Vendée Globe: Segler Boris Herrmann überquert den Äquator

Stand: 19.11.2020 12:05 Uhr

Weltumsegler Boris Herrmann hat bei der "Vendée Globe" die Südhalbkugel erreicht und sich auf Platz sieben vorgearbeitet.

Mehr als 6.800 Kilometer hat der Hamburger seit seinem Start vor eineinhalb Wochen zurückgelegt. "Es ist schon aufregender als sonst, denn es steht so viel auf dem Spiel. Es geht ums ein und alles. Ich habe vor dem Rennen gesagt, dass ich den Äquator gerne in den Top Ten kreuzen würde. Das ist gelungen, und darüber bin ich glücklich", erklärte der 39-Jährige, für den es insgesamt schon die elfte Überquerung des nullten Breitengrades war.

Erst 17 Prozent der Gesamtstrecke absolviert

Angeführt wird das Feld vom britischen Top-Favoriten Alex Thomson ("Hugo Boss") vor den Franzosen Thomas Ruyant ("LinkedOut") und Charlie Dalin ("Apivia"). Mit dem ersten Abschnitt des Rennens von Les Sables-d'Olonne um die Welt und zurück haben die Einhandsegler erst knapp 17 Prozent der Gesamtstrecke von rund 40.000 Kilometern absolviert. Die schnellsten Boote werden Mitte Januar in Frankreich zurückerwartet.

Stürme überstanden, nur das Obst hat gelitten

Herrmann, der mit seiner "Seaexplorer Yacht Club de Monaco" zwischenzeitlich Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 32 Knoten (60 km/h) meldete, hat die ersten Sturmnächte gut überstanden. Lediglich die Netze mit den Früchten hätten gelitten, teilte er auf seiner Website mit: "Die Zitronen, Kiwis und Avocados sind vergammelt. Nun esse ich eben Äpfel und Orangen." Anderen Skippern im Feld der 32 Teilnehmer ist es schlechter ergangen. Der Franzose Nicolas Troussel gab mit seiner Yacht "Corum" nach einem Mastbruch das Rennen auf.

Ein Missgeschick, das auch Herrmann mitbekommen hat, wie er schreibt: "Es ist jetzt rabenschwarze Nacht draußen. Ich bin noch immer etwas in Sorge über das, was 'Corum' passiert ist. Kann ich so schlafen gehen, oder muss ich das Jib-Top für die Nacht reduzieren? Innerlich werde ich es im Schlaf ausfechten... Gute Nacht."

Kontakt zu anderen Seglern

Trotz aller Widrigkeiten überwiegt aber die gute Laune. "Es ist immer noch zu heiß und feucht, um zu schlafen. Da kann ich besser im Cockpit sitzen, beobachten, wie sich das Boot verhält und niederschreiben, was heute passiert ist: Ich habe Benjamin Dutreux heute Morgen überholt. Wir haben lange am Funk gesprochen und man könnte fast sagen, wir sind Freunde geworden", berichtete der Segler von Bord: "Es war sehr nett. Einer der wenigen Skipper, den ich vorher kaum einmal getroffen habe und über den ich nichts weiß. Smarter Typ."

VIDEO: Leinen los! Boris Herrmann startet Weltumseglung (4 Min)

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Die Seaexplorer auf hoher See © picture alliance/DPPI Foto: VINCENT CURUTCHET

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 19.11.2020 | 14:25 Uhr

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