Eine Spritze holt Flüssigkeit aus einem Behälter dahinter sind Symbole von Viren. © picture alliance Foto: Klaus Ohlenschläger

Zur Sache: Corona-Impfungen in Schleswig-Holstein

Stand: 30.11.2020 06:58 Uhr

Der Aufbau sogenannter Corona-Impfzentren läuft auf Hochtouren. 29 Anlaufstellen wird es nach den Planungen der Landesregierung in SH geben. Schon Mitte Dezember sollen die ersten 15 Zentren startklar sein.

Im ersten Schritt soll es erst einmal in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt einen Standort geben, an dem geimpft wird. Nach und nach soll die Zahl der Impfzentren dann steigen, auch um die Entfernungen in Flächenkreisen überschaubar zu halten. Der Zeitplan sieht so aus, dass die ersten Zentren dann einsatzbereit sind, wenn der Impfstoff da ist - und damit rechnet das Land im Dezember oder Anfang 2021. Konkret geht es um den Impfstoff von Biontech - wenn der verfügbar ist, werde das ein "Gamechanger" sein, sagt Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Dafür sind zwei Impfungen nötig.

Ärzte und Pflegepersonal für die Zentren gesucht

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) sucht bereits nach Ärzten und Pflegepersonal, die in den Impfzentren helfen können und hat entsprechende Formulare ins Netz gestellt. "Wir haben bereits damit begonnen, Abfragen in den Pflegeheimen zu stellen, dann wird eine Liste der Impfwilligen erstellt", sagt Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Es soll auch einen mobilen Dienst geben, der die Pflegeheime und ältere Menschen, die nicht mobil sind, direkt anfährt und vor Ort die Impfungen durchführt.

Ein Arzt impft eine Patientin gegen Grippe. © picture alliance Foto: Zacharie Scheurer

AUDIO: Corona-Impfungen in Schleswig-Holstein (49 Min)

Jugendherbergen werden zu Impfzentren

Der schleswig-Holsteinische Landkreistag hat die Aufgabe, entsprechende Gebäude zu suchen, in denen die Impfzentren eingerichtet werden können. "Das sind zum Beispiel ehemalige Supermärkte, Kliniken oder auch Jugendherbergen", sagt Dr. Sönke Schulz, Geschäftsführer des Landkreistages. "Sie müssen eine Fläche von mindestens 250 Quadratmetern haben."

Wer darf sich denn als erstes impfen lassen?

Vorrang bei den Impfungen hat das medizinische Personal - da darf es einfach keine Ausfälle geben, so die Kassenärztliche Vereinigung. Anschließend kommen die vulnerablen Gruppen dran, also zum Beispiel Menschen, die im Pflegeheim sind. Danach können sich alle impfen lassen, die das auch möchten. Denn die Impfung ist freiwillig.

Zu Gast in der Sendung

Zu Gast bei Moderator Sebastian Parzanny waren zu diesem Thema:

  • Prof. Helmut Fickenscher, Virologe am Institut für Infektionsmedizin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, war telefonisch zugeschaltet
  • Dr. Sönke Schulz, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Landkreistags, ebenfalls telefonisch zugeschaltet

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