Stand: 13.04.2019 00:00 Uhr

Herbert Grönemeyer - Die "Röhre" aus dem Pott

von Stefanie Grossmann

Herbert Grönemeyer bezeichnet sich selbst gerne als "Kind des Ruhrgebiets", doch zum Zeitpunkt seiner Geburt lebt die Familie in Clausthal-Zellerfeld im Harz. Dass Herbert Arthur Wiglav Clamor am 12. April 1956 in Göttingen auf die Welt kommt, liegt an einem medizinischen Phänomen. Weil seine Mutter während der Schwangerschaft immer ohnmächtig wird, wenn sie sich auf die linke Seite dreht, sucht sie einen bekannten Professor in Göttingen auf. "Umso länger der Name, desto schöner das Kind", soll seine Mutter zur Wahl des ausgefallenen Namens gesagt haben.

Kurz vor seinem ersten Geburtstag zieht die Familie nach Bochum. Grönemeyer wächst in einem bürgerlichen Elternhaus auf: Sein Vater arbeitet als Bergbauingenieur, die Mutter kümmert sich um die drei Söhne.

Herbert Grönemeyer: Bühnenreif seit 40 Jahren

"Popstar wollte ich nie werden, aber Fußballprofi"

Schon früh wird Herbert Grönemeyer an Musik herangeführt. Mit fünf bekommt er eine Ukulele und als er acht Jahre alt ist, lernt er Klavierspielen. Fast seine ganze Schulzeit singt er in Chören. Über seine Kindheit sagt er: "Ich bin zwischen Liebe, musischer Zuneigung und Strenge groß geworden." Bereits in der Schulzeit startet Grönemeyer eine außergewöhnliche Musikkarriere. Mit 13 singt er in einer Band, die regelmäßig in Jugendzentren auftritt. Herbert Grönemeyer gilt damals als guter Sänger. Bis auf das Fach Deutsch trifft das auf ihn auch als Schüler zu. Zusammen mit Schulfreund Claude-Oliver Rudolph schummelt er sich in diesem Fach durchs Abi. Als Kind will Grönemeyer weder Musiker noch Schauspieler werden - Fußballprofi ist sein erklärtes Berufsziel.

Mit 17 von Peter Zadek entdeckt

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Unter der Intendanz des Schauspieldirektors Claus Peymann arbeitet Grönemeyer einige Zeit am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart.

Doch es kommt anders: Noch vor dem Abi singt und musiziert Grönemeyer am Schauspielhaus Bochum. In einem Beatles-Musical entdeckt ihn Peter Zadek 1974. Der Regisseur macht den 19-Jährigen 1976 zum musikalischen Leiter des renommierten Theaters. Weil das Schauspielhaus experimentell agiert, kommt Grönemeyer ungewollt zur Schauspielerei. Nebenbei beginnt er ein Studium der Musik- und Rechtswissenschaften. "Ich machte alles auf einmal", erinnert sich Grönemeyer später, "wusste dabei aber nicht, was ich wirklich wollte". Außer in Bochum war Grönemeyer unter anderem auch am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und an der Freien Volksbühne Berlin in Klassikern von Shakespeare und Wedekind zu sehen.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 06.03.2019 | 19:30 Uhr