Stand: 01.08.2020 14:07 Uhr

Von Olympia, Anekdoten, Teamgeist und Lektionen

Meike Evers-Rölver holte 2000 und 2004 Olympiagold im Doppelvierer. Gänsehautmomente, die auch Schwimmer Jacob Heidtmann gerne in diesem Sommer bei den Olympischen Spielen erlebt hätte. Der Traum von einer Medaille bleibt, wie die beiden Spitzensportler in einen ausführlichen Gespräch deutlich machen. Im Februar hatte Heidtmann in Des Moines (Iowa, USA) die Olympia-Qualifikation über 400 Meter Lagen geschafft. Aber statt in Tokio am Beckenrand, sitzt der 25-Jährige aus Borstel-Hohenraden (Kreis Pinneberg) an einem Vormittag Ende Juli auf dem Steg des 1. Kieler Ruderclubs. Er hat es sich in einem blauen Campingstuhl bequem gemacht. Im März hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) sich wegen der Corona-Pandemie entschieden, die Olympischen Spiele in Japan auf den Sommer 2021 zu verschieben.

Schwimmer Jacob Heidtmann und Doppel-Olympiasiegerin Meike Evers posieren für die Kamera.  Foto: Rudi Dautwitz

Evers-Rölver und Heidtmann im Gespräch: Das Warten auf Olympia

NDR 1 Welle Nord - Schleswig-Holstein Aktiv -

Sie war schon da, er wollte dieses Jahr hin: Meike Evers-Rölver war bereits zwei Mal bei den Olympischen Spielen, Jacob Heidtmann wäre es 2020 gewesen. Doch Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

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Leben wird für ein Jahr zurückgestellt

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Reporterin Hannah Böhme spricht mit Jacob Heidtmann (r.) und Meike Evers-Rölver (l.) über olympische Erfolge.

"Dass die Wettkämpfe jetzt gewesen wären, das ist total verrückt zu realisieren", sagt Schleswig-Holsteins aktuell bester Schwimmer und Deutscher Rekordhalter über 400 Meter Lagen. "Gefühlt hänge ich immer noch im März fest, kurz nach meiner Qualifikation für die Spiele. Es ist noch ein bisschen surreal, dass es jetzt noch 365 Tage sind, bis die Wettkämpfe starten", erzählt er weiter über seine aktuelle Gefühlslage. Um seinen Traum von Olympia zu verwirklichen, trainiert Heidtmann seit September vergangenen Jahres mit einem Profiteam in San Diego (Californien, USA). Er musste in Deutschland jetzt sein Visum verlängern und wartet darauf, wieder in die USA einreisen zu dürfen. Dass Heidtmann dafür viel Zeit und auch Geld investiert, sein Studium der Sozialökonomie erst mal auf Eis gelegt hat, quasi sein "ganzes Leben für ein Jahr zurückstellt", findet die zweifache Goldmedaillengewinnerin Meike Evers-Rölver "ehrlich mutig".

Medaillen werden nicht zur Schau gestellt

Die 43-Jährige sitzt Heidtmann am Steg gegenüber und bekommt beim Gedanken an ihre Olympischen Spiele immer noch Gänsehaut. Insgesamt war die heutige Vizepräsidentin des Landessportverbandes Schleswig-Holstein vier Mal dabei: drei Mal als Sportlerin, einmal als Funktionärin. Ihre sportlichen Höhepunkte: die Goldmedaillen im Doppelvierer 2000 in Sydney und vier Jahre später in Athen. Zur Schau stellt die heutige Polizistin und Mutter von zwei Kindern ihre Erfolge nicht: "So ein Olympiasieg, der steckt in einem drin. Ich weiß einfach, dass ich eine Sache in meinem Leben richtig gut kann. Aber ich muss mich darüber nicht bestätigen. Ich habe die Medaillen auch nicht bei mir an der Wand hängen."

Olympia ist mehr als die sportlichen Wettkämpfe

Die Olympischen Spiele sind sowohl für Meike Evers-Rölver als auch für Jacob Heidtmann mehr als die rein sportlichen Erfolge. Mit wem die Ruderin beispielsweise 2004 in Athen gefeiert hat, wer Jacob Heidtmann eine fußballerische Lektion 2016 in Rio de Janeiro erteilt hat und wie er heute mit seiner damaligen Disqualifikation im Vorlauf umgeht - über all das hat NDR Schleswig-Holstein mit den beiden Ausnahmesportlern gesprochen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Aktiv | 01.08.2020 | 14:20 Uhr