Stand: 26.11.2018 12:00 Uhr

Schützin Scheibl: Mit viel Disziplin nach Tokio

von Christine Pilger

Sie war schon fünf Mal Kandidatin zur Sportlerin des Jahres - die Nominierung wird für Trap-Schützin Sonja Scheibl aus Itzstedt (Kreis Segeberg) aber keinesfalls zur Gewohnheit. "Ich freue mich immer - das zeigt mir, dass meine Erfolge wahrgenommen werden." Auch wenn Scheibl selbst ihr sportliches Jahr 2018 als "mittelmäßig" beschreibt. Der diesjährige sportliche Höhepunkt für die 39-Jährige war der Gewinn der Silbermedaille mit der Damen-Mannschaft bei der EM im österreichischen Leobersdorf. Mit einem neu zusammengestellten Team. "Das Zusammenspiel beim Mannschaftssport muss passen - und das hat es. Wir haben echt gut zusammen funktioniert", blickt die Schleswig-Holsteinerin zurück.

Schützin Sonja Scheibl im halb angeschnittenen Portrait. © NDR

Schützin Sonja Scheibl im Kurzporträt

Schleswig-Holstein Magazin -

Seit gut 20 Jahren schlagen zwei Herzen in der Brust von Sonja Scheibl aus Itzstedt: Das Tischler-Handwerk und das Wurfscheiben-Schießen. Der Sport soll sie 2020 zu Olympia bringen.

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Neue Regularien kitzeln immer wieder

Scheibl, die hauptberuflich als Tischlerin arbeitet, war außerdem bei der WM in Korea dabei. Dort konnte sie aber nicht an die vorherigen Erfolge anknüpfen. "Da war bei mir die Luft raus. Das Jahr war lang." Herausfordernd und abwechslungsreich zugleich seien auch immer die beinahe jährlichen Änderungen der Regularien beim Trap-Schießen, erzählt Scheibl. So gab es in diesem Jahr zum ersten Mal Mixed-Teams: "In dem Wettbewerb müssen wir, anders als sonst, schnell hintereinander auf die Scheiben schießen. Da mussten mein Partner und ich uns erst mal drauf einstellen. Aber nach einer Zeit hat es dann auch Spaß gemacht - einfach, weil es wieder etwas Neues ist."

Von Itzstedt über L.A. nach Tokio

Sonja Scheibl trainiert beim Itzstedter TV hauptsächlich am Wochenende - in der Woche steht sie in der Werkstatt und arbeitet als Tischlerin. Auch sie kennt das Gefühl, manchmal lieber den Nachmittag auf dem Sofa verbringen zu wollen. "Aber wenn ich mich dann erst mal aufgerafft und trainiert habe, geht es mir einfach besser." Es braucht viel Disziplin und Organisation, um seit mittlerweile mehr als zwanzig Jahren Beruf und Leistungssport unter einen Hut zu bringen.

Aber die 39-Jährige hat noch große Ziele, die sie von der "Sport-Rente" abhalten. Im Januar geht es für neun Tage mit dem deutschen Trap-Team nach Los Angeles - zum Klima-Training. "Im Frühjahr stehen einige Wettkämpfe in wärmeren Regionen an. Darauf wollen wir uns mit den perfekt passenden Bedingungen vorbereiten - im T-Shirt, nicht in der dicken Jacke", sagt Scheibl. 2019 will sie richtig angreifen: Ihr großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 13.12.2018 | 19:30 Uhr

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