Sendedatum: 02.08.2018 20:05 Uhr

Oh Fyo!: Mit hymnischen Rocksongs auf dem Weg nach oben

von Astrid Wulf

Felix, genannt Flix, ist zurückhaltend und freundlich, seine Stimme sanft. Kaum vorstellbar, was für eine Stimme in dem schlaksigen jungen Mann steckt. Sie ist hell, klar und kraftvoll, erinnert nichtsdestotrotz hier und da an den verstorbenen Linkin Park-Sänger Chester Bennington. Flix ist der Sänger der frischen Lübecker Band Oh Fyo!. Der Bandname ist eine Reminiszenz an einen Song einer Vorgängerband, der Name des ersten Albums "Bravery", steht für den Mut, den Flix (29) und sein Kumpel Marius (27) mit der Bandgründung und den Arbeiten zum Debütalbum aufgebracht haben. Sie hätten alles auf eine Karte gesetzt, viel Zeit und Energie in die Band gesteckt. Dabei hätten die beiden auch viele Freunde vor den Kopf gestoßen, weil sie monatelang regelrecht abgetaucht seien, sagt Flix.

Ein Duo will hoch hinaus

Erste große Konzerte schon ein paar Monate nach Gründung von Oh Fyo!

Die Mühe hat sich gelohnt. Jetzt, gerade mal etwas mehr als ein Jahr nach Bandgründung haben Oh Fyo! schon zwei große Touren als Vorband begleitet. Unter anderem waren sie bundesweit mit Prime Circle aus Südafrika unterwegs. In ihrer Heimat füllt die Rockband ganze Stadien - hier haben sie immerhin vor rund tausend Leuten gespielt. An den hymnischen Rocksongs bastelt das Duo Oh Fyo! gemeinsam. Tontechniker Marius kümmert sich um die Produktion - für die Texte ist überwiegend Flix verantwortlich. Immer wieder geht es in seinen Texten darum, mutig zu sein und sich zu verwirklichen. Bei Liveauftritten werden Oh Fyo! von befreundeten Musikern unterstützt.

Der große Traum: ein Leben als Profimusiker

Songs zu komponieren und live vor Publikum zu spielen - das treibt Marius an. "Seit ich vier war, wollte ich immer Erfinder werden, das war immer so mein Traum. Und jetzt erfinde ich halt Musik - und das erfüllt einen irgendwie." Auch für Flix gibt es nichts besseres, als Musik zu machen. "Hier kann man unbeschwert spielen. Wo kann man das heutzutage noch?"

Oh Fyo! als Vorband auf der Bühne für die südafrikanische Rockband "Prime Circle". © Ina Bohnsack Fotograf: Ina Bohnsack

Oh Fyo!: Eine Band feiert Erfolge

NDR 1 Welle Nord - Von Binnenland und Waterkant -

Felix und Marius sind Oh Fyo!. Seit Erscheinen ihres Debütalbums "Bravery" läuft es für die beiden Alternativrockmusiker aus Lübeck richtig gut.

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Ohne Nebenjobs geht es noch nicht

Sie sind auf einem guten Weg, von der Musik leben zu können, sagt Flix, noch sei es allerdings nicht soweit. Marius arbeitet in einem Hamburger Tonstudio, Flix jobbt in einem Lübecker Fitnessstudio. Dort gibt er Kurse und kümmert sich darum, dass alles sauber und ordentlich ist. Manchmal wird er von den Kunden erkannt. Dem Oh Fyo! Sänger wäre es allerdings unangenehm, wenn er ständig bei der Arbeit auf die Band angesprochen würde: "Ich will natürlich auch da einfach meinen Job gut machen. Würde ich permanent Privatinterviews führen, würde irgendetwas schmutzig oder nicht aufgeräumt bleiben."

Fans fahren Hunderte Kilometer weit, um Oh Fyo! zu sehen

Oh Fyo! arbeiten schon am nächsten Album. Nachdem "Bravery" sehr opulent ausgefallen ist, sollen die neuen Songs etwas reduzierter werden. Das vergangene Jahr sei unglaublich gewesen, sagen Flix und Marius - sie hoffen einfach, dass es weiterhin so gut für sie läuft. Sie sind glücklich darüber, dass sie sich schon viele treue Fans erspielen konnten, sagt Flix: "Es gibt Leute, die fahren Hunderte von Kilometern zu unseren Konzerten. Das gibt einem schon den Eindruck, dass wir das richtig machen."

3 Fragen - 3 Antworten
Was ist eure erste musikalische Erinnerung?Flix: "Die Auftritte der Band meines Vaters. Er war Jazz-Musiker - sobald ich laufen konnte, habe ich das Bier zur Bühne gebracht."
Mit wem würdet ihr gern im Fahrstuhl steckenbleiben?Marius: "Mit einem Techniker:"
Wovor habt ihr Angst?Flix: "Im Fahrstuhl steckenzubleiben - und vor Erkältungen, für mich als Sänger ein absoluter Albtraum."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Von Binnenland und Waterkant | 02.08.2018 | 20:05 Uhr