Sensationelles Silber für Susann Beucke und Tina Lutz bei Olympia

Stand: 03.08.2021 11:31 Uhr

Segler aus Schleswig-Holstein haben am Morgen bei den Olympischen Spielen in Tokio für einen starken Auftritt gesorgt. Insgesamt gab es für die deutschen Segler drei Medaillen.

von Frauke Hain

Allen voran haben Susann Beucke aus Strande bei Kiel und ihre Partnerin Tina Lutz für die Sensation bei den Olympischen Segelregatten vor Enoshima gesorgt. Denn das Duo hat die erste Silbermedaille für die deutschen Segelfrauen seit 21 Jahren gewonnen.

Das abschließende Medaillenrennen beendeten Beucke und Lutz auf Platz fünf. "Alter Vadder, ey", platzte es aus Beucke heraus. Steuerfrau Lutz verriet lachend, welche Folgen der Silbercoup von Tokio für das Duo haben wird. "Mein erstes Kind wird Susann heißen." Später einigten sich beide auf "Sanni". "Susann mag sie gar nicht", sagte Beucke unter großem Gelächter mit Blick auf Lutz, zugleich versicherte sie: "Meine Tochter muss Tina heißen."

Seit 14 Jahren ein Segel-Duo

Nach dem Finaleinlauf war das Duo erst nicht ganz sicher, ob es Silber oder Bronze gewonnen hat. "Dann hat uns das keiner sagen können. Und dann haben wir irgendwann entschieden, dass wir einfach feiern. Ob Dritter oder Zweiter ist beides mega geil. Silbermedaillengewinner - das ist Wahnsinn", freute sich Beucke nach dem Rennen. Sichtbar stolz nahmen die beiden ihre Medaillen entgegen - und hingen sie sich gegenseitig um den Hals. Beucke und Lutz segeln seit 14 Jahren zusammen, die Olympia-Qualifikation hatten sie sich erst im dritten Anlauf nach London 2012 und Rio 2016 gesichert.

Deutschlands Erik Heil und Thomas Plössel feiern den Gewinn der Bronzemedaille. © picture alliance/dpa/AP Foto: Bernat Armangue
Erik Heil (oben) und Thomas Plößel (unten) gewinnen Bronze - wie schon 2016 in Rio.
49er: Segel Krimi mit Happy End und Bronze

Für den Kieler Erik Heil und seinen Partner Thomas Plößel endete die olympische Regatta mit einem Segelkrimi. Sie segelten volles Risiko, zogen durch ein starkes Rennen noch am spanischen Boot vorbei und beendeten das Medal Race auf Platz zwei. Damit konnten sich die beiden Kieler vom vierten auf den dritten Platz der Gesamtwertung verbessern - und wiederholten ihren Erfolg von Rio 2016. "Ich freue mich unfassbar und zehnmal mehr als damals", betonte Plößel. "Ich war ein bisschen zittrig, aber ich konnte es gut kontrollieren. Das Rennen war sehr aufregend, der Tunnel war schon massiv." Und Erik Heil beschreibt bange Minuten nach dem Zieldurchlauf: "Erst mal hat es nicht so ausgesehen für uns. Wir dachten, wir brauchen fünf Boote zwischen uns und den Spaniern. Wir haben aber nur vier gezählt." Nach zehn Minuten forderte sie ein Fotograf dann zum Feiern auf. "Wir haben ihn gefragt - 'warum?' - weil wir uns ziemlich sicher waren, dass das Diego machen müsste. Und dann haben wir das eben gemacht", so Heil.

Hannah Böhme und Christine Pilger schauen in die Kamera. © Janis Röhlig/NDR Foto: Janis Röhlig
AUDIO: Heimvorteil mit Alica Stuhlemmer (40 Min)

Olympia-Bronze für Kohlhoff und Stuhlemmer

Die Katamaran-Segler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer jubelten nur wenig später über ihre Bronzemedaille im Nacra17. Damit krönten sie den Tag für die deutschen Segler. Das Kieler Mixed-Duo verteidigte seinen dritten Platz in der Gesamtwertung trotz eines Fehlers vor dem Start mit dem achten Platz im Medaillenrennen. "Wir sind wahnsinnig stolz, Teil dieses coolen Teams zu sein, das heute drei Medaillen gewinnen konnte", sagte Kohlhoff.

Glückwünsche aus Schleswig-Holstein nach Enoshima

In den sozialen Netzwerken sammeln sich die Glückwünsche. Und auch Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gratuliert: "Ich bin total begeistert. Gleich drei Medaillen an einem Tag für Seglerinnen und Segler aus Schleswig-Holstein - Wahnsinn! Ganz herzlichen Glückwunsch zu diesen tollen Erfolgen." Auch Sportministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) schließt sich den Glückwünschen an: "Großartig! Ich freue mich von ganzem Herzen für die Seglerinnen und Segler - einfach toll! All die Arbeit und das Training haben sich ausgezahlt. Die drei Teams haben im entscheidenden Moment zum Teil begeisternde Aufholjagden gezeigt. Das war heute Werbung für den Segelsport Made in Schleswig-Holstein!"

Zuletzt hatte es 2000 in Sydney dreimal Edelmetall für deutsche Segler gegeben. Damals hatten sie zweimal Silber und einmal Bronze gewonnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.08.2021 | 10:00 Uhr