Tennisspielerin Angelique Kerber © imago images/Shutterstock

Wimbledon: Tragen die Fans Kerber gegen Barty ins Finale?

Stand: 08.07.2021 09:15 Uhr

In ihrer "Wohlfühl-Oase" Wimbledon zeigt Angelique Kerber eindrucksvoll, dass sie noch in der Lage ist, um die großen Titel mitzuspielen. Das Halbfinale heute (14.30 Uhr) gegen die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty ist der Prüfstein für die Kielerin.

Bei einem Grand Slam noch einmal ganz oben stehen, das ist das Ziel. Das hatte die 33-Jährige nach ihrer Erstrundenpleite bei den French Open im Mai noch einmal bekräftigt. Unbeirrt von allen Rückschlägen - auch bei den Australian Open Anfang des Jahres war nach dem ersten Match Schluss gewesen - hat die einstige Nummer eins der Welt "nie aufgehört, an mich und mein Team zu glauben, um das zu schaffen, was ich schaffen möchte".

Auf dem heiligen Rasen von Wimbledon scheint das möglich. Voller frischem Selbstvertrauen, das Kerber mit jedem Tag mehr auf der geliebten Anlage im Südwesten Londons versprüht, geht die Linkshänderin in ihr größtes Match seit dem Titelgewinn 2018.

"In dem Moment, in dem so eine Spielerin weiter arbeitet, das Feuer, das Herz und den Glauben hat, ist das möglich. Und das sieht man jetzt. Ich habe nie gespürt, dass die Luft raus ist, dass sie nicht mehr brennt." Barbara Rittner

Vor dem Duell mit Barty gibt sich die dreimalige Grand-Slam-Siegerin trotzdem demütig. "Ich freue mich darauf und bin unendlich dankbar, dass ich nach den letzten Monaten nochmal die Chance bekommen habe, in Wimbledon im Halbfinale zu stehen", sagte Kerber. "Für mich ist das Endspiel noch weit weg." Der Respekt vor der Australierin ist groß: "Sie hat die letzten Monate das beste Tennis ihrer Karriere gezeigt und hier auf Rasen unglaublich gut gespielt."

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Tennisspielerin Angelique Kerber © imago images/Shutterstock

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Rittner: "Ohne Zuschauer nicht im Wimbledon-Halbfinale"

Das gelingt indes in Wimbledon auch der Kielerin. Aber wie kommt das so plötzlich? Es ist kein Geheimnis, dass Rasen Kerbers Lieblingsbelag ist und das Konter-Spiel der Norddeutschen perfekt zum grünen Untergrund passt.

Für Barbara Rittner kommt in diesem Jahr allerdings noch mehr dazu. "Ich glaube im Leben nicht, dass sie ohne Zuschauer im Wimbledon-Halbfinale wäre", sagte die deutsche Damentennis-Chefin. Kerber in Wimbledon vor Fans, das ist einfach noch einmal ein anderes Level. "Sie fühlt sich da einfach geliebt, anerkannt und bewundert von den Engländern", so Rittner. "Angie ist ein sehr emotionaler und leidenschaftlicher Mensch, da kann das viel bewirken."

Seit dem Viertelfinale darf der 15.000 Zuschauer fassende Centre Court in Wimbledon ebenso komplett gefüllt sein wie der mehr als 12.000 Fans fassende No. 1 Court. Daraus hat Kerber viel Energie gezogen. Gegen die 25 Jahre alte Barty kann die Deutsche jede Unterstützung gebrauchen.

"Man darf eine Angie Kerber, und das was in ihr steckt, nie unterschätzen. Auf Rasen hat sie immer wieder große Chancen, weil ihr Spiel so natürlich auf Rasen passt." Barbara Rittner

Barty: "Sie macht dir keine Geschenke"

Die French-Open-Siegerin von 2019 lässt die große Tennis-Nation Australien auf den ersten Wimbledonsieg bei den Damen seit Evonne Goolagong Cawleys Erfolg vor 41 Jahren hoffen.

Beide respektieren sich sehr, beide freuen sich auf ihr fünftes Duell - bisher steht es 2:2. "Sie macht dir keine Geschenke. Sie kämpft um jeden Punkt. Sie hat Grand Slams gewonnen. Sie weiß, wie man in schweren Momenten dranbleibt", sagte Barty. Es klang wie eine Kurzzusammenfassung von Kerbers Karriere.

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