Stand: 26.05.2019 11:05 Uhr

Zverev: Mit Rückenwind nach Paris

In Genf feierte Alexander Zverev den elften Turniersieg seiner Karriere.

Es war der Freitag vor einer Woche, als Alexander Zverev einen spontanen Entschluss traf und damit seiner bisher so enttäuschend verlaufenden Saison eine möglicherweise entscheidende Wende gab. An jenem Tag klingelte um 17:45 Uhr das Telefon, am anderen Ende meldete sich Rainer Schüttler in seiner Funktion als Direktor des Tennisturniers von Genf. Eine Viertelstunde vor Ablauf der Meldefrist fragte Schüttler, ob Zverev nicht Lust hätte, mitzuspielen. Der 22 Jahre alte Hamburger hatte - nahm die Wildcard dankend an und durfte sich eine Woche später in der Schweiz als Turniersieger feiern lassen. Nach dem Finalerfolg gegen Nicolas Jarry reist Zverev nun mit viel Rückenwind zu den French Open, die für ihn am Dienstag mit dem Duell gegen den Australier John Millman beginnen.

"Das fühlt sich sehr gut an"

"Das fühlt sich sehr gut an. Mit einem solchen Erfolg nach Paris, das ist sehr wichtig für mich", sagte Zverev nach dem elften Titel seiner Karriere und dem ersten seit seinem Triumph bei den ATP-Finals im vergangenen November. Natürlich hießen Zverevs Gegner in der Schweiz nicht Roger Federer, Rafael Nadal oder Novak Djokovic. Ob sein aktueller Leistungsstand wirklich ausreicht, um beim zweiten Grand Slam der Saison auf dem schwierigen Belag Sand bis weit in die zweite Woche vorzudringen, muss sich erst noch zeigen.

"Vier harte Matches, vier schöne Siege"

Aber die Art und Weise, wie Zverev sich seine Titel-Premiere des Jahres 2019 erarbeitete, könnte ihm auch in Roland Garros helfen. Das Finale gegen Jarry begann um 15.40 Uhr, es endete um 21.15 Uhr. Erst nach zwei 90-minütigen Regenunterbrechungen, zwei abgewehrten Matchbällen und zahlreichen Debatten mit dem Schiedsrichter über Ballabdrücke und Linienberührungen durfte Zverev jubeln. Auch im Viertelfinale gegen Hugo Dellien aus Bolivien (7:5, 3:6, 6:3) und im Halbfinale gegen den Argentinier Federico Delbonis (7:5, 6:7 (6:8), 6:3) stand Zverev jeweils mehr als zwei Stunden auf dem Platz. "Ich hatte vier harte Matches und vier schöne Siege. Ich hoffe, dass sich das nun auf mein Selbstvertrauen auswirkt", sagte Zverev.

"Die Woche hat mir geholfen"

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Das war zuletzt angeknackst. Der Trubel nach der Trennung von seinem Manager Patricio Apey und die Ergebniskrise mit ungewohnt vielen Auftaktniederlagen hatten dem 1,98 Meter großen Hamburger doch erheblich zugesetzt. Nach dem Zweitrunden-Aus in Rom gegen den Italiener Matteo Berrettini kritisierte Zverev sich und sein Team mit deutlichen Worten und sprach von unprofessionellem Verhalten. Ex-Profi Tommy Haas attestierte dem Weltranglisten-Fünften in der "Sport Bild" einen Hang zur Selbstzerstörung. Die ersten Reparaturarbeiten sind jetzt gelungen, Zverev versprüht wieder Optimismus: "Wenn ich anfange, gut zu spielen, mache ich mir keine Sorgen um Titel. Ich weiß, dass ich einer der besten Spieler der Welt sein kann, wenn ich meinen Rhythmus finde. Diese Woche hat mir dabei definitiv geholfen."

Alexander Zverev: Deutschlands Bester aus Hamburg

Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 26.05.2019 | 18:05 Uhr

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