Stand: 13.06.2020 00:05 Uhr

UKSH: Neue App dankt für Blutspende

Wer schon einmal bei einer Blutspende war, kennt das Gefühl danach: Man sitzt zwischen den anderen Spendern beim Imbiss und freut sich, weil man etwas Gutes getan hat. Doch was passiert dann mit dem Blut? Hilft es jemandem? Rettet es vielleicht sogar Leben? Eine neue Kieler App soll darüber informieren. Pünktlich zum Weltblutespendetag ist die neue App "Statusplus Blutspende" an den Start gegangen. Die App soll dabei helfen, mehr Menschen zum Blutspenden zu bringen und den Ablauf rund um die Spende verkürzen.

VIDEO: IT-Talente entwickeln Blutspende-App (3 Min)

Kontroll- und Belohungssystem in einem

Entwickelt wurde sie von dem Start-up Unternehmen "Tricode" aus Kiel gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Damit bietet das UKSH als erstes Krankenhaus in Deutschland eine App an, die Blutspender nicht nur detaillierte Informationen über ihre Blutwerte gibt, sondern sie auch benachrichtigt, wenn ihre Spende für eine Bluttransfusion genutzt wurde. "Mit dieser Information über die konkrete Verwendung ihrer Blutspende möchten wir den Spenderinnen und Spendern ein virtuelles Dankeschön des UKSH übermitteln", sagt Prof. Dr. Siegfried Görg, Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin. "Jeder Spender rettet ein Leben und unterstützt uns bei der Versorgung unserer Patientinnen und Patienten."

Ein Blutspender liegt auf einer Liege um Blut zu spenden. © picture alliance / Robert Michael Foto: Robert Michael

AUDIO: Eine Blutspende-App aus Kiel (2 Min)

Vorteile eines virtuellen Blutspendeausweises

Jonas Reinhardt ist einer der Gründer von Tricode und hat die App mitentwickelt. "Wir wollen dazu beitragen, eine Versorgungssicherheit herzustellen", sagt er. Dies wolle er durch eine neue Form der Interaktion zwischen Spendern und Spenderquelle erreichen, die es bisher in dieser Form noch nicht gibt. "Die App ist ein digitaler Blutspendeausweis", ergänzt Nikita Segal, der ebenfalls Teil des vierköpfigen Entwicklerteams von Tricode ist. Reinhardt und Segal studieren Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Kiel.

Das Besondere an der App: Krankenhäuser können bei Bedarf und Zustimmung registrierte Personen um eine Spende bitten. Dies ist zum Beispiel dann praktisch, wenn gerade eine ganz bestimmte Blutgruppe benötigt wird. Ein weiterer Vorteil ist zudem, dass in der App die Gesundheitsdaten aus den Untersuchungen bei der Entnahme gespeichert werden können. Spender erhalten so beispielsweise ein großes und ein kleines Blutbild sowie ihre Eisen- oder Hämoglobinwerte auf ihr Smartphone.

Auch das DRK hat eine App für Spender

Bisher gab es auf dem Markt schon die App des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die Blutspende-App des DRK zeigt unter anderem an, wann wieder gespendet werden darf oder wie oft der Nutzer bereits teilgenommen hat. Außerdem besteht die Möglichkeit, den nächsten Spendetermin in der Umgebung zu suchen. Termine können direkt in die persönliche Kalender-App übernommen werden. Auch Erinnerungen per E-Mail sind möglich. Fleißige Blutspender werden mit Ansehen im deutschlandweiten Forum belohnt, denn dort erscheint neben dem Nutzernamen ein kleiner Tropfen. Dieser zeigt an, wie viele sogenannte Vollblutspenden ein User bereits getätigt hat.

Beide Apps bieten somit Vorteile über die eigentliche Spende hinaus. Auch die neue App "Statusplus Blutspende" steht allen Interessierten zur Verfügung. Die Nutzung der App ist für Blutspender am UKSH freiwillig und kostenlos.

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Menschen liegen entspannt beim Blutspenden in einem Raum © fotolia.com Foto: kasto

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NDR 1 Welle Nord | Der Nachmittag | 12.06.2020 | 16:40 Uhr

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