Stand: 14.07.2018 19:31 Uhr

Wimbledon-Siegerin! Kerber am Ziel ihrer Träume

Angelique Kerber © picture alliance/empics Foto: John Walton
Geschafft und überglücklich nach ihrem ersten Wimbledon-Triumph: Angelique Kerber.

Als der Rückhand-Return von Serena Williams im Netz hängenblieb, sank Angelique Kerber wie vom Blitz getroffen zu Boden und schlug die Hände vors Gesicht. Wimbledon-Siegerin! Die Kielerin war überwältigt, rappelte sich allerdings schnell wieder auf und fiel der herbeigeeilten US-Amerikanerin in die Arme. 2016 hatte sie im Finale des prestigeträchtigen Rasenturniers gegen die 23-malige Grand-Slam-Siegerin noch den Kürzeren gezogen. Dieses Mal war Kerber an der Reihe und erfüllte sich einen Kindheitstraum. "Mein Lebenstraum ist in Erfüllung gegangen. Das ist das schönste Gefühl bisher in meiner Karriere", sagte sie dem NDR.

Williams: "Angelique ist eine unglaubliche Person"

Schon nach 1:05 Stunden war der große Erfolg perfekt: Mit ihrem ersten Matchball sicherte sich die ehemalige Nummer eins der Welt den ersten Wimbledon-Titel ihrer Karriere. Für die 30-Jährige ist es der dritte Triumph bei einem der vier großen Turniere auf der Tour nach ihren Siegen bei den Australian Open und den US Open im Jahr 2016 ist. Nur noch ein Sieg bei den French Open fehlt ihr, um ihren Karriere-Grand-Slam zu komplettieren und damit in einen elitären Kreis von derzeit nur zehn Spielerinnen aufzusteigen. "Angelique ist eine unglaubliche Person und eine hochverdiente Siegerin. Ich gönne es ihr von Herzen", sagte Williams.

Becker, Merkel und Co. gratulieren

Tennis-Legende Boris Becker

"Wir müssen nun unser Wohnzimmer teilen !!! Steffi, Michael und Ich... (vielleicht sollten wir es etwas vergrößern...)."

Kerber: "Ich war so nervös wie nie"

Kerber ist die erste Deutsche seit Steffi Graf 1996, die in London gewonnen hat. Mit ihrem Erfolg verteidigte sie zudem Grafs Bestmarke, die genauso wie Williams siebenmal in Wimbledon triumphierte. "Es war meine zweite Chance hier - und ich wusste, dass ich mein bestes Tennis spielen muss. Ich war so nervös wie nie", gab die Kielerin unumwunden zu.

Hochkonzentrierter Auftritt

Von Nervosität war bei der Norddeutschen von Punkt eins an allerdings nichts zu spüren. Sie kam offenbar besser damit zurecht, dass das Endspiel mit zweistündiger Verspätung begann - zunächst hatten auf dem Center Court noch Novak Djokovic (Serbien) und Rafael Nadal (Spanien) ihr Halbfinale beendet. Waren Williams im Halbfinale gegen Görges noch insgesamt lediglich sieben leichte Fehler unterlaufen, waren es im ersten Finalsatz schon deren 15. Kerber raubte der 36-Jährigen mit ihrem nimmermüden Einsatz den letzten Nerv und nahm ihrer Kontrahentin gleich dreimal den Aufschlag ab, Williams gelang nur ein Break. Nach 32 Minuten stand es 6:3 für Kerber.

Jubel-Lauf auf die Tribüne

Im zweiten Abschnitt agierte die US-Amerikanerin, die zum ersten Mal seit ihrer 13-monatigen Babypause in Wimbledon aufschlug, zunächst deutlich zielstrebiger. Doch die Kielerin ließ sich nicht beirren, zum 4:2 gelang ihr wieder das Break. Ihren Aufschlag zum 5:2 brachte Kerber ebenso durch. Nach einer guten Stunde hatte sie den ersten Matchball - und wieder patzte Williams. Nach der herzlichen Umarmung mit der Konkurrentin erklomm Kerber die Tribüne, um mit ihrer Mutter und Trainer Wim Fissette zu feiern.

Der Belgier hat die Kielerin nach deren Frust-Jahr 2017, als sie bis auf Weltranglisten-Platz 21 abgerutscht war, wieder zu alter Stärke geführt. "Wimbledon ist das größte Turnier der Welt. Wenn man ein Turnier gewinnen will, dann ist es Wimbledon. Sie hat sich von Match zu Match gesteigert und wir haben daran geglaubt, dass sie das Spiel heute gewinnen kann", sagte Fissette bei "Sky". Ab Montag wird Kerber nun die Nummer vier der Welt sein.

Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 14.07.2018 | 18:05 Uhr

Mehr Sport-Meldungen

Kiels Rune Dahmke ballt jubelnd die Faust. © Imago Images

THW-Profi Dahmke: Nicht noch eine Blamage gegen Lemgo

Im seinem vorletzten Saisonspiel trifft Kiel heute auf Pokalschreck Lemgo. Rune Dahmke im Interview zum spannenden Saisonfinale und den Aussichten des THW. mehr