Alexander Zverev guckt ratlos. © picture alliance / Xinhua News Agency | Bai Xuefei

Zverev gegen Rückkehr zum normalen Tennis-Betrieb

Stand: 17.02.2021 12:00 Uhr

Strenge Einreisebeschränkungen, viele Verletzungen: Tennis-Profi Alexander Zverev fordert, dass die ATP-Tour in der Pandemie nicht wie geplant weitergehen soll. Die Mehrheit der Spieler will sich offenbar nicht immer wieder in Quarantäne begeben müssen.

Nach den Australian Open ist vor dem nächsten Turnier. Aber wo soll das in den kommenden Wochen überhaupt stattfinden? Zverev hat für das Turnier im mexikanischen Acapulco Anfang März gemeldet, doch nach eigener Aussage ist genau das derzeit eigentlich vollkommener Unsinn. "Wir können momentan keine herumreisende Tour haben", sagte der 23-Jährige nach seiner Viertelfinal-Niederlage gegen Novak Djokovic. Schließlich verhängen viele Länder in der Pandemie aktuell strenge Einreisebeschränkungen.

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Alexander Zverev bei den Australian Open 2021 © IMAGO / AAP

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"Je nachdem, welchen Pass du hast, darfst du in einige Länder vielleicht überhaupt nicht reisen", sagte Zverev. Und das sei nicht das einzige Problem. "Es werden weiter Verletzungen passieren", meinte der Weltranglistensiebte.

Quarantäne der Grund für Flut an Verletzungen?

Mit diesen Befürchtungen ist der Hamburger nicht allein. Die Flut an Verletzungen ist auffällig. Auch Branchenprimus Djokovic schlug Alarm. "Was wir hier sehen, ist nicht normal", mahnte der Serbe. Für den 17-maligen Grand-Slam-Champion liegt der Grund auf der Hand: die zweiwöchige Quarantäne vor Turnierbeginn. "Offensichtlich hat es etwas mit den Umständen zu tun, denen wir ausgesetzt waren", so Djokovic: "Dass wir einen Grand Slam und noch ein Turnier direkt nach 14 Tagen Quarantäne spielen."

Jede Menge Blessuren

Bei den Australian Open gab es kaum einen Spitzenspieler, der nicht über Blessuren klagte. Bei Djokovic und Zverev zwickten wie auch bei Matteo Berrettini die Bauchmuskeln. Der Italiener konnte deshalb nicht zu seinem Achtelfinale antreten, die Britin Johanna Konta gab in der ersten Runde wegen ähnlicher Beschwerden auf. Der Bulgare Grigor Dimitrow konnte sich vor seinem Viertelfinale wegen Rückenproblemen "nicht mal mehr die Socken anziehen", auch Rafael Nadal klagte über Rückenbeschwerden.

Djokovic: Mehrheit will so nicht weitermachen

Reist der Tenniszirkus wie gewohnt munter von Turnier zu Turnier rund um den Globus, drohen aufgrund derzeitiger Reiserestriktionen auch in anderen Ländern Quarantäne-Bedingungen wie Down Under - ein Horrorszenario für die Profis. "Ich habe mit vielen Spielern gesprochen. Die Mehrheit will nicht weitermachen, wenn wir vor den meisten Turnieren in Quarantäne müssen", erzählte Djokovic. Vor den Australian Open hätten die Spieler dies auch wegen der hohen Preisgelder gerne in Kauf genommen - bei kleineren Turnieren sähe dies anders aus.

Zverev: Mehre Turniere am gleichen Ort

Anfang März stehen unter anderem Turniere in Rotterdam, Buenos Aires, Doha oder eben Acapulco auf dem Programm. Zverev schwebt aber eine andere Idee vor: "Vielleicht sollte die ATP überlegen, wie hier mehrere Turniere über mehrere Wochen am gleichen Ort zu spielen." Djokovic drängte: "Wir müssen über Optionen diskutieren. Aber wir müssen das sehr schnell angehen."

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 16.02.2021 | 17:25 Uhr

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