Stand: 26.11.2018 12:00 Uhr

Großer THW Kiel im "kleinen" Europapokal

von Rudi Dautwiz

Wer die Geschäftsstelle des THW Kiel in der Kieler Innenstadt besucht, der erkennt beim Anblick der vielen Pokale und Trophäen sofort: Der 1904 gegründete Turnverein Hassee-Winterbek hat in Deutschland die meisten Titel gewonnen und ist zusammen mit dem FC Barcelona der erfolgreichste Handball-Verein der Welt. 20 Deutsche Meisterschaften, 10 Pokalsiege und 3 Siege in der Champions League hat der Club vor allem in den vergangenen 24 Jahren gewonnen und gefeiert. Diese Erfolge sind aber auch dafür verantwortlich, dass der fünfte Platz in der vergangenen Bundesliga-Saison als große Enttäuschung wahrgenommen wird.

Ein halb angeschnittenes Vereinslogo vom THW Kiel. © NDR

THW Kiel im Kurzporträt

Schleswig-Holstein Magazin -

Der Handball-Rekordmeister THW Kiel hat eine Bundesliga-Saison mit Höhen und Tiefen gespielt. An deren Ende qualifizierten sich die "Zebras" für den "kleinen" Europapokal.

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Zur Winterpause auf Tuchfühlung mit der Spitze

Die Saison 2017/18 lief von Anfang an nicht wie geplant. Der Umbruch innerhalb der Mannschaft war noch nicht vollzogen, dazu kamen große Verletzungsprobleme - und so lief der THW Kiel von Anfang an den Top-Teams der Bundesliga hinterher. Hinzu kam das frühe Achtelfinal-Aus im DHB-Pokal in Hannover und eine durchwachsene Champions-League-Vorrunde. In der Winterpause befand sich das Team von Trainer Alfred Gislason daher in der Liga nur auf Rang fünf - mit einem Punkt Rückstand auf den späteren Meister aus Flensburg.

Bundesliga-Endspurt mit 18:2 Punkten

Nach der EM-Pause sollte beim Start in das Handball-Jahr 2018 alles besser werden an der Kieler Förde. Doch es wurde zunächst noch schlimmer. Durch knappe Heim-Niederlagen gegen Wetzlar und Hannover verspielten die Kieler schnell ihre letzte Meisterschaftschance. In der Champions League folgte das Aus im Viertelfinale. Gegen Vardar Skopje fehlte am Ende nur ein Tor zum Einzug in das Final Four. Selbst der Bundesliga-Endspurt mit 18:2 Punkten wurde nicht positiv wahrgenommen. Die einzige Niederlage innerhalb dieser Erfolgsserie erlaubten sich die Kieler ausgerechnet vor eigenem Publikum im Derby gegen Flensburg. Die SG feierte wenige Wochen später die Meisterschaft - der THW beendete die Saison als Tabellenfünfter und qualifizierte sich damit nicht einmal für die Champions-League.

Veränderungen im Team nach "Visite"

Die Saison ohne den Gewinn eines Titels nahmen die Verantwortlichen beim THW Kiel aber auch als Chance an. Der Verein wurde einem internen "TüV" unterzogen und als Konsequenz offensichtliche Mängel behoben. So verpflichtete der Verein mit Viktor Szilagyi einen Sportlichen Leiter. Filip Jicha unterstützt Trainer Gislason seit dem Sommer als Co-Trainer. Der Tscheche soll dann ab der kommenden Saison, wenn der Vertrag von Gislason ausläuft, das Erbe des erfolgreichen Isländers übernehmen und für die Mannschaft verantwortlich sein. Die Fans sind ihrem Verein treu geblieben. In der Bundesliga spielt der Rekordmeister regelmäßig in einer ausverkauften Arena und selbst zum ersten Spiel im EHF-Pokal gegen den norwegischen Underdog Drammen HK unterstützten fast 7.000 Kieler ihren THW.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 13.12.2018 | 19:30 Uhr

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