Sendedatum: 01.03.2020 18:05 Uhr

Coronavirus: Fragen und Antworten aus unserer Sendung

Bild vergrößern
Expertin in der Sendung zur Sache: Dr. Anne Marcic, Referentin für Infektionsschutz beim Gesundheitsministerium.

Drei bestätigte Coronavirus-Fälle gibt es inzwischen in Schleswig-Holstein: in Henstedt-Ulzburg, Lübeck und Nusse im Kreis Herzogtum Lauenburg. Kontaktpersonen mit diesen Menschen werden ebenfalls überprüft und vorsorglich isoliert. Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sagte, "dass wir mit weiteren positiven Testergebnissen rechnen müssen". Viele Menschen sind besorgt, haben aber auch Angst oder einfach nur viele Fragen. Jasmin Juhl aus Norderstedt zum Beispiel wollte von den Experten in unserer Sendung Zur Sache am Sonntagabend wissen: "Kann ich mich bei meinem Haustier anstecken - zum Beispiel, wenn ich meinem Hund die Augen säubere?"

Expertin Anne Marcic vom Gesundheitsministerium in Kiel meinte: "Dazu gibt es keine Informationen, aber es ist kein nahe liegender Infektionsweg. Was wir sehen, ist die Übertragung von Mensch zu Mensch, über Tröpfcheninfektion." Viele Zuschriften beschäftigten sich auch mit der Frage, wie lange die Viren auf Oberflächen überleben können - zum Beispiel auf Geldscheinen, Schreibtischen oder in Bus und Bahn. "Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering", stellte Marcic in der Sendung klar.

Kiel: Dr. Anne Marcic, Infektionsreferentin des Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein, spricht während einer Pressekonferenz neben Heiner Garg (FDP) © dpa-Bildfunk Foto: Frank Molter/dpa

Coronavirus - Wachsamkeit statt Panik

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

Drei bestätigte Coronavirus-Fälle gibt es inzwischen in Schleswig-Holstein. Das Virus war auch Thema in unserer Zur Sache Sendung. Experten beantworteten viele Fragen unserer Hörer.

3,82 bei 11 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Download

Reicht Hände waschen oder muss ich alles desinfizieren?

Es kursieren viele Informationen über das neuartige Virus, bei einigen Schleswig-Holsteinern herrscht Unsicherheit, welche richtig oder falsch sind. Auch diese Frage hat uns mehrfach erreicht: "Stimmt es, dass normale Desinfektionsmittel nicht geeignet sind, sich vor Viren zu schützen?" Unsere Experten antworteten darauf, dass die üblichen Desinfektionsmittel geeignet sind, weil das Coronavirus ein verhülltes Virus ist. Davon hängt ab, wie leicht es zu desinfizieren ist. Man braucht kein spezielles Mittel. Im privatem Bereich ist es ausreichend, sich die Hände mit warmem Wasser und Seife gründlich zu waschen - etwa 20 Sekunden lang.

Kann ich noch zu Großveranstaltungen?

Sorge bereiten einigen Menschen auch, ob sie in Konzerte gehen können. Ein Hörer fragte, wie sieht es mit Fußball- oder Handballspielen aussieht: "Meiden und die Karte verfallen lassen oder hingehen"? Rio Morawe, Allgemeinmediziner im Kreis Rendsburg-Eckernförde, beschwichtigte: "Wir haben bei Großveranstaltungen ein erhöhtes Infektionsrisiko für banale Erkältungen oder auch Grippe. Es hängt davon ab, wie risikobereit bin ich. Wenn ich ängstlich bin, dann würde ich es nicht machen. Wenn ich aber gesund bin und mich freue und mir dessen bewusst bin, dass es ein Risiko gibt, dann würde ich hingehen", antwortete er. Jeder Mensch müsse für sich selbst überlegen und abwägen. Der eine wisse, dass er ein stabiles Immunsystem habe, den anderen haue jeder Infekt um.

Weitere Informationen

Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus. Was muss jetzt beachtet werden, um eine Ansteckung zu verhindern? Hier finden Sie Antworten auf viele Fragen. mehr

Was ist mit Reisen an den Niederrhein?

Insbesondere Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen machen sich Sorgen, ob sie verreisen sollen. Eine ältere Dame wollte von unseren Experten wissen, ob sie ihre Familie am Niederrhein besuchen kann. Eine andere Mail erreichte uns, mit der Frage, ob eine Kreuzfahrt über den Rhein vielleicht lieber verschoben werden soll. Hausarzt Morawe kann keine Empfehlung abgeben, denn "wir befinden uns in einem dynamischen Prozess", sagte er in der Sendung. "Wir erwarten, dass wir in zwei oder sechs Wochen eine andere Situation haben. Insofern ist es Kaffeesatzleserei. Aber es ist alles angesagt, nur keine Panik."

Wer weitere Fragen hat, soll sich - so die Experten - unbedingt beim Robert-Koch-Institut informieren. Dort werden die Informationen täglich aktualisiert. Außerdem gibt es Antworten auf spezielle Fragen beim Bürgertelefon auf Bundesebene. Auch eine landesweite Telefonnummer wird ab Mitte nächster Woche angeboten.

Weitere Informationen

Coronavirus: Dritter Fall in Schleswig-Holstein bestätigt

01.03.2020 08:00 Uhr

In Schleswig-Holstein gibt es einen dritten Coronavirus-Fall. Bei einer Frau aus Nusse ist das Virus ebenfalls nachgewiesen worden. Ein Verdachtsfall in Großhansdorf bestätigte sich nicht. mehr

NDR Info

Coronavirus-Blog: Die Lage im Norden

NDR Info

Der Norden kämpft weiter gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Mehr als 11.900 Menschen in Norddeutschland wurden bislang positiv getestet. Weitere News und Hintergründe in unserem Live-Ticker. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 01.03.2020 | 18:05 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/wellenord/sendungen/zur_sache/Coronavirus,zursache2162.html
Podcast

Podcast: Zur Sache

Jeden Sonntag diskutieren Experten in der Sendung "Zur Sache" von 18 bis 20 Uhr über das Thema der Woche. Auch die Meinungen und Fragen der Hörerinnen und Hörer sind gefragt. mehr

Die Themen im Überblick

Mitschnitte, Zusammenfassungen, Hintergrundberichte - alles zu den Sendungen "Zur Sache" zum Nachlesen und Nachhören. mehr