Stand: 18.09.2018 12:30 Uhr

Wie steht es um die Gerechtigkeit in Deutschland?

Wie gerecht geht es zu in Deutschland? Darüber ist die Meinung deutlich geteilt: 51 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren empfinden die Situation als eher gerecht, während 46 Prozent sie als eher ungerecht wahrnehmen. Die übrigen 3 Prozent sind unentschlossen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Zeitraum 27. bis 29. August 2018 im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks für die ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit".

Knapp zwei Drittel der Bevölkerung fühlen sich in unserer Gesellschaft persönlich angemessen behandelt. Während jeder Zehnte sich selbst sogar als eher bevorzugt einstuft, fühlt sich jeder Fünfte eher benachteiligt.

Wer fühlt sich benachteiligt? Wer angemessen behandelt? Die Befragung zeigt: Der Anteil derer, die sich persönlich benachteiligt fühlen, steigt mit sinkender Bildung sowie sinkendem Haushalts-Nettoeinkommen.

Ebenso neigen Menschen mit niedriger Bildung oder niedrigem Haushalts-Nettoeinkommen vermehrt zu einer negativen Haltung, wenn sie die Verhältnisse in Deutschland bewerten sollen.

Zwischen Männern und Frauen ist die Wahrnehmung ebenfalls unterschiedlich. Jede zweite Frau (54 Prozent) empfindet die Verhältnisse in Deutschland als eher ungerecht, während lediglich gut jeder dritte Mann (38 Prozent) dieser Auffassung ist.

Bei der Frage, ob man sich persönlich in der Gesellschaft angemessen behandelt fühlt, stimmen Frauen und Männer dagegen weitestgehend überein.

Auch zwischen West- und Ostdeutschland sind die Meinungen geteilt: Im Westen findet eine knappe Mehrheit die Verhältnisse in Deutschland eher gerecht (53 Prozent), in den ostdeutschen Ländern lautet die Bewertung für die Situation in der gesamten Bundesrepublik mehrheitlich "eher ungerecht" (52 Prozent).

Auch auf die Frage danach, ob man sich persönlich in der Gesellschaft angemessen behandelt fühlt, antwortet eine knappe Mehrheit der Menschen in den alten Bundesländern "eher bevorzugt" und "angemessen behandelt".

Bei den Altersgruppen ragen die 50- bis 64-Jährigen heraus: 55 Prozent von ihnen beschreiben die aktuelle Situation als eher ungerecht. Bei den 14- bis 34-Jährigen sind es 45 Prozent, bei den 35- bis 49-Jährigen 46 Prozent. Von den Menschen, die älter als 65 Jahre sind, teilen 38 Prozent die Einschätzung.

Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap hat im Auftrag des NDR im Rahmen einer repräsentativen Studie vom 27. bis 29. August 2018 in Deutschland insgesamt 1.017 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren befragt. Die Fehlertoleranz beträgt zwischen 1,4 Prozentpunkten (bei 5 Prozent Anteilswert) und 3,1 Prozentpunkten (bei 50 Prozent Anteilswert).

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Forum am Sonntag | 11.11.2018 | 06:05 Uhr