Stand: 24.07.2018 15:30 Uhr

Sylt Marketing holt das Katapult raus

von Lukas Knauer

Mit einem Augenzwinkern möchte das Team von Sylt Marketing auf ein real existierendes Problem aufmerksam machen. Die Probleme rund um die Marschbahn sind der Tourismusorganisation der Insel ein Dorn im Auge. Deshalb wirbt sie jetzt für die neueste Art und Weise nach Sylt zu reisen: "Catapult Air".

In wenigen Minuten auf die Insel

Ein Mann in einem Anzug steigt einen Deich hinauf und zeigt in Richtung Nordsee. "Da ist Sylt", sagt er und schaut kurz in die Kamera. Auf seiner roten Cap steht "Catapult Air". Dann fliegt etwas an ihm vorbei. Das sind die ersten Sekunden eines etwa dreiminütigen Clips. Darin geht es um eine bahnbrechende Idee: Anstatt Inselgäste mit dem Zug über den Hindenburgdamm zu karren, werden sie einfach per Katapult auf die Insel "geschossen".

Möwen unterwegs nicht füttern!

"Reinlegen und die Füße nach vorne", sagt ein freundlich aussehender Servicemitarbeiter in Overall zu einem Kunden. Dort, wo auf mittelalterlichen Katapulten sonst ein großer Felsbrocken liegt, macht es sich nun ein Tourist gemütlich und klammert sich an seinem Koffer fest. Ohne weitere Worte zieht der Techniker an einem großen Hebel und schon geht das Katapult los.

Schauspieler sind echte Sylter

Das Ganze ist natürlich nur ein Gag. Ausgedacht hat ihn sich das Team von Sylt Marketing. Mit Erfolg: Der kurze Clip wurde alleine auf einer Videoplattform schon mehr als 17.000 mal angesehen. Das Chaos Ende Mai habe den Ausschlag gegeben, sagt die Pressesprecherin von Sylt Marketing, Jutta Vielberg. Chef Moritz Luft habe das Team zusammengetrommelt und überlegt. "Da kamen wir dann auf die Idee mit dem Katapult." Zusammen mit einer Werbeagentur wurde ein Konzept entwickelt, ein eigenes "Catapult-Air" - Logo designt und der Film an einem Tag abgedreht. Die Schauspieler, die in dem Clip zu sehen sind, sind übrigens Laien und alles Sylter.

Werbe-Gag mit ernstem Hintergrund

 "Alles immer noch besser, als am Bahnhof zu versauern", sagt eine Frau im Clip, die eine Urlauberin mimt. Und das trifft den Kern des Ganzen. Im Abspann heißt es nämlich: "22 Kilometer der Strecke von Niebüll nach Sylt sind seit 1927 immer noch eingleisig. Über 120 Züge pendeln dort täglich. Allein im Mai und Juni sind über 150 Züge ausgefallen, die Pünktlichkeit der Personenzüge bei Ankunft auf Sylt lag bei unter 40 Prozent." Deshalb fordert nun auch der Sylt Marketing Chef, Moritz Luft, dass die Marschbahnstrecke zweigleisig wird - und hat dafür eine Online-Petition gestartet. Ob diese Erfolg haben wird oder es doch irgendwann die neue Airline gibt, bleibt abzuwarten - kreativ ist sie aber, die Idee mit dem Katapult.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 24.07.2018 | 08:40 Uhr

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