Stand: 28.07.2019 13:37 Uhr

Gold! - Wellbrock schreibt Geschichte

Historischer Erfolg für Florian Wellbrock: Als erster Schwimmer holte er WM-Medaillen im Becken und im Freiwasser.

Der gebürtige Bremer Florian Wellbrock hat am Sonntag im südkoreanischen Gwangju einen historischen Erfolg gefeiert. Er siegte über 1.500 m Freistil in 14:36,54 Min. und holte damit sein zweites Gold bei der Schwimm-WM. Der 21-Jährige setzte sich vor dem Ukrainer Michailo Romantschuk (14:37,63) und Olympiasieger und Titelverteidiger Gregorio Paltrinieri aus Italien (14:38,75) durch. Damit gewann Wellbrock als erster Schwimmer WM-Medaillen sowohl im Freiwasser als auch auch im Becken. "Unbeschreiblich. Ich brauche, glaube ich, erstmal ein bisschen dafür", sagte Wellbrock im ZDF. "Ich wusste, dass ich hinten raus stärker bin als Paltrinieri." In einem der spannendsten Langstreckenfinals der WM schwammen die drei Medaillengewinner bis 150 m vor Schluss Kopf an Kopf - dann zog Wellbrock davon. Auf der Tribüne fieberte mit einem "wahrscheinlich genauso hohen Puls" wie nach ihrem eigenen Rennen seine Freundin Sarah Köhler mit - ebenso wie seine Eltern. Der Europameister über 1.500 m war als Vorlauf-Zweiter (14:47,52) hinter Paltrinieri (14:45,42) ins Finale eingezogen.

Triumph auch im Freiwasser über 10 Kilometer

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Am vergangenen Dienstag hatte Wellbrock Gold im Freiwasser geholt. Der Triumph in Yeosu über zehn Kilometer sei "sehr emotional" gewesen, "ich musste bei der Siegerehrung die eine oder andere Träne verdrücken. Ich konnte es gar nicht richtig genießen, weil ich nicht vor Publikum weinen wollte." Im Becken von Gwangju hat Wellbrock jetzt erreicht, was in der WM-Geschichte noch kein Mann schaffte: Medaillen im Freiwasser und auf der Bahn gewinnen. Der Ausnahmeschwimmer hatte nach dem Rennen zumindest eine Idee von der Tragweite des Erreichten: "Es ist unglaublich, das hat vor mir noch keiner geschafft." Nur die Freiwasser-Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal aus den Niederlanden hatte sich zuvor bei der WM 2015 jeweils Silber über 400 m und zehn Kilometer geholt.

Rückschlag über 800 m weggesteckt

Dem Erfolg im Freiwasser folgte am Dienstag die erste große Enttäuschung im Becken: Wellbrock schied im Vorlauf über 800 m Freistil als 17. sang- und klanglos aus. Sein Vater Bernd sprach anschließend davon, dass die Erwartungen möglicherweise zu hoch gewesen seien: "Vielleicht ist es nur im Unterbewusstein, aber ich denke schon, muss man lernen, mit dem Druck umzugehen. Ich denke, der Druck war einen Tick zu hoch." Das Negativerlebnis blendete der 21-Jährige am Sonntag vollständig aus: "Ich habe nach den 800 m einfach ein Buch zugemacht und ein neues geöffnet", sagte der überglückliche Sieger. Es war der erste WM-Titel für den Deutschen Schwimmverband (DSV) im Becken seit dem Sieg von Marco Koch 2015 über 200 Meter Brust.

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Sport aktuell | 12.07.2019 | 07:25 Uhr