Stand: 27.09.2020 07:07 Uhr

Tsitsipas und Rublew im Finale von Hamburg

von Bettina Lenner, NDR.de

ATP-Weltmeister Stefanos Tsitsipas (Griechenland) und der Russe Andrej Rublew bestreiten heute (12 Uhr, live im NDR Fernsehen und bei NDR.de) das Finale beim Sandplatzturnier in Hamburg. Tsitsipas, die Nummer sechs der Tennis-Weltrangliste, setzte sich im Halbfinale am Rothenbaum in einem engen Match auf hohem Niveau mit 7:5, 3:6, 6:4 gegen den Chilenen Cristian Garin durch. Der Weltranglisten-14. Rublew besiegte den Norweger Casper Ruud 6:4, 6:2 und erreichte erneut das Endspiel. Im Vorjahr hatte er im Finale gegen den Georgier Nikolos Bassilaschwili in drei Sätzen den Kürzeren gezogen.

Tsitsipas diktiert zunächst das Spiel

Vor erstmals ausverkaufter Kulisse - 2.300 Zuschauer sind auf dem Center Court der frisch renovierten Anlage unter Corona-Bedingungen zugelassen - zeigte Tsitsipas gegen den Sandplatz-Spezialisten Garin im ersten Satz eine starke Leistung und nutzte die Möglichkeiten seines variablen Spiels perfekt aus. Dem 22-Jährigen gelang das Break zum 4:2, immer wieder peitschte er sich nach vorn und demonstrierte eindrücklich, dass er seine Hamburg-Premiere mit dem Turniersieg krönen will. Garins Stunde schlug bei den längeren Ballwechseln, die er am Ende häufig für sich verbuchen konnte. Ihm gelang das Re-Break zum 4:5, das Spiel diktierte jedoch die Nummer zwei der Setzliste: Mit 7:5 ging der Satz an Tsitsipas.

Garin gefühlt auf der Siegerstraße

Im zweiten Durchgang wechselte der Chilene, der in diesem Jahr schon zwei Sandplatz-Turniere gewinnen konnte, die Strategie; ergriff die Initiative, rückte immer wieder ans Netz vor und kaufte dem Griechen, der ohne Satzverlust bis ins Halbfinale vorgedrungen war, damit den Schneid ab. Je länger der zweite Durchgang dauerte, den er schließlich mit 6:3 gewann, desto selbstsicherer wirkte Garin.

Gefühlt war er auf der Siegerstraße, aber eine winzige Schwächephase seines Kontrahenten nutzte Tsitsipas im dritten Abschnitt, um ihm den Aufschlag abzunehmen. 3:2 für die Nummer zwei der Setzliste, und das Spiel kippte. Der Südamerikaner ließ sich am Knie behandeln, doch vergebens. Tsitsipas, nun wieder so fokussiert wie im ersten Abschnitt, war nicht mehr zu stoppen.

Rublew und Ruud mit Powertennis

Zuvor hatten sich Rublew und Ruud mit kompromisslosem Powertennis von der Grundlinie duelliert. Beide beeindruckten mit ihrer Vorhand-"Peitsche", beiden gelangen spektakuläre Schläge. Insgesamt wackelten allerdings auch beide bei ihren Aufschlagspielen. Doch nicht zuletzt weil der favorisierte 22-jährige Russe alles in allem besser servierte als sein ein Jahr jüngerer Kontrahent, holte er sich mit 6:4 den ersten Satz.

Ruud wirkt im zweiten Satz angeschlagen

Ruud ließ sich im Anschluss an der Schulter behandeln und wirkte im zweiten Durchgang müde. Relativ sang- und klanglos gab er zwei Aufschlagspiele ab, lag zügig mit 0:3 zurück. Rublew tat ihm den Gefallen und schwächelte seinerseits, allerdings nur kurz. Am Ende feierte die Nummer fünf der Setzliste einen verdienten Erfolg. "Ich hatte einen guten Lauf und bin sehr zufrieden mit meinem Spiel. Wir hatten beide unsere Chancen, es hätte auch andersherum ausgehen können. Bei den wichtigen Punkten hatte ich etwas Glück", sagte der Russe.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 27.09.2020 | 22:50 Uhr

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