Stand: 29.01.2018 09:38 Uhr

(K)ein Raum zum Wohnen?

Noch vor 15 Jahren zog es viele Schleswig-Holsteiner aus den Städten aufs Land. Dort war Bauland günstig. Doch inzwischen zieht es viele Menschen wieder in die Städte. Doch auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung geraten viele Menschen angesichts der aktuellen Preise an ihre Grenzen. In der Sendung "Zur Sache" auf NDR 1 Welle Nord appellierte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) an die Verantwortung der Vermieter, für bezahlbare Wohnungen zu sorgen.

Im Hörfunkstudio sitzen der Direktor des Verbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen, Andreas Breitner, Innenminister Hans-Joachim Grote und Heidrin Clausen vom Mieterbund. © NDR Foto: Christian Wolf

Zur Sache: Wohnungsmangel erfordert neue Modelle

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

Die Situation auf dem städtischen Wohnungsmarkt in Schleswig-Holstein spitzt sich weiter zu. Wie bezahlbares Wohnen wieder möglich sein könnte, diskutieren drei hochkarätige Gäste in Zur Sache.

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Nicht nur Einfamilienhäuser bauen

In Schleswig-Holstein fehlen bis 2030 schätzungsweise weit mehr als 100.000 Wohnungen. "Wir haben sicherlich enge Wohnungsmärkte in Kiel, in Lübeck und je dichter man an Hamburg rankommt", sagte der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen, Andreas Breitner, in der Sendung. "Das ist schon schwierig, vor allem eine bezahIbare Wohnung zu finden." In weiten Teilen des Landes stünden Wohnungen aber leer.

Um Abhilfe zu schaffen, dürften nicht nur Wohngebiete für Einfamilienhäuser ausgegeben werden, sagte Breitner. Es müsse darüber nachgedacht werden, gerade in Innenstädten in die Höhe zu bauen. Das sieht Minister Grote ähnlich. Allerdings passen seiner Meinung nach Hochhaus und bezahlbarer Wohnraum nicht zusammen, da sonst soziale Brennpunkte entstehen könnten.

Rückgang beim sozialen Wohnungsbau   

In den vergangenen Jahrzehnten ist der soziale Wohnungsbau, das heißt der mit öffentlichem Geld finanzierte Wohnungsbau, deutlich zurückgegangen. Damit wurde die Möglichkeit eingeschränkt, Einfluss auf die Höhe der Miete zu nehmen. Nun wird der Ruf nach gefördertem Wohnraum wieder lauter. Während der Eigentümerverband Haus und Grund sagt, der soziale Wohnungsbau sei "kein Allheilmittel", machen sich Sozialverband und Mieterbund stark für eine Unterstützung und Regulierung des Wohnungsmarktes. Und auch der für Bau zuständige Innenminister Grote hält den öffentlich geförderten Wohnungsbau für nötig. Aber auch die Rahmenbedingungen müssten überdacht werden, so der Minister jüngst im Landtag.

Wohnungsmangel erfordert neue Modelle

Experten gehen davon aus, dass sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt nicht so schnell verbessern wird. Gründe sind unter anderem, dass sich immer mehr Menschen für einen Single-Haushalt entscheiden. Zudem zieht es immer mehr ältere Menschen wieder in die Innenstädte, Tendenz steigend, da durch den demographischen Wandel die Zahl der über 60-Jährigen weiter steigen wird.

Weitere Informationen

Landtag diskutiert über Wohnungsmarkt

Wie kann das Land dafür sorgen, dass es genügend bezahlbaren Wohnraum gibt? Darüber haben am Donnerstagvormittag die Abgeordneten im schleswig-holsteinischen Landtag diskutiert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 28.01.2018 | 19:30 Uhr

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Jeden Sonntag diskutieren Experten in der Sendung "Zur Sache" von 18 bis 20 Uhr über das Thema der Woche. Auch die Meinungen und Fragen der Hörerinnen und Hörer sind gefragt. mehr

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