Stand: 12.01.2017 16:57 Uhr

Amy Macdonald: "Versuche nie, 'typisch' zu klingen"

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Amy Macdonald veröffentlicht bald ihr neues Album.

Wochenlange Promotouren? Für Amy Macdonald kein Problem. Wegen eines späten Fliegers aus München hatte die Schottin aus Glasgow nur vier Stunden Schlaf - und erschien trotzdem plauderig und strahlend zu ihrem NDR 2 Termin. Im Interview unterhielt sie sich über neu entdeckte Qualitäten, den schottischen Akzent und natürlich über die Songs vom kommenden Album "Under Stars".

Ich weiß, dass du ein Mensch bist, der nicht angeben mag. Aber im Jahr 2015 wurdest du in Schottland für dein Songwriting gewürdigt. Bist du darauf stolz?

Amy Macdonald: Klar ist das schön, Preise und Auszeichnungen zu erhalten, aber vor Publikum und Fans zu stehen, ist die wesentliche Auszeichnung. Die Menschen haben schwer gearbeitet und ihr Geld für ein Ticket ausgegeben. Das zählt für mich!

Am 17. Februar erscheint dein Album Nummer vier, "Under Stars". ("Unter Sternen", Anm. d. Red.) Das hat aber nichts mit den Stern-Tattoos auf deinen Armen zu tun, oder?

Machen den Handy-Check im Studio (v.li.): Elke Wiswedel, die schottische Sängerin Amy Macdonald und Jens Mahrhold © NDR 2 Fotograf: Kamila Klepacki

Amy Macdonald im Handycheck

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Die schottische Sängerin Amy Macdonald steht auf schnelle Autos und hat die E-Mail Adresse von einem echten Weltstar im Adressbuch. Der komplette Handycheck bei Wiswedel & Mahrhold.

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Macdonald: Nein. Ich habe den Song für eine mir sehr nahestehende Freundin geschrieben. Sie nahm einen Job in New York an - das klingt auch klasse, aber tatsächlich hatte sie tierisches Heimweh. Als ich eine Tourpause hatte, habe ich sie besucht und konnte für sie ein Stückchen Heimat sein. Am Flughafen ist sie dann auch gleich in Tränen ausgebrochen, als sie mich sah. Auf dem Rückflug, der ein Nachtflug war, habe ich mir schon Sorgen um sie gemacht. Ich blickte aus dem Fenster, sah den Sternenhimmel über Manhattan und hatte dann die Idee: 'Wir sind doch alle unter denselben Sternen, ob nahe oder fern, darunter finden wir uns alle wieder.' Also wurde aus dem Titelsong zugleich ein Lied über sie, über Heimweh und das Gefühl, wie es ist, von seiner Familie entfernt zu sein. Und ich glaube, dass viele Leute sich in dem Lied wiederfinden werden.  

Die erste Single aus dem Album heißt "Dream On". Die hat den typischen Drive, zeigt dich stimmlich zum Schluss aber ganz anders - du singst endlich mal hoch! Hören wir da eine neue Amy?

Macdonald: Ansonsten bin ich stimmlich eher in den tiefen und lauten Tönen unterwegs. Ich versuche aber nie, "typisch" zu klingen. Manchmal höre ich Beschwerden wie 'Warum hast du dich nicht weiter entwickelt?' Warum sollte ich anders werden? Offensichtlich gefällt doch genau das dem Publikum, und mir natürlich auch. Deswegen wird man von mir auch nie ein Konzeptalbum oder Ähnliches erwarten können. Ich mache, was mir Spaß macht und den Leuten gefällt.

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Im Song "Automatic" singst du "I've taken the easy way out, over and over again" ("Immer und immer wieder habe ich mir den leichten Weg hinaus gesucht", Anm. d. Red.) Ist das für dich wirklich ein probates Mittel?

Macdonald: Ich schreibe gar nicht so oft über mich. Hier geht es mehr um Leute, die vor ihren Problemen davonlaufen. Ich bin das genaue Gegenteil davon. (lacht) Bei mir funktioniert nichts, wenn in meinem Kopf die Gedanken umher purzeln oder ich mir Sorgen mache. Ich muss mich immer gleich hinsetzen und die Dinge ansprechen, sonst frisst es mich auf.  

