Stand: 04.07.2019 22:05 Uhr

WM: Thole/Wickler mit starker Leistung weiter

Julius Thole und Clemens Wickler sind bei der Beachvolleyball-WM in Hamburg das letzte noch verbliebene deutsche Team im Turnier. Das Top-Duo zeigte am Donnerstag eine überragende Vorstellung und zog mit dem 2:0 (23:21, 21:19) gegen Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen aus den Niederlanden ins Achtelfinale ein. Mann des Spiels war 2,06-Meter-Mann Thole, an dem sich die Olympiadritten die Zähne ausbissen. Zwölf erfolgreiche Blocks verbuchte der Hamburger.

"Noch nie so ein Spiel gespielt"

Thole/Wickler lieferten sich mit den Weltmeistern von 2013 ein hochklassiges Duell. Der erst 22-jährige Thole und sein zwei Jahre älterer Partner spielten abgeklärt und ließen sich auch von den gefährlichen Aufschlägen der Gegner nicht verunsichern. Selbst ein Rückstand im zweiten Satz brachte beide nicht aus dem Konzept. Für den weiteren Tuenierverlauf sammelte das Team jede Menge Selbstvertrauen.

Spiel am Freitag im Livestream

"Das ist unfassbar, was hier passiert ist. Ich habe noch nie so ein Spiel gespielt. Wir haben als Team gefightet, die Taktik hat funktioniert, ich bin superstolz", sagte Thole im Anschluss. "Julius hat geblockt wie ein Tier, sowas habe ich noch nicht gesehen", lobte Wickler: "Die Zuschauer sind ausgeflippt, ich freue mich auf morgen." Das Duo, das in vier WM-Spielen vier Siege verbuchte, trifft am Freitag (ab 18 Uhr im ARD-Livestream) auf die Brasilianer Alison/Avaro Filho.

Flüggen: "Kacke an der Hand"

Lars Flüggen und Nils Ehlers verpassten den Einzug in die nächste Runde. Das HSV-Duo spielte fast zwei Sätze lang stark, verlor aber nach gewonnenem ersten Durchgang noch mit 1:2 (21:15, 19:21, 10:15) gegen die US-Amerikaner Tri Bourne/Trevor Crabb. Am Ende mangelte es den Lokalmatadoren an Konstanz. "Den zweiten Satz hätten wir gewinnen können. Emotional war es danach eine schwierige Situation. Eigentlich waren wir wieder da. Aber wenn du Kacke an der Hand hast, hast du Kacke an der Hand", kommentierte Flüggen die zu vielen verschlagenen Bälle.

"Im zweiten Satz fehlte ein Punkt", ergänzte Ehlers, der die WM als einen "wichtigen Schritt Richtung Tokio 2020" einordnete: "Wir wissen, was wir können. Vereinzelt hatten wir das schon vor der WM gezeigt, uns hatten aber die Konstanz und das Selbstvertrauen gefehlt. Jetzt haben wir gespürt, dass dieses da ist", sagte Ehlers. Deshalb sei das Aus nach überzeugender Vorrunde besonders bitter.

Bergmann/Yannick unterliegen norwegischem Top-Duo

Auch Philipp Arne Bergmann/Yannick Harms schieden in der Runde der letzten 32 aus. Die deutschen Vizemeister, die als Lucky Loser ins Sechzehntelfinale vorgestoßen waren, unterlagen den norwegischen Shootingstars Anders Mol/Christian Sorum mit 0:2 (13:21, 13:21). Trotz einer über weite Strecken hervorragenden Leistung erwies sich das derzeit beste Team der Welt als zu hohe Hürde. Vor allem gegen die hervorragende Blockarbeit von Mol fand das deutsche Duo kein probates Mittel.

Aus für letztes Frauen-Team Borger/Sude

Bei den Frauen finden die Viertelfinals ohne deutsche Beteiligung statt. Als letztes Duo des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) verabschiedeten sich am Donnerstagabend Karla Borger und Julia Sude mit Platz neun aus dem Turnier: 1:2 (21:10, 17:21, 11:15) nach einem starken ersten Satz in einem dramatischen Achtelfinal-Spiel gegen die Brasilianerinnen Barbara/Fernanda. "Natürlich sind wir enttäuscht. Aber Top Ten kann sich sehen lassen", bilanzierte Sude.

Die 30 Jahre alte Abwehrspielerin Borger, die 2013 mit Britta Büthe schon Vizeweltmeisterin war, und ihre ein Jahr ältere Blockspielerin Sude hätten sich im Kampf um ein Ticket für Olympia 2020 mit dem Einzug ins Viertelfinale noch ein Stück weiter von der nationalen Konkurrenz absetzen können. Am Vortag waren bereits fünf der sechs gestarteten Frauen-Teams ausgeschieden.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 04.07.2019 | 19:30 Uhr