Tennis-Profi Alexander Zverev bejubelt seinen Einzug ins Endspiel des Masters von Cincinnati © picture alliance/dpa/AP Foto: Darron Cummings

Zverev besiegt Tsitsipas im Tennis-Drama und steht im Finale

Stand: 22.08.2021 08:15 Uhr

Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev hat sich eine Woche vor dem Start der US-Open ins Finale beim ATP-Masters in Cincinnati gekämpft. Der Hamburger bezwang in einem dramatischen Halbfinal-Match den an zwei gesetzten Griechen Stefanos Tsitsipas mit 6:4, 3:6, 7:6 (7:4).

Zverev wirkte im dritten Satz bereits wie der Verlierer, orderte nach einer Schwächephase sogar einen Arzt. Es folgte ein starkes Comeback. Im Endspiel am späten Sonntagabend greift der an Nummer drei gesetzte Deutsche, der im Mai bereits beim Masters in Madrid triumphiert hatte, nun nach dem nächsten hochkarätigen Turniersieg. Sein Gegner ist der Russe Andrej Rublew.

Schon scheinbar aussichtslos mit zwei Breaks zurück

"Es ist eine großartige Rivalität mit viel Feuer und vielen Emotionen", sagte Zverev nach dem Duell mit Tsitsipas, "vor den US Open wollten wir uns nichts schenken. Es war ein toller Kampf, unsere letzten Matches waren alle so." Im ersten Satz hatte der 24-Jährige das Match mit starken Schlägen von der Grundlinie dominiert, ärgerte sich dann aber, weil sich der Grieche in die Umkleide verabschiedete. Dem Deutschen missfiel das, er beschwerte sich beim Schiedsrichter. "Als er vom Platz runter gegangen ist, habe ich direkt gesagt, das wird mindestens zehn Minuten dauern. Ich war knapp dran. Es waren neun Minuten", kommentierte er die Situation später und stichelte: "Ich bin immer jemand, ich mag es mit Tennis zu gewinnen und mit Tennis zu verlieren. Manche Spieler halt nicht."

Zverev ist sauer, Tsitsipas auch

Im zweiten Durchgang führte Zverev bereits mit 2:0, dann ließ ihn allerdings sein Aufschlag im Stich, Tsitsipas glich nach Sätzen aus. Nach dem Match beschwerte sich der Grieche bitterlich darüber, nach dem zweiten Abschnitt nicht erneut in die Umkleide gelassen worden zu sein, um seine verschwitzten Sachen zu wechseln. "Es wäre nicht nett, wenn ich meine Hose auf dem Platz wechsle. Ich mache das lieber in der Umkleide, inklusive Socken und Schuhe", sagte er. Er sei traurig, dass ihn der Stuhlschiedsrichter nicht habe gehen lassen. "Das war nicht nett."

Keine Energie und Magenprobleme im dritten Satz

Im entscheidenden Satz lag Zverev schon scheinbar aussichtslos mit zwei Breaks zurück (1:4). Nach einem langen Ballwechsel wirkte er körperlich am Ende, setzte sich auf die Handtuchbox. Er verließ kurz den Platz und nahm schließlich die Hilfe eines Arztes in Anspruch. "Es ging mir nicht gut", sagte er später: "Die Energie war weg, mein Magen hat sich nicht gut angefühlt. Als ich raus vom Platz bin - ich werde nicht sagen, was ich da gemacht habe - habe ich angefangen mich besser zu fühlen und dann hat mir der Doc auch eine kleine Tablette gegeben." Mit zwei Breaks schaffte Zverev das Comeback.

Bei den US Open (30. August bis 12. September) zählt er zu den Favoriten. Der erste Gewinn eines Grand-Slam-Turniers bleibt das große Ziel des Hamburgers.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 22.08.2021 | 22:50 Uhr

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