Sendedatum: 25.01.2018 06:40 Uhr

Lady Gagas Hochglanz-Party in Hamburg

Endlich ist sie da - und wie! Das Konzert mit Lady Gaga in Hamburg am 24. Januar 2018 ist ein Nachhol-Termin. Ursprünglich sollte das Konzert am 29. September stattfinden, musste aber aus gesundheitlichen Gründen verlegt werden. Die Sängerin leidet an chronischer Fibromyalgie, einer schmerzhaften Muskelerkrankung. Davon ist an diesem Abend nichts zu spüren - es soll ein unvergessliches Konzert-Erlebnis werden.

Bombastische Show

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Das Foto zeigt Lady Gaga beim Konzert in Vancouver am 1. August 2017. Leider können wir keine aktuellen Bilder vom Konzert in Hamburg zeigen.

Ohne Glitter, Westernhut und Schulterpolster fühlt man sich schnell underdressed an diesem Abend. Mit drei Monaten Verspätung ist Lady Gaga mit ihrer "Joanne World Tour" endlich in Hamburg - und ihre Fans sind aus ganz Deutschland, teils sogar aus Russland, Spanien oder Dänemark an die Elbe gekommen, viele von ihnen im Gaga-Look.

Lady Gaga selbst dürfte mit einem LKW nur für ihre Kostüme und die ihrer neun Tänzer angereist sein. Mal ist sie als Westerngirl im fransigen Dress unterwegs, mal räkelt sie sich im durchsichtigen Nichts aus Netz und Latex zu "Alejandro", mal zieht sie bei "Bloody Mary" im roten Barockkleid eine meterlange Schleppe hinter sich her oder es funkelt ihr Strass-Body bei "Just Dance" im Scheinwerferlicht. Für nahezu jeden Song gibt es eigene Outfits und eine ausgeklüngelte Licht- und Pyroshow. Hinzu kommt ein technischer Bombast, mit dem Lady Gaga in einer Liga mit Stadionrockern wie Coldplay oder U2 spielt. Die Hauptbühne vorn zum Beispiel besteht aus höhenverstellbaren Rampen. Bis zu zwei Meter heben sie sich aus dem Boden empor, während die Gaga und ihre Tänzer zum Beispiel zu "Telephone" oder "Bad Romance" darauf herumtanzen. Und wenn sich die Rampen so schief wie Wippen ausrichten, fragt man sich, wie sich Lady Gaga darauf mit ihren hohen Absätzen überhaupt halten kann.

Ganz nah bei den Fans

Zwei Drittel der Show sind Powerplay. Songs wie "Diamond Heart" oder "Perfect Illusion" bringt Lady Gaga im neuen, erdigen Rock-Sound auf die Bühne. Bei "A-Yo" greift sie im fransigen Westernlook selbst zur Gitarre. Bei Songs wie "Scheiße", "Love Game" oder "Poker Face" dröhnen die Elektrobeats mit aller Macht durch die Arena - und Gagas Ansagen sind eindeutig: "Aufstehen!", kreischt sie. "Ich will euch auf euren verdammten Füßen sehen. Das ist eine Party!" Und diese Party ist mit "Applause" plötzlich überall in der Arena. Von hoch oben aus dem Hallendach senken sich drei Brücken herab und verbinden die Hauptbühne mit drei Nebenbühnen, die sich aus dem Innenraum emporschrauben. Ob ganz hinten in der Halle, am Rand oder mitten in der Menge – alle Fans sind nun ganz nah dran an ihrem Star.

Und dort, mitten in der Menge, nimmt sich Lady Gaga Zeit für das, was ihre Fans bewegt: "Es ist egal, welche Hautfarbe du hast. Es ist egal, welche Religion du hast, welches Geschlecht du hast, wie alt du bist!", ruft sie kämpferisch. "Edge of Glory" widmet sie gefühlvoll und stimmgewaltig am Piano "allen die anders sind - und all den Freunden, die für uns da sind." Dabei legt sie sich eine Regenbogenflagge auf ihre Schultern, die Fans zur Bühne hinaufgereicht haben. "Born This Way" direkt danach macht die Show vollends zur bunten Pride-Parade. Ein klares, liebevolles Statement, für das die LGBT-Community Lady Gaga feiert.

Gänsehaut-Momente

Nur für einen jungen Mann in der Arena wird dieser Gänsehaut-Moment noch getoppt: Paul, der mehr als 1.000 Kilometer zum Konzert angereist ist und der einen Brief auf die Bühne wirft. Es ist ein Dankeschön, weil die Musik von Lady Gaga sein Leben verändert hat, wie er schreibt. Lady Gaga liest nicht nur den Brief vor, sondern besucht Paul auch in der Menge, macht ein Foto und unterschreibt schließlich auf seinem Gaga-Tattoo.

Kurz darauf funkelt aber nur noch ein einsamer Westernhut im Scheinwerferlicht. Der silberne Flügel, auf dem Lady Gaga gerade noch im strassbesetzten Catsuit stand und die Powerballade "Million Reasons" herausschleuderte, ist verschwunden. Versunken im Bühnenboden, zusammen mit dem Star. Und als plötzlich das Licht wieder angeht, können es viele Fans noch nicht so recht fassen, was sie in den vergangenen knapp zwei Stunden erlebt haben. Manche der "kleinen Monster", wie Lady Gaga ihre Fans nennt, trocknen ihre feuchten Augen.

Hinweis der Redaktion: Leider können wir Ihnen keine Fotos vom Konzert in Hamburg anbieten, da das Management von Lady Gaga ein vollständiges Fotografier- und Filmverbot verfügt hat. Wir bedauern diese Einschränkung der unabhängigen Berichterstattung und bitten um Verständnis.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 25.01.2018 | 06:40 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/unterhaltung/events/Lady-Gaga-live-in-Hamburg,ladygaga832.html

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