Stand: 08.09.2020 08:22 Uhr

US Open: Weg frei für Alexander Zverev?

Tennis-Profi Alexander Zverev bei den US Open In New York © picture alliance/Frank Franklin/AP/dpa
Chancen gestiegen: Alexander Zverev bei den US Open.

Die Disqualifikation von Novak Djokovic hat die US Open erschüttert - und wirbelt das Turnier völlig durcheinander. Alexander Zverevs Chance auf den ersten Grand-Slam-Titel ist nun größer denn je. 

Erst das Chaos um den positiven Corona-Test des Franzosen Benoit Paire, nun der Skandal um den weltbesten Tennisspieler Novak Djokovic - es sind turbulente US Open in diesen ohnehin besonderen Zeiten. Der zuvor in diesem Jahr noch ungeschlagene Serbe hatte in seinem Achtelfinalspiel gegen den Spanier Pablo Carreno Busta für einen Eklat gesorgt, als er den Ball frustriert nach hinten weggeschlagen und dabei eine Linienrichterin unabsichtlich am Hals getroffen hatte. Die Disqualifikation folgte auf dem Fuße, und während der 17-malige Grand-Slam-Champion in den Flieger nach Europa stieg, war Alexander Zverev gedanklich schon einen Schritt weiter.

"Es wird einen neuen Grand-Slam-Champion geben. Nun wird es interessant", sagte der Hamburger, dem sich nach dem überraschenden Aus des haushohen Turnierfavoriten ungeahnte Chancen eröffnen - schließlich wäre der Serbe ein möglicher Halbfinalgegner des deutschen Spitzenspielers gewesen. Nun heißt der Gegner Carreno Busta oder Denis Shapoval (Kanada).

Auf jeden Fall ein neuer Champion

Das letzte Major-Turnier, bei dem weder Djokovic, Roger Federer oder Rafael Nadal im Halbfinale standen, waren die French Open 2004. Nadal (Absage) und Federer (verletzt) sind in New York nicht am Start, nun wird es einen völlig neuen Grand-Slam-Champion geben - seit den US Open 2016, die der Schweizer Stan Wawrinka gewann, hatten die drei Superstars die Titel bei den vier Majors stets unter sich ausgemacht. Ohne die drei Platzhirsche sind die Aussichten von Zverev, der heute Abend im Viertelfinale auf den Kroaten Borna Coric trifft, auf seinen ersten Grand-Slam-Titel auf einmal besser denn je.

Djokovic: "Traurig und leer"

Djokovic wird unterdessen das restliche Turniergeschehen aus der Ferne beobachten - wenn überhaupt. Der 33-Jährige meldete sich via Instagram zu Wort, nachdem er zunächst die obligatorische Video-Pressekonferenz sausen lassen und die Anlage wortlos verlassen hatte. Er fühle sich "traurig und leer", schrieb der Weltranglistenerste. Es tue ihm "extrem leid", seine Aktion sei "so unbeabsichtigt, so falsch" gewesen. Er habe sich "nach der Linienrichterin erkundigt, und Gott sei Dank fühlt sie sich okay".

Becker: "Zu Recht ausgeschieden"

"Er hat einen Fehler gemacht. Er ist zu Recht aus dem Turnier ausgeschieden", sagte die deutsche Tennis-Legende Boris Becker. Der spanische Ex-Profi Alex Corretja fand es "unglaublich, wie ein Zentimeter nicht nur das Match entscheiden kann, sondern auch die Geschichte und die Zukunft dieses Sports". Als großer Verlierer verließ Djokovic New York - der große Gewinner beim wohl außergewöhnlichsten Grand-Slam-Turnier der Geschichte könnte Alexander Zverev heißen. "Ich bin nicht der Einzige, der eine Chance hat. Ich hoffe, dass ich mich weiter im Turnier entwickeln kann. Mal schauen, wie es dann am Ende aussieht", sagte der Hamburger.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 07.09.2020 | 10:25 Uhr

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