Stand: 19.05.2020 19:48 Uhr

Wegen Corona: Görges gönnt sich ein Jahr mehr

von Christian Görtzen, NDR.de
Julia Görges feiert bei den US Open 2019 einen Punktgewinn. © picture alliance Foto: Rob Prange
Julia Görges hat bislang auf der WTA-Tour sieben Turniere gewonnen.

So nicht! Dieses Jahr könne so nicht zählen. Zu diesem Schluss war Julia Görges recht bald gekommen, nachdem die Corona-Krise auch im Profitennis alles zum Erliegen gebracht hatte. Sie musste einfach den selbst aufgestellten Zeitplan für den Herbst ihrer Karriere noch einmal überarbeiten. "Grundsätzlich habe ich gesagt, dass ich gerne diese und nächste Saison spielen möchte. Jetzt ist natürlich alles ganz anders gekommen. Ich habe nun vor, das nächste und übernächste Jahr zu spielen - also zwei volle Jahre würde ich schon gerne noch spielen", sagte die 31 Jahre alte gebürtige Bad Oldesloerin in der BR-Sendung "Blickpunkt Sport".

Außergewöhnliche Zeiten im Tennis

Wäre alles wie in ihren vergangenen 13 Jahren auf der WTA-Tour gelaufen, befände sich die deutsche Fed-Cup-Spielerin derzeit in der Vorbereitung auf den zweiten Höhepunkt der Saison: die French Open. Das Grand-Slam-Turnier auf der roten Asche von Roland Garros sollte eigentlich am kommenden Montag beginnen. Längst ist der Start jedoch wegen des Coronavirus auf den 27. September verschoben worden. Es sind außergewöhnliche Zeiten. Die Pandemie hat von Anfang März an ein Turnier nach dem anderen aus dem internationalen Terminkalender gefegt. Alles ist weiterhin ungewiss, auch wenn zuletzt mehrfach die Rede davon war, dass es womöglich in naher Zukunft Turniere unter Ausschluss des Publikums geben könnte.

Görges: "Da ist der Stecker gezogen worden"

"Es ist eine sehr interessante Zeit, die wir alle durchleben", sagte die siebenmalige Gewinnerin eines WTA-Turniers.

Als plötzlich der Spielbetrieb ruhte, habe ihr "Körper eine Findungsphase gebraucht, weil doch das ganze Jahr über hohes Adrenalin herrscht, viel Druck, viel Selbsterwartung". Görges: "Auf einmal ist alles abgestellt. Da ist dann schon der Stecker gezogen worden. Das Adrenalin und der Druck sind total abgefallen von einem." So seltsam dieses erzwungene Innehalten zu Beginn war - inzwischen habe sie sich an das Leben gewöhnt, sagte die Bundesligaspielerin des TC Rot-Blau Regensburg, die seit November 2015 in der ostbayerischen Stadt lebt. "Um einmal herunterzukommen und die 13 Jahre auf der Tour Revue passieren zu lassen, war das gar nicht so schlecht."

Suche nach einem "erfahrenen Coach"

Und überhaupt, sie habe die Zeit genutzt, um die Suche nach einem neuen Coach voranzutreiben, verriet die Rechtshänderin. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hatte sie sich von drei Trainern getrennt. Zuletzt - im März dieses Jahres - von Fed-Cup-Kapitän Jens Gerlach. "Es sind schon Gespräche am Laufen, wer wirklich der richtige Trainer für mich ist. Ich möchte gerne einen erfahrenen Trainer haben, der mit mir zusammen auch mein Spiel austüftelt, wo noch Bearbeitungsbedarf besteht", sagte Görges. "Dann hoffe ich, dass dann noch einige große Ziele herausspringen werden." Sie hat sich dafür nun mehr Zeit eingeräumt - bis Ende 2022.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 18.05.2020 | 23:03 Uhr

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