Edinburgh in Schottland hat die Theaterszene und sein Schloss - was hat deine Heimat Glasgow dem entgegenzusetzen?

Macdonald: (wie aus der Pistole geschossen) Herz und Seele! Glasgow ist einfach eine Musikstadt. Wir haben Hunderte Veranstaltungsorte. Kleine Pubs, in denen es "Open Mic"-Nächte gibt bis hin zur Arena mit 13.000 Plätzen. Bei uns gibt es alles - und mit den Jahren sind manche großen Acts aus Glasgow hervorgegangen. Und für mich ist es cool, ein Teil davon zu sein.

Wenn du in einem der heimischen Clubs Karaoke singen gehst, was kann man dich da schmettern hören?

Macdonald: Ich liebe die großen, stolzen Songs. Sowas wie von Diana Ross oder Tina Turner. Die gehen beim Karaoke immer sehr gut. (schmunzelt)

Was würdest du raten, wenn man den Akzent vor Ort nicht versteht?

Macdonald: Das ist gar nicht so leicht. Es kann schon sein, dass man den Taxifahrer nicht mehr versteht. Das ist auch mir schon ein paar Mal passiert. Aber es gibt da auf Netflix eine großartige Serie, die ich sehr schätze, eine schottische Comedy namens "Still Game". Dort wird mit einem starken "Glaswegian" Akzent gesprochen. Wenn man sich davon ein paar Folgen auf dem Flug nach Glasgow ansieht, ist man sicher gut vorbereitet. (lacht)

Du sollst eine Autonärrin sein und einen Audi R8 GT, einen Range Rover sowie einen Ferrari 458 besitzen. Wie weit ist es noch bis zu deinem Traumauto Bugatti Veyron?

Macdonald: Es werden einfach keine Bugatti Veyrons mehr hergestellt - der Traum ist also ausgeträumt. Es sei denn, ich finde noch mal einen gebrauchten. Allerdings gibt es jetzt ein hyperneues Modell, den Bugatti Chiron. Bald soll er herauskommen. Ein steiles Teil, sieht großartig aus. Vielleicht steht der auf meiner neuen Wunschliste.

Wie wirst du mit diesem sicher auch sehr stressigen Job fertig?

Macdonald: Ganz entspannt zu Hause zu sein. Meine Vorstellung von einem perfekten Tag ist es, mit meinem Hund einen langen Spaziergang zu machen, ansonsten zu chillen. Am besten mit gutem Essen. Das würde mir schon vollkommen genügen.

Was ist das für ein Hund und was würdest du gerne an einem freien Tag so futtern?

Macdonald: Es Ein Mini-Schnauzer namens Arnold. (Tatsächlich benannt nach Arnold Schwarzenegger, Anm.d. Red.) Essen würde ich ohnehin alles. Ich bin ein echter Futter-Fan, daher würde ich alles ausprobieren.

Deine Superpower?

Macdonald: Das ist meine Entschlossenheit. Mir war gar nicht klar, wie ausgeprägt die bei mir ist, bis ich mit Sport und Fitness angefangen habe. Ich habe bei anderen Leuten gesehen, dass die beim Sport einen guten Start hinlegen, dann es aber mit der Zeit nicht mehr so ernst nehmen und "hinten rüber fallen". Ich bin allerdings eher der Typ, der, wenn er erst mal dran ist, auch am Ball bleibt. Es kann vorkommen, dass ich um vier Uhr aufstehe und meine Übungen mache, weil ich im Anschluss ein Flugzeug nehmen muss oder einen Auftritt habe. Dafür nehme ich mir dann also Zeit. So entschieden vorzugehen ist eine Qualität, die ich erst kürzlich an mir entdeckt habe.

Danke für das Gespräch!

Das Interview führte Kristina Bischoff, NDR 2.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 12.01.2017 | 15:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/unterhaltung/Amy-Macdonald-im-Interview-mit-NDR-2,amy298.html

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