

Studio-Gäste

Zu Gast bei Moderator Sebastian Parzanny waren:

  • Robert Vollborn, Geschäftsführer des Landessportfischerverbands Schleswig-Holstein
  • Danny Hrubesch, Weltmeister im Brandungsangeln mit der deutschen Nationalmannschaft
  • Thilo Maack, Diplombiologe bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 08.08.2021 | 18:05 Uhr

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