Stand: 12.08.2020 00:01 Uhr

Spitzentreffen zu möglichen Lockerungen im Sport

Ministerin Sabine Sütterlin-Waack im Landtag in Kiel. © NDR Foto: Martin Ross
Das Spitzentreffen steigt im Ministerium von Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack.

Testspiele sind verboten, trainiert werden darf - ohne Einhaltung von Mindestabständen - nur in Gruppen von maximal zehn Personen: So sieht sie unter Corona-Bedingungen aus, die Realität für Tausende Amateur-Mannschaftssportler in Schleswig-Holstein. Der Groll in den Teams wächst, da mit Ausnahme von Hamburg in allen anderen Bundesländern mit dem kompletten Kader trainiert werden darf. Auch in Schulen wird wieder Sport unterrichtet. Wer es sich leisten kann, fährt zu Testspielen nach Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder Dänemark. Allein: Kaum ein Kreisklassen-Team kann mit Geld um sich werfen. Nach der Arbeit noch mal eben 100 Kilometer zu fahren, ist auch nur für die wenigsten Arbeitnehmer realistisch, wenn sie mit dem Sport nicht ihr Geld verdienen. Amateursportler im nördlichsten Bundesland blicken heute (12.8.) nun voller Spannung auf ein Treffen im Innenministerium.

Sütterlin-Waack, Garg und Spitzen aus dem Sport

Dort kommen Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) mit den Spitzenvertretern des Landessportverbandes sowie der Fußball-, Handball-, Volleyball- und Basketballverbände Schleswig-Holsteins zusammen. Dabei soll es um mögliche Erleichterungen der Vorgaben für den Mannschaftssport unter Einhaltung strenger Hygienebedingungen gehen.

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Corona-Regeln gelten derzeit bis Ende August

In der vergangenen Woche hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) noch verkündet, dass es "nicht die Zeit ist zu lockern". Die strengen Schutzverordnungen gegen das Coronavirus gelten zunächst bis Ende August. "Es ist fünf Monate her, dass die Einschränkungen in Kraft getreten sind. Die Schulen öffnen, die Innenstädte und die Strände sind voll. Warum soll es mit einem guten Hygienekonzept nicht möglich sein, elf gegen elf Fußball zu spielen?", wurde der Präsident des Landesfußballverbandes SHFV, Uwe Döring, zuletzt in den Zeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages zitiert.

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Matthias Keithan

Es ist leider zu früh dafür, denn derzeit steigen ja die Fallzahlen. Und so wie es aussieht, werden wir noch sehr lange mit Geisterspielen auskommen müssen. Ich schätze bis ins nächste Jahr. Wir müssen eher aufpassen, dass wir nicht auf einen zweiten Lockdown zusteuern. Da sind Massenveranstaltungen unvorstellbar.

SHFV verkündet bereits positive Signale von Günther

Am Montag verkündete der SHFV via Homepage bereits, dass Günther dem SHFV-Präsidenten in einem Telefonat "die Möglichkeit von Lockerungen im Rahmen der behördlichen Verfügungslage zur Corona-Pandemie" signalisiert habe und Lockerungen unter Auflagen für sinnvoll halte. "Wir sind zuversichtlich, am Mittwoch gemeinsam Lösungen präsentieren zu können, die die Arbeit unserer Vereine erleichtern werden", sagte Döring.

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Symbolbild Amateurfußball in Zeiten der Coronakrise © Hanno Bode Foto: Hanno Bode

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 12.08.2020 | 19:30 Uhr

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