Stand: 27.07.2019 19:10 Uhr

Zverev vergibt Matchbälle und verliert Halbfinal-Krimi

Alexander Zverev muss den Traum vom Heimsieg am Hamburger Rothenbaum begraben. Der Weltranglisten-Fünfte unterlag am Sonnabend Titelverteidiger Nikolos Bassilaschwili aus Georgien nach einem wahren Krimi und zwei vergebenen Matchbällen mit 4:6, 6:4, 6:7 (5:7). "Ich habe meine Chancen überhaupt nicht genutzt, das ist schade. Es ist kein schönes Gefühl gerade", resümierte der Hamburger: "Aber es war eine Wahnsinnswoche für mich und großartig, zuhause zu sein. Ich habe unglaubliche Emotionen gehabt."

Der Weltranglisten-16. Bassilaschwili trifft im Finale am Sonntag (12 Uhr, live im NDR) auf Andrej Rublew. Der Russe, der im Viertelfinale den topgesetzten Österreicher Dominic Thiem ausgeschaltet hatte, besiegte Pablo Carreno Busta aus Spanien mit 4:6, 7:5, 6:1.

Mit großem Kampf zurück ins Match

Zverev kassierte in einem ausgeglichenen Match im ersten Durchgang nach einem abschließenden Doppelfehler das Break zum 4:6 und damit den Satzverlust. Wütend schmiss der 22-Jährige den Schläger auf den Boden, doch auch danach lief es zunächst nicht viel besser.

Die Partie zeichnete sich weiterhin durch lange Grundlinienduelle aus - oft mit dem besseren Ende für Bassilaschwili, der Zverev mit seiner Vorhandpeitsche immer wieder unter Druck setzte. Nach einem Break zum 1:3 schien der ATP-Weltmeister im zweiten Abschnitt schon auf der Verliererstraße zu sein, doch er bewies wie schon am Vortag große Moral und glich den Aufschlagverlust direkt wieder mit dem Re-Break aus. Beim Stand von 4:4 nutzte Zverev eine Schwächeperiode seines Gegners, der sich nun viele unnötige Fehler leistete, und servierte schließlich mit Erfolg zum Satzgewinn - mit dem elften Ass war unter tosendem Applaus des Heimpublikums das 6:4 perfekt.

Im Tiebreak schon 5:2 vorn

Im entscheidenden Durchgang lag Deutschlands bester Tennisspieler schnell mit 0:3 hinten, kämpfte sich jedoch erneut leidenschaftlich zurück. Der Hamburger gewann fünf Spiele in Folge, hatte beim Stand von 5:3 zwei Matchbälle. Doch auch Bassilaschwili steckte nicht auf, schließlich musste der Tiebreak entscheiden. Nach 5:2-Führung zog Zverev am Ende mit 5:7 den Kürzeren. Damit war für ihn zum zweiten Mal nach 2014 in der Vorschlussrunde am Rothenbaum Schluss.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 26.07.2019 | 19:30 Uhr