Stand: 24.11.2019 19:05 Uhr

Wellbrock und sein Bambi: Liebe auf den ersten Blick

Eilt von Erfolg zu Erfolg: Florian Wellbrock.

Er ist Doppel-Weltmeister, holte im Sommer als erster Schwimmer überhaupt Gold im Freiwasser (zehn Kilometer) sowie im Becken (1.500 m). Nun hat Florian Wellbrock den Sport-Bambi erhalten. Im ARD Podcast sprach der Bremer über die Auszeichnung, seine steile Karriere und den Traum von Olympia.

Herr Wellbrock, Bambi-Gewinner, wie fühlt sich das an?

Florian Wellbrock: Das ist supercool und ich brauche wohl auch noch ein bisschen, um das zu realisieren. Ich habe ihn vor mir auf dem Tisch stehen und es ist immer noch gut, ihn anzugucken.

Es schien, als habe Sie die Ehrung sehr berührt. Waren das Tränen auf der Bühne?

Wellbrock: Ich dachte eigentlich, dass ich da ganz cool und abgeklärt bin. Aber als ich dann gesehen habe, dass Kristina Vogel die Laudatio für uns hält und ich auf die Bühne musste und auch noch ein paar emotionale Worte gesagt habe, das ging mir schon sehr nahe. Da könnte eventuell auch ein Tränchen gekullert sein (lacht).

Schwimmer Florian Wellbrock © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Thissen/dpa

Bambi für Wellbrock, USA für Lückenkemper

NDR 2 - Go To Tokio To Go – Der ARD Olympia-Podcast -

Hat er geweint? Hat er. Florian Wellbrock ist nach der Bambi-Gala bei Oma und Opa und spricht über seine Tränen. Und Gina Lückenkemper über ihren Schritt in die USA.

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Wie war es auf der Bühne, als der Fokus auf Sie gerichtet war?

Wellbrock: Das ist schon krass. Ich habe eigentlich das Gefühl, dass ich immer noch sehr klein bin und tagtäglich meine Bahnen in Magdeburg ziehe. Wenn du auf einmal auf so einer Bühne stehst und von jetzt auf gleich Trainingsanzug gegen Smoking tauschst, dann sind das Gefühle und eine Nervosität - das kann man gar nicht richtig in Worte fassen.

Wo wird denn das Reh seinen Platz finden?

Wellbrock: Da habe ich noch keine Entscheidung getroffen. Ich ich habe von meinem Onkel die Info bekommen, dass einige Promis auch schon um solche Preise beraubt wurden; dass dort eingebrochen wurde und so weiter, weil dieses Reh einen nicht unerheblichen Wert hat. Deswegen bin ich mir noch nicht ganz schlüssig, wo mein Reh im Endeffekt hinkommt.

Sie waren direkt nach der Preisverleihung zu Besuch bei Ihren Großeltern. Wie haben sie reagiert?

Wellbrock: Die sind eigentlich auch jedes Mal den Tränen nah und sehr emotional. Das geht für sie auch alles ein bisschen schnell. Wenn man überlegt, dass ich mich erst 2014 für den Profisport entschieden habe und jetzt in der endgültigen Weltspitze angekommen bin, das verarbeiten sie nicht ganz so schnell wie ich. Es fällt immer noch sehr schwer, das alles in Worte zu fassen und zu realisieren.

Haben Sie schon begriffen, was Sie zuletzt alles erreicht haben? Doppel-Weltmeister, Weltcup-Sieger und jetzt Bambi-Gewinner?

Wellbrock: Das mit dem Doppel-Weltmeistertitel habe ich schon abgehakt. Das ist mittlerweile sehr gut angekommen. Der Bambi ist natürlich noch sehr aktuell und sehr frisch, das muss ich noch ein bisschen sacken lassen. Aber das fühlt sich alles wahnsinnig gut an.

Wie bleibt man derselbe wie vor solchen Erfolgen?

Wellbrock: Ich hoffe natürlich, dass ich immer noch derselbe geblieben bin, das ist mir persönlich auch sehr wichtig. Bei mir hilft zum großen Teil mein Freundeskreis. Sie sorgen dafür, dass ich auf dem Boden bleibe und auf keinen Fall abhebe. Und natürlich auch mein Trainer (Bernd Berkhahn, d.Red.). Weil er sieht, dass im tagtäglichen Training noch sehr viel Arbeit ansteht und ich mich auf keinem Erfolg ausruhen kann.

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Wellbrock: Ich wohne ja jetzt in Magdeburg. Die Stadt ist sehr sportverrückt und einwohnertechnisch auch nicht überdimensional, wie man das in Berlin oder Hamburg kennt. Da passiert es schon, dass ich im Restaurant oder beim Einkaufen erkannt werde. Aber das kann ich immer noch genießen und schnack' dann kurz mit den Leuten. Das ist sehr angenehm.

Meisterschaften, Trainingslager, Preisverleihungen: Wenn man immer von Termin zu Termin eilt, wie präsent ist dann aktuell Olympia, das ganz große Ziel?

Wellbrock: Es ist megapräsent. 24/7 schweben diese olympischen Ringe in meinem Kopf und lassen mich nicht los. Ich brenne so dermaßen darauf, jetzt endlich nach Japan fliegen zu können - es ist die ganze Zeit im Kopf.

Das Interview führten Fabian Wittke und Moritz Cassalette

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 24.11.2019 | 12:05 Uhr