Stand: 25.07.2019 19:30 Uhr

Becker zu Zverev/Lendl: "Da ist was kaputtgegangen"

Boris Becker sieht die Zusammenarbeit zwischen Deutschlands bestem Tennisspieler Alexander Zverev und dessen Trainer Ivan Lendl kritisch. "Man hat die Entscheidung getroffen, Ivan Lendl zu engagieren. Dann muss man das richtig machen, oder man soll aufhören", sagte der Chef im deutschen Herren-Tennis am Donnerstag am Rande des ATP-Turniers in Hamburg: "Diese Situation heute ist für keinen befriedigend."

Kritik von Zverev an seinem Coach

Der 22-jährige Zverev hatte im Vorfeld der Sandplatz-Veranstaltung in seiner Heimatstadt seinen Coach ungewohnt offen kritisiert. Er hatte beklagt, dass der ehemalige Weltranglisten-Erste sich nicht auf seine Arbeit als sein Coach konzentriere ("Seine Hauptthemen sind Golf und sein kleiner Hund."). Das habe er dem 59-Jährigen nach dem Erstrunden-Aus in Wimbledon gesagt.

"Man muss ihn bei sich haben"

Lendl begleitet Zverev nur bei wenigen Turnieren im Jahr. In der Sandplatz-Saison habe er komplett gefehlt, so Becker: "Wenn man einen hochkarätigen Trainer hat wie Ivan Lendl, dann muss man ihn bei sich haben. Wenn das nicht der Fall ist, ist das nicht optimal. Das bringt dem Spieler nichts und das bringt dem Trainer nichts."

Lendl sei einer der besten Trainer der Welt, Zverev sei einer der besten Spieler der Welt, betonte der dreimalige Wimbledonsieger. Im November hatte Zverev mit Lendl die ATP-WM gewonnen. "Und dann ist irgendwas kaputtgegangen", sagte Becker, der nicht ins Detail gehen wollte.

Becker als Trainer keine Option

Zverev wird bei seinem ersten Turnierstart in Hamburg nach drei Jahren ausschließlich von seinem Vater Alexander Zverev senior betreut. Eigene Ambitionen, Zverev zu trainieren, hat Becker nicht: "Dass ich noch einmal 30 Wochen als Tenniscoach um die Welt reise, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen." Er hatte jahrelang den Weltranglistenersten Novak Djokovic aus Serbien trainiert.

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Hamburg Journal | 25.07.2019 | 19:30 Uhr