Stand: 20.01.2020 15:01 Uhr

Tennis: Zverev zuversichtlich - Kerber angeschlagen

Tennis-Profi Alexander Zverev beim Trainig in Melbourne © imago images / GEPA pictures
Hat viele Trainingsstunden in Melbourne hinter sich: Tennis-Profi Alexander Zverev.

Der Auftakt ins neue Jahr verlief für Alexander Zverev ernüchternd. Beim ATP Cup in Brisbane kassierte Deutschlands derzeit bester Tennis-Profi drei Pleiten. Die schwachen Auftritte gegen den Kanadier Denis Shapovalov, Stefanos Tsitsipas (Griechenland) und den Australier Alex de Minaur lassen für die am Montag beginnenden Australian Open eigentlich nichts Gutes vermuten. Doch in den Tagen vor Beginn des ersten Grand-Slam-Turnieres präsentiert sich der 22-jährige Hamburger in Melbourne bester Laune. "Ich habe mich ein bisschen ausgeruht. Dann waren wir am Strand, haben uns ein paar Kängurus angeschaut, solche Sachen gemacht - einfach ein bisschen abgelenkt", erklärte Zverev, wie er den Brisbane-Frust hinter sich gelassen hat.

Und dann ist da ja noch seine neue Freundin Brenda Patea. Die frühere "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin, so erzählt der Tennis-Star, habe ihm sehr dabei geholfen, etwas vom Arbeits-Alltag abschalten zu können: "Wir haben viel gelacht, versucht, nicht über Tennis zu sprechen, aber trotzdem die Disziplin eingehalten was Schlafen und Essen angeht."

Bis zu sieben Stunden Training täglich

Zverevs Herz gehört jedoch nicht nur seiner vier Jahre älteren Freundin. "Ich bin ja auch jemand, der Tennis wirklich liebt und alles dafür tut", sagte der Hamburger.

Und das war in den vergangenen Tagen eindrucksvoll auf den Courts in Melbourne zu beobachten. "Ich habe hart gearbeitet. Ich habe in dieser Woche mehr trainiert als jeder andere, fünf, sechs, sieben Stunden täglich", berichtete der Weltranglisten-Siebte. Ob sich die Schufterei gelohnt hat, wird sich erstmals am Dienstag zeigen, wenn sein Erstrundenspiel gegen Marco Cecchinato auf dem Programm steht. Der an Nummer 76 des ATP-Klassements notierte Italiener sollte eigentlich keine große Hürde für einen Alexander Zverev in Normalform darstellen. Das Problem: In diesem Jahr hat der Deutsche noch keine Normalform gezeigt. "Wie ich beim ATP Cup gespielt habe, war einfach nicht gut genug für einen Grand Slam", sagte er. Der 22-Jährige erklärte seine Niederlagen auch damit, dass er Probleme mit den Augen gehabt habe.

Im Dezember hatte er sich wegen seiner Hornhautverkrümmung operieren lassen. Dass er nun keine Kontaktlinsen mehr trage, daran habe er sich erst noch gewöhnen müssen und inzwischen helfende Tropfen bekommen, berichtete er: "Ich habe jetzt wahrscheinlich mehr Selbstvertrauen als beim ATP Cup."

Kerber geht angeschlagen ins Turnier

Wie bei Zverev verlief auch für Angelique Kerber die Vorbereitung auf die Australian Open alles andere als optimal.

Beim WTA-Turnier in Adelaide musste die 32-Jährige in der zweiten Runde verletzungsbedingt aufgeben. Die frühere Weltrangliste-Erste aus Kiel und Melbourne-Siegerin von 2016 laboriert auch jetzt noch an Problemen im hinteren Muskel im linken Oberschenkel und ist daher froh, erst am Dienstag gegen die Grand-Slam-Debütantin Elisabetta Cocciaretto (Italien) antreten zu müssen. Nur zweieinhalb Matches hat sie in diesem Jahr bestritten, davon eines gewonnen. "Ich kann noch nicht ganz einschätzen, wo ich gerade stehe", sagte die gebürtige Bremerin. Zum engen Favoritenkreis gehört die an Nummer 17 gesetzte Kerber diesmal nicht. Selbiges trifft auch auf Julia Görges zu. Die Bad Oldesloerin - Nummer 39 der Welt - zeigte in ihrem Auftaktmatch am Montag gegen die Slowakin Viktoria Kuzmova allerdings eine sehr ansprechende Leistung, die auf einen positiven Turnierverlauf hoffen lässt. Görges siegte deutlich mit 6:1, 6:2 und befand nach der Partie: "Ich habe sehr aggressiv gespielt und mein Ding durchgezogen." Am Mittwoch trifft die deutsche Fed-Cup-Spielerin nun auf die Kroatin Petra Martic, die an Position 13 gesetzt ist.

Kerber, Görges und Zverev sind die einzigen drei norddeutschen Tennis-Profis in den Einzelwettbewerben bei der mit umgerechnet 44 Millionen Euro dotierten Veranstaltung. Dustin Brown (Winsen/Aller), Tobias Kamke (Lübeck) und Mona Barthel aus Neumünster verpassten den Sprung ins Hauptfeld.

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Nordsport | 19.01.2020 | 13:10 Uhr

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