Stand: 13.11.2018 10:00 Uhr

Rund 500.000 Rentner beziehen Grundsicherung

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Seit 2003 hat sich die Zahl der Grundsicherung beziehenden Rentner verdoppelt.

Laut offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind derzeit nur rund drei Prozent der Rentner auf Fürsorgeleistungen des Staates angewiesen, um ihre Rente auskömmlich aufzustocken. Das sind rund eine halbe Million Menschen. Aber: Seit 2003 hat sich die Zahl der Rentner verdoppelt, die Grundsicherungsleistungen beziehen. Dabei ist die regionale Verteilung sehr unterschiedlich. Beispiel Offenbach: Dort sind 8,6 Prozent der über 65-Jährigen auf staatliche Unterstützung angewiesen, das sind fast dreimal so viele wie im Bundesdurchschnitt.

Drei Prozent? Oder sind 15 Prozent der Rentner von Altersarmut betroffen, wie eine Umfrage von Infratest dimap für die ARD besagt? Die Umfrage zeigt, dass es bei dem Thema offenbar eine hohe Dunkelziffer gibt. Zahlreiche Rentner, die Leistungen vom Staat beantragen könnten, nehmen ihre Ansprüche aber nicht wahr - aus Scham oder Stolz, wie die Sozialverbände sagen. Oder aus Unwissenheit.

Ein älterer Herr und eine junge Dame gehen am Strand spazieren und unterhalten sich. © NDR, honorarfrei

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Der Anteil der Menschen, die Leistungen zur Grundsicherung im Alter beziehen, ist in Westdeutschland höher als in Ostdeutschland. Das liegt daran, dass die derzeitige Rentnergeneration im Westen aufgrund von Arbeitslosigkeit durchaus "unterbrochene Erwerbsbiografien" aufweist, wie es die Experten nennen. In der ehemaligen DDR, wo es staatlich garantierte Vollbeschäftigung gab, können die Rentner auf eine Erwerbsbiografie ohne Unterbrechnungen zurückblicken. Allerdings: Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren aufgrund der höheren Arbeitslosenzahlen im Osten seit der Wiedervereinigung umkehren.

Wie groß wird das Problem Altersarmut? Bis zu 50 Prozent der Rentner werden in Zukunft betroffen sein, warnen die Gewerkschaften. Vor allem geschiedene, alleinstehende Frauen und Menschen, die nicht kontinuierlich in die Rentenkasse einzahlen, stehen schlecht da. Experten warnen: "Die Teilzeitarbeit von heute ist die Altersarmut von morgen."

Altersarmut durch Niedriglohn-Jobs und Arbeitslosigkeit

Andere Studien, wie die jüngste Rentenstudie der Bertelsmann-Stiftung, gehen davon aus, dass 2036 immerhin 20 Prozent der Rentner betroffen sein könnten. Ein zentraler Grund für diese Entwicklung seien die schlechten Erwerbsbiografien zukünftiger Rentnergenerationen in Ostdeutschland durch die hohe Arbeitslosigkeit der 1990er- und frühen 2000er-Jahre.

Laut einer Studie der Deutschen Rentenversicherung Bund ist das Risiko, später niedrige Rentenansprüche zu haben, für Menschen höher, die zwischen 1981 und 1984 geboren wurden. Besonders betroffen: Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten. Wer jeden Monat darum kämpfen muss, die Miete pünktlich zu zahlen, hat kein Geld, privat fürs Alter vorzusorgen.

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Dieses Thema im Programm:

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