Stand: 17.09.2020 19:28 Uhr

Bibliotheken verleihen auch Waffeleisen oder Akkuschrauber

Karin Prien, Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, lächelt in die Kamera. © dpa picture alliance Foto: Carsten Rehder
Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein. Bildungsministerin Karin Prien hat es nun vorgestellt.

Lochzange, Strommessgerät, Bluetooth-Lautsprecher oder ein Nachtsichtgerät in einer Bibliothek leihen? Was verrückt klingt, ist nun in vielen Teilen Schleswig-Holsteins möglich. Gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein hat die Büchereizentrale die sogenannte Mobile Bibliothek der Dinge entwickelt. Das Projekt ermöglicht es öffentlichen Bibliotheken, ihr Angebot zu erweitern und temporär allerhand Dinge auszuleihen, die ansonsten nur selten gebraucht werden. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat das landesweite Projekt in der Bücherei Sörup am Donnerstag vorgestellt.

Das steckt hinter dem Konzept

Bei einer Bibliothek der Dinge können verschiedene Utensilien - genau wie Bücher - kostenlos ausgeliehen werden. Die Idee dahinter: eine nachhaltigere Konsumkultur. Viele Dinge im Haushalt werden nur selten benutzt und nehmen Platz weg. Um Ressourcen zu sparen, sind Ski-Ausrüstung, Schlagbohrmaschine und Co. nun ausleihbar. Denn: Wer teilt, muss weniger selbst konsumieren oder wegwerfen.

Ein Bücherstapel mit lesendem Zwerg © NDR

AUDIO: Bibliothek der Dinge: Stimmen und Stimmungen (4 Min)

In anderen Städten hat sich das Konzept bereits bewährt. Sowohl in London, Berlin, Toronto als auch in Wien wird beispielsweise bereits fleißig geliehen und geteilt. "Viele kleine Bibliotheken wollen auch so etwas, wissen aber nicht, ob das bei ihnen funktioniert", sagt Lisa Wetendorf von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein. Deswegen habe man die Mobile Bibliothek der Dinge entwickelt, damit möglichst viele Bibliotheken das Konzept ausprobieren könnten. Das Bildungsministerium fördert das Projekt mit insgesamt 12.000 Euro.

So funktioniert die Mobile Bibliothek der Dinge

Für das Projekt wurden sieben verschiedene, bunt gemischte Sets mit jeweils etwa 13 Gegenständen zusammengestellt. Jede interessierte Bibliothek kann die Sachen drei Monate lang im Bestand behalten und verleihen. Nach dieser Frist rotieren die Sets durch das Land und gelangen in die nächste teilnehmende Bibliothek. Auf diese Weise haben alle Büchereien die Möglichkeit auszuprobieren, welche Gegenstände sich in ihrem Bestand rentieren - und welche nicht. So werden bei Interesse an einer eigenen Bibliothek der Dinge nur solche Dinge angeschafft, die wirklich nachgefragt werden. Das spart Kosten ein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Der Nachmittag | 17.09.2020 | 17:40 Uhr

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