Stand: 26.07.2019 20:48 Uhr

Zverev kämpft sich ins Halbfinale - Thiem scheitert

Alexander Zverev schien bereits geschlagen. Mit 2:6, 2:5 lag der Lokalmatador am Freitag im Viertelfinale der European Open in Hamburg schon zurück, und seine Körpersprache verhieß nichts Gutes. Doch am Ende setzte sich der Weltranglisten-Fünfte mit 2:6, 7:5, 6:2 gegen den Serben Filip Krajinovic durch und steht bei seinem Heim-Turnier am Rothenbaum zum zweiten Mal nach 2014 im Halbfinale. Dort trifft Deutschlands bester Tennisspieler am Sonnabend auf Vorjahressieger Nikolos Bassilaschwili aus Georgien. Der NDR überträgt ab 13.15 Uhr live. "Das ist ein Riesen-Highlight, diesen Sieg hier in Hamburg zu feiern", sagte Zverev: "Er ist der Titelverteidiger, es wird nicht einfacher. Aber ich freue mich auf morgen. Ich werde alles auf dem Platz lassen."

Zu Beginn wie gelähmt

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Lange lief nichts zusammen im Spiel des Hamburgers, der nach schweren Wochen in den Runden zuvor aufsteigende Tendenz gezeigt hatte. Die Nummer zwei der Setzliste leistete fast zwei Sätze lang kaum Gegenwehr und wirkte wie gelähmt, stand möglicherweise auch unter dem Eindruck der jüngsten Entwicklungen rund um seinen Ex-Trainer Ivan Lendl. Erst in der Schlussphase stemmte sich der 22-Jährige gegen die drohende Niederlage - mit Erfolg.

Becker verpasst das Happy End

Angefeuert vom lautstarken Hamburger Publikum kämpfte sich Zverev in die Partie, zermürbte seinen Kontrahenten mit ausdauernden Grundlinienduellen und ließ sich am Ende nach seiner Energieleistung von den Rängen feiern. Nach 2:20 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball und machte den Fans eine Liebeserklärung: "Ohne Euch hätte ich es nicht geschafft. Ihr habt mich durch das Match gepusht." Nicht mehr unter den Zuschauern weilte zu dem Zeitpunkt Tennis-Herrenchef Boris Becker, der beim Stand von 2:6, 2:5 die Anlage verlassen hatte. "Ich habe mir überlegt, ob er mein neuer Trainer wird. Das hat sich damit auch erledigt", sagte Zverev im Scherz.

"Nach solch einem Rückstand zurückzukommen, ist extrem wichtig. In jeder anderen Stadt hätte ich das Match nicht gewonnen." Alexander Zverev

Rublew gegen Thiem mutig und aggressiv

Zuvor hatte der Russe Andrej Rublew für eine Überraschung gesorgt und Zverevs vom Papier her größten Konkurrenten ausgeschaltet. Der 21-Jährige setzte sich mit 7:6 (7:3), 7:6 (7:5) gegen den topgesetzten Österreicher Dominic Thiem durch und kam damit ebenfalls weiter. Der Außenseiter lag gegen den Weltranglisten-Vierten im ersten Satz schon mit 3:5 zurück, war danach aber der dominierende Mann.

Thiem spielte nicht sein bestes Tennis, aber auch alles andere als schlecht. Für Rublew, der nach dem Rückstand auf konstant hohem Niveau agierte, zahlte sich am Ende seine mutige, aggressive Spielweise aus. "Heute war mein Tag. Dominic ist einer der besten Spieler auf Sand. Ihn zu schlagen, bedeutet mir viel", sagte Rublew dem NDR nach seinem Coup gegen den French-Open-Finalisten. Der Moskauer bekommt es nun mit Pablo Carreno Busta zu tun. Der Spanier bezwang den an Nummer drei gesetzten Fabio Fognini aus Italien mit 3:6, 6:2, 7:6 (7:4).

Titelverteidiger Bassilaschwili weiter

Bassilaschwili war im ersten Spiel des Tages in die Vorschlussrunde eingezogen. Der Weltranglisten-16. siegte souverän mit 6:2, 6:3 gegen den Franzosen Jeremy Chardy. Der Titelverteidiger lag im ersten Satz schnell mit 3:0 vorn, schaffte im zweiten Durchgang zum 5:3 das entscheidende Break und beendete nach nur 68 Minuten das Match.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 26.07.2019 | 19:30 Uhr