Stand: 29.08.2020 12:19 Uhr

US Open im Tennis: Kerber startet als "Wundertüte"

Angelique Kerber im Finale der US Open 2016 © picture-alliance Foto: Justin Lane
Am Ort ihres Triumphs von 2016 gibt Angelique Kerber ihr Comeback.

Mehr als sieben Monate nach ihrem Achtelfinal-Aus bei den Australien Open wird Angelique Kerber in der kommenden Woche erstmals wieder ein offizielles Tennis-Match bestreiten. Die Kielerin schlägt wie Alexander Zverev aus Hamburg bei den am Montag beginnenden US Open auf, dem ersten Grand-Slam-Turnier nach der Corona-Pause. Während etliche Topspieler angesichts der Infektionslage den Trip nach New York verweigerten, versucht die 32-Jährige ihr Comeback an dem Ort, an dem sie mit ihrem Sieg 2016 zur Nummer eins der Weltrangliste aufstieg.

Zverev patzt gegen Murray

Während die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber ohne Matchpraxis angereist ist, verpatzte Zverev seine Generalprobe beim ebenfalls in Flushing Meadows ausgespielten Masters von Cincinnati.

Nach einem Freilos in der ersten Runde verlor er gegen den ehemaligen Weltranglistenersten Andy Murray in drei Sätzen. Die Niederlage dürfte ihm seine Schwächen noch einmal deutlich vor Augen geführt haben: Da wäre der mittlerweile schon fast chronisch schwache zweite Aufschlag, zudem mangelte es seinem Spiel an Variabilität. Beunruhigt ist der Weltranglistensiebte aber nicht. "Es ist normal, dass man nicht gleich sein bestes Tennis spielen kann", sagte der 23-Jährige.

Zverev am Montag gegen Anderson

Sein Auftaktgegner bei den US Open ist Kevin Anderson. Bereits am Montag trifft der Hamburger im zweiten Match im Arthur-Ashe-Stadion (Spielbeginn ca. 20 Uhr) auf den ehemaligen Wimbledon- und US-Open-Finalisten aus Südafrika, der nach einer langwierigen Knieverletzung auf Position 124 abgerutscht ist.

Kerber startet gegen Tomljanovic

Weniger namhaft ist Kerbers erste Konkurrentin: Ajla Tomljanovic, Nummer 57 der Welt, auf die Kerber ebenfalls bereits am Montag trifft (17 Uhr im Louis-Armstrong-Stadion). "Angie ist sehr erfahren und sie hat dieses Mal absolut keinen Druck", sagte Deutschlands Damentennis-Chefin Barbara Rittner: "Von daher ist ihr alles zuzutrauen. Sie ist so etwas wie eine Art Wundertüte." Kerber hat zwar ihren Erfolgstrainer Torben Beltz zurückgeholt, in einen Rausch wie vor vier Jahren wird sie sich vor fast leeren Rängen aber wohl nicht spielen können. "Sie geht bei den US Open auf den Platz und hat das erste Mal in ihrer Karriere die Situation ohne Zuschauer", sagte Rittner: "Und dann auch noch an einem speziellen Ort, an dem sie diese extreme Euphorie schon erlebt hat." Das Match gegen die Australierin wird daher zur kniffligen Standortbestimmung.

Zverev: "Zuschauer geben Energie"

Zverev hat die ungewohnten Abläufe mit strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen in den Masters-Tagen immerhin schon durchexerziert - und die Fans vermisst. "Klar fühlt es sich anders an", sagte er. "Zuschauer geben dir Energie, wenn du einen wichtigen Punkt geholt hast." Für den Fall, dass es weder für ihn noch für Kerber in New York laufen sollte wie gewünscht, baute Rittner schon mal vor: "Man darf die zwei nicht daran messen, was sie schon erreicht haben."

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