Stand: 27.07.2020 21:59 Uhr

Stich plädiert für späteren Re-Start im Tennis

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Ex-Tennis-Profi Michael Stich hat große Zweifel an einer Austragung der US Open.

Ursprünglich hatten in dieser Woche die Truist Atlanta Open im Turnierkalender der ATP gestanden. Doch das Hartplatzturnier im US-Bundesstaat Georgia musste ebenso wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden wie die eigentlich vom 14. bis 21. August angesetzten Citi Open in Washington, D.C. Nun soll der Re-Start der Herren-Tennistour am 22. August mit den Western & Southern Open in New York erfolgen, die von Cincinnati nach Flushing Meadows verlegt wurden. Eine Woche später sollen am selben Ort dann unter strengen Hygieneauflagen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit die US Open ausgetragen werden.

"Wäre besser, das Jahr abzuhaken"

So ist der Plan der ATP sowie der Turnierorganisatoren. Doch lässt er sich realisieren? Der frühere Wimbledon-Sieger Michael Stich hat große Zweifel daran. "Ich glaube, es wäre besser, das Jahr abzuhaken, den Fokus auf das nächste Jahr zu legen und jetzt Maßnahmen zu treffen, wie man im nächsten Jahr ein optimales Umfeld schaffen kann für die Spieler", sagte der gebürtige Pinneberger im Sportschau-Olympia-Podcast der ARD.

Stich gegen "Geister-Grand-Slam" in New York

Für Stich selbst käme ein Start in New York derzeit nicht infrage. "Ich würde mir um meine Gesundheit Sorgen machen", sagte der Doppel-Olympiasieger von 1992.

Teaserbild für den Podcast "Der Sportschau-Olympia-Podcast" © WDR

Großes Tennis mit Michael Stich & Max Hartung

NDR 2 - Der Sportschau-Olympia-Podcast -

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Zugleich verwies er dabei auch auf mögliche finanzielle Folgen für die Tennis-Profis im Falle einer Coronavirus-Infektion: "Dann falle ich vielleicht drei Monate aus, kann meinen Job nicht machen und verliere meine Weltranglisten-Position." Auch aus sportlichen Gesichtspunkten kann der 51-Jährige dem geplanten "Geister-Grand-Slam" wenig abgewinnen. "Ich glaube, dass die Wertigkeit eines Sieges bei den US Open unter diesen Bedingungen sehr infrage zu stellen ist. Wenn die Europäer nicht kommen und die Australier nicht hinfliegen, muss man sich fragen: Ist es das wert?", sagte Stich, dem zu seiner Zeit auf der Tour der Sieg in Flushing Meadows verwehrt blieb.

Stich für Alternativ-Konzepte

Auch zur geplanten Austragung der French Open (27. September bis 11. Oktober) hat der frühere Rothenbaum-Turnierdirektor eine klare Meinung. "Die French Open zu so einer Zeit im Jahr zu spielen, macht gar keinen Sinn. Es zu machen, nur weil man es machen will, heißt nicht, dass man es auch gut macht", kritisierte Stich die Verlegung der Sandplatzveranstaltung in den Herbst, in dem ansonsten nahezu ausschließlich Hartplatzturniere auf dem Programm stehen. Nach Ansicht des 51-Jährigen wäre es klüger, die ATP-Tour in diesem Jahr nicht wieder aufzunehmen und stattdessen auf Alternativkonzepte zu setzen. "Ich würde schauen, wie kann ich für Spieler auf meinem Kontinent Formate schaffen, um die Zeit zu überbrücken. Show-Formate mit Maßnahmen, die belegen, dass es funktionieren kann", erklärte Stich.

Weitere Informationen

Michael Stich - Tennis nahe der Perfektion

Seine Technik war brillant, sein Ballgefühl enorm: Michael Stich zählt zu den herausragenden deutschen Tennisspielern. Der gebürtige Pinneberger gewann Wimbledon, die ATP-WM und den Davis Cup. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 28.07.2020 | 22:40 Uhr