Stand: 22.02.2019 09:00 Uhr

Volleyball-Pokalfinale: Schwerin heiß auf die Revanche

von Tobias Blanck, NDR 1 Radio MV
Wiedergutmachtung für einen "ganz bitteren Tag": SSC-Spielführerin Jennifer Geerties will nach überragenden Leistungen in den vergangenen Spielen den Pokalsieg.

Wenn am Sonntag um 16.15 Uhr das deutsche Pokalfinale im Frauen-Volleyball beginnt, geht es für den SSC Schwerin natürlich in erster Linie um den Titelgewinn. Nach sechs Jahren Wartezeit soll der mittlerweile neu designte Pokal nach Schwerin geholt werden. Für SSC-Spielführerin Jennifer Geerties geht es aber auch um Wiedergutmachung für das verloren gegangene Endspiel 2017. "Das war schon ein ganz bitterer Tag. Wir hatten den Pokal damals schon fast in den Händen", so die 24-Jährige.

Jennifer Geerties vom SSC Schwerin träumt vom Pokal.

SSC Schwerin vor dem Pokalfinale

Nordmagazin -

In Mannheim findet am Sonntag das deutsche Pokalfinale im Volleyball zwischen dem SSC Schwerin und dem MTV Stuttgart statt. Die Schwerinerinnen wollen erstmals seit 2013 wieder den Titel gewinnen.

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Es war der 29.Januar 2017: Mehr als 10.000 Fans in der Arena in Mannheim auf den Rängen hatten nach der 2:0-Satzführung den SSC als Sieger erwartet. Dominant und souverän in den ersten Durchgängen der Auftritt der Schwerinerinnen, doch mit der Einwechslung von Stuttgarts Karmen Kocar kippte die Partie. Am Ende bejubelte Stuttgart den dritten Pokalerfolg der Vereinsgeschichte. Der Frust beim SSC saß tief, und Zuspielerin Denise Hanke sagte damals: "Das muss ich erst einmal sacken lassen, das ist extrem schwierig. Stuttgart hat den Rhythmus gewechselt und wenn zwei Teams so eng beieinander sind, kann alles passieren!" Am Ende mussten die Schwerinerinnen mit ansehen, wie dem MTV Allianz Stuttgart der Pokal überreicht wurde.

Kapitänin Geerties: "Die Anspannung steigt"

Am Sonntag treffen die beiden besten deutschen Frauen-Volleyballteams erneut in Mannheim aufeinander. Nach klaren Siegen gegen die Bundesliga-Konkurrenten Vilsbiburg (3:0) und Münster (3:0) hatten die Mecklenburgerinnen lediglich im Halbfinale eine schwierige Partie zu überstehen. Beim SC Potsdam wurde die Begegnung erst nach einer Leistungssteigerung im fünften Satz mit 3:2 gewonnen. Schwerins Jennifer Geerties kann kaum erwarten, dass die Finalbegegnung beginnt: "Es ist ja schon eine ganze Zeit her, dass wir das Halbfinale gewonnen haben. Wir hatten bisher aber kaum Zeit, uns über das Endspiel Gedanken zu machen bei den vielen Spielen und Reisen, die wir in den vergangenen Wochen zu bewältigen hatten. Jetzt aber freue ich mich und die Anspannung steigt immer mehr."

Stuttgart "fliegt" ins Finale

Der Konkurrent aus Stuttgart, der in den vergangenen fünf Jahren immer Vize-Meister wurde und sich zu einer festen Größe im deutschen Volleyball gemausert hat, hatte auf dem Weg in das Pokalendspiel kaum enge Situationen zu bestehen. Nach dem 3:0 gegen den Titelverteidiger Dresden im Achtelfinale folgte ein ebenso deutlicher Sieg gegen Wiesbaden und ein 3:1-Sieg im Halbfinale in Aachen. Für Stuttgarts Trainer Giannis Athanasopoulos ist es am Sonntag ein ganz besonderes Finale. Nach den Niederlagen in den vergangenen Endspielen um die deutsche Meisterschaft und den Supercup will er seinen ersten Titel als Trainer feiern und ist gespannt auf das Duell der beiden besten deutschen Mannschaften. "Allein schon die Tatsache, dass man plötzlich vor 12.000 Zuschauern in einer riesigen Halle spielt, macht das Pokalfinale zu einem einzigartigen Erlebnis. Die Wellenritte der Gefühle, durch die man in so einem Finale geht, sind Erinnerungen für die Ewigkeit", sagte Athanasopoulos in den Stuttgarter Nachrichten.

Schwerin wäre gerne der Underdog

Die Favoritenrolle möchte Stuttgarts Coach aber nicht für sich beanspruchen. "Meiner Meinung nach haben wir eine klassische 50:50-Situation!" Das sieht Schwerins Trainer Felix Koslowski anders: "Stuttgart hat uns im Dezember in der Liga sogar in Schwerin besiegt und in der Liga noch kein einziges Spiel verloren. Daher sehe ich sie in der Favoritenrolle", so der 34-jährige. Für Schwerins Trainer wäre ein DVV-Pokalsieg ebenfalls eine Premiere.

SSC-Trainer Koslowski: "Ich will dieses Ding unbedingt!"

Lediglich als Co-Trainer gewann er diesen Titel bereits mit dem SSC vor mehr als zehn Jahren. "Klar will ich dieses Ding unbedingt mal gewinnen. Wir werden alles dafür geben, dass es klappt", so Koslowski, der die Reise nach Mannheim ohne größere Personalsorgen antreten kann. Lediglich kleinere Infekte schwächten einige Spielerinnen, doch die klaren Siege in der Liga und auch im Champions-League-Spiel gegen Lodz am vergangenen Dienstag gaben dem Team großes Selbstvertrauen. "Das war die optimale Vorbereitung auf das Pokalfinale. Besser hätte es nicht sein können", so Schwerins größte Spielerin Lauren Barfield.

Kapitänin Geerties: "Der Erfolg des Teams steht über allem"

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Geerties beim Spiel gegen Łódź: Die 24-Jährige ist der zentrale Stabilisator im Schweriner Team.

"Es hat zwar Kraft gekostet, aber Spiele auf hohem Niveau bringen einen noch mehr voran als Trainingseinheiten. Daher hoffe ich auf den Sieg am Sonntag", ergänzt Spielführerin Jennifer Geerties. Der schlanken Spielerin mit der Nummer 6 kommt dabei eine ganz gewichtige Rolle zu. Als Stabilisatorin in der Abwehr wird am Sonntag viel von ihr abhängen und auch im Angriff bekommt die 24-Jährige immer mehr Bälle zugespielt. Daher ist Geerties immer öfter die entscheidende Spielerin auf dem Feld. Ihr selbst ist das nicht so wichtig. "Der Erfolg des Teams steht über allem", so Geerties.

Trotz Pokalsieg keine Feier?

Über einen Pokalerfolg und eine anschließende Feier will vor der Begegnung natürlich noch keine Spielerin einen Gedanken verschwenden. Die volle Aufmerksamkeit gilt nun erst einmal dem Spiel, heißt es aus der Mannschaft. Lediglich Felix Koslowski äußert sich dazu: "Wir werden vermutlich gar nicht feiern, da wir 48 Stunden später schon das entscheidende letzte Gruppenspiel in der Champions League zu bestreiten haben!" Vielleicht ändert der Trainer am Sonntagabend aber doch noch kurzfristig seine Meinung, wenn der SSC erstmals seit sechs Jahren wieder den DVV-Pokal überreicht bekommt.

